760_0900_3143_.jpg
Den Ball fest im Blick: Die Mannschaften der SG Pforzheim/Eutingen (links) und der TGS Pforzheim vor dem Hinspiel am 3. Oktober 2011. gössele, pz-archiv 

Handball-Derby II: TGS Pforzheim hofft wie beim Hinspiel auf eine Überraschung

Pforzheim. Das Training bei den Oberliga-Handballern der TGS Pforzheim lief in dieser Woche nicht viel anders als sonst. Manchmal kann der Schein aber auch trügen. Denn bei genauerer Betrachtung war schon eine gute Portion Aggressivität in vielen Aktionen zu erkennen.

„Das hat bei uns aber nichts zu bedeuten. Wir trainieren immer so“, versichert TGS-Trainer Hans Christensen, der seine Truppe zwar konzentriert und mit harter Hand auf das bevorstehende Oberliga-Derby gegen die SG Pforzheim/Eutingen vorbereitet hat, bewusst aber auch eine gewisse Lockerheit verbreitet. „Wir können fast nur gewinnen und stehen bei weitem nicht so unter Druck wie unser Gegner“, weiß der Däne, der als Kreisläufer auch jahrelang bei der SG eine tragende Rolle gespielt hat.

Bis auf weiteres sind die alten Freundschaften aber erst einmal auf Eis gelegt. Das gilt auch für den Ex-SGler Tobias „Tobse“ Müller. „Beide Mannschaften kennen sich in- und auswendig“, betont der TGS-Abwehrchef. „Durch den Ausfall von Florian Taafel sind wir zwar wie gewohnt nur Außenseiter, aber nicht chancenlos. Das Gute ist: In der Liga kann fast jeder jeden schlagen.“ Das hat die Turngesellschaft auch schon beim Hinspiel-Sieg bewiesen und setzt auch diesmal vor allem auf die eigene Kampfkraft. Das war im Training allein schon daran abzulesen, dass der langzeitverletzte Florian Taafel derart fleißig mit dem Medizinball hantierte, als wolle er selber auf dem Buckenberg antreten. „Für mich ist jedes Spiel bitter, bei dem ich nicht dabei sein kann. Aber im Derby tut es besonders weh“, verrät der TGS-Torjäger und verspricht: „Ich werde zumindest versuchen, die Jungs von draußen so gut wie möglich zu unterstützen.“

Das sieht bei Taafel in etwa so aus, dass er während des Spiels wie ein Derwisch an der Seitenlinie auf- und abtigert. Die Arme hoch, die Arme runter. Hier mal ein kurzer Zuruf, da mal ein kleiner Fingerzeig. „Wenn wir einen ähnlich guten Tag wie gegen Oftersheim erwischen, ist ein Sieg drin“, prophezeit Taafel. „Es muss aber auch eine deutliche Leistungssteigerung zu den letzten Spielen her.“ Das weiß auch der Trainer, der gegen seinen Ex-Verein womöglich sogar selbst im Trikot auf der Bank sitzen wird. „Der Siegeswille ist da. Wir brauchen aber Disziplin und eine hundertprozentige Einstellung“, fordert Christensen von seinem Team, das besonders auf seine Abwehrstärke baut. Entscheidend könnte sich auch auswirken, wer das Fernduell der beiden Torhüter gewinnt – Peter Pcola von der SG oder Jonathan Binder. „Es ist generell ein tolles Gefühl, vor vollen Zuschauerrängen zu spielen. Da kommt alles andere von allein“, bekennt der TGS-Torsteher. Und Spielmacher Sven Kaiser fügt hinzu: „Im Endeffekt wird die Tagesform über Sieg oder Niederlage entscheiden.“

Peter Hepfer