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TGS Pforzheim

Davor Sruk legte sich für die TGS wieder voll in Zeug. Im Hintergrund Markus Bujotzek. Foto: Becker
Davor Sruk legte sich für die TGS wieder voll in Zeug. Im Hintergrund Markus Bujotzek. Foto: Becker
04.03.2018

Handball-Drittligist TGS Pforzheim verzückt mit Heimsieg gegen Fürstenfeldbruck

Pforzheim. Die letzten Minuten einer denkwürdigen Partie standen die Fans des Handball-Drittligisten TGS Pforzheim auf den Rängen, besangen den so wunderschönen Tag und den Sieg über einen Gegner, der als Mannschaft der Stunde in der Bertha-Benz-Halle angetreten war und den man ohne den verletzt auf der Bank sitzenden Kapitän und Torjäger Florian Taafel kaum für möglich gehalten hatte.

„Ich bin stolz darauf, was unsere Mannschaft heute geleistet hat“, postulierte in dem sich anschließenden Pressegespräch ein noch mit Emotionen geladener TGS-Boss Wolfgang Taafel. Dass er mit den beiden Kreisläufern Michal Wysokinski und Davor Sruk, Spielmacher und Rückraumschütze Maris Versakovs sowie Keeper Sebastian Ullrich ein Quartett besonders hervorhob, ist leistungs-gerecht, sollte und kann aber die bravouröse Vorstellung des gesamten Teams, vor allem auch der Youngster und Eigengewächse Markus Bujotzek, Fabian Dykta sowie Alexander Klimovets keineswegs schmälern.

„Ulle“ erneut in Topform

Was die Taktik angeht, hatten die Pforzheimer den Nagel voll auf den Kopf getroffen. Weil die „Panthers aus Bruck“ wie erwartet eine ganz aggressive 3:3-Deckung stellten, gab es Freiräume an deren Kreis, die der wie ein Berserker kämpfende Wysokinski sowie der geschickt einlaufende Sruk zu einer schnellen 2:0-Führung nutzten. Da „Ulle“ Ullrich hinter seiner aufopferungsvoll verteidigenden Abwehr sofort auf Betriebstemperatur war und neben einer ganzen Reihe schwerer Bälle auch einen Siebenmeter parierte, blieben die Gastgeber ständig vorn, obwohl sich die beiden Außenstürmer mit dem Auslassen von gleich vier „Freien“ sogar überaus großzügig zeigten.

Weil man den dynamischen Stumpf nur schwer an die Kette brachte und Linksaußen Ball gleich zweimal Abpraller zu einfachen Toren nutzte, schienen die Bajuwaren Mitte der zweiten Hälfte mit 19:18- und 20:19-Führungen dann doch die Oberhand zu gewinnen.

Marco Kikillus, der erstmals in eigener Halle die Kapitänsbinde trug sowie Versakovs, der sich jetzt auch zunehmend zu Würfen aus dem Rückraum traute, richteten es dann wieder und nach zwei Treffern binnen Sekunden durch Bujotzek und Wysokinski waren die Pforzheimer dann wieder mit 23:21-Toren weg.

Schrecksekunde in der 50. Minute, als Ullrich an den Pfosten prallte und vorübergehend benommen runter musste. Was dann folgte, sind fünf Minuten, die man bei den Fans der TGS so schnell nicht vergessen wird. Zunächst erkämpfte Andrej Klimovets, den es nun nicht mehr auf der Trainerbank hielt, mit einem dem Mittvierziger kaum mehr zugetrauten Hechtsprung das Leder, das Bujotzek zu seinem dritten Treffer nutzte. Nachdem der Versuch der „Brucker“ scheiterte, über eine Auszeit zu retten, was es fast nicht mehr zu retten gab, waren es dann wieder mit Wysokinski und Sruk die beiden „Rampensäue“, die mit sehenswerten Einzelleistungen und der 28:21-Führung die Halle vollends zum Kochen brachten. Am Ende hieß es 29:24.