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Unerwartet leicht fiel es der SG um Philip Schückle (beim Wurf) und Sandro Münch (Nummer 11), sich gegen die TB Kenzingen (rechts Vilius Juozaitis) durchzusetzen. Foto: Becker
17.01.2016

Handball-Oberliga: SG Pforzheim/Eutingen fertigt Angstgegner TB Kenzingen ab

In der Handball-Oberliga hat die SG Pforzheim/Eutingen ihr erstes Punktspiel im neuen Jahr klar gewonnen. Das überrascht etwas, denn die Schützlinge von Trainer Alexander Lipps hatten es mit Angstgegner TB Kenzingen zu tun. „Vor dem Spiel wäre ich aufgrund der letzten Spielausgänge mit diesem Gegner schon mit einem knappen Sieg einverstanden gewesen, nunmehr sind die zehn Treffer Differenz beim 28:18-Sieg im Hinblick auf die vielen vergebenen Chancen vor allem in der ersten Halbzeit fast zu wenig“, bilanzierte Lipps. Die Pforzheimer hatten die Partie durchweg bestimmt, zur Pause mit 12:8 geführt.

Bildergalerie: SG Pforzheim schlägt TB Kenzingen mit 28:18

Mit Verschleißerscheinungen, „weil wir wie so oft in dieser Saison mit einer knapp besetzten Bank auflaufen mussten“, versuchte Kenzingens Spielertrainer Aurelijus Steponavicius den blutarmen Auftritt der Gäste zu erklären. Der frühere Torschützenkönig der Oberliga Baden-Württemberg hatte seiner Mannschaft den größten Bärendienst erwiesen, als er sich in der 24. Minute nach einer Zeitstrafe mit den Schiedsrichtern anlegte und als Quittung die Rote Karte sah. Damit war der Innenblock der Kenzinger Abwehr gesprengt.

Da es gegen die Routiniers aus Südbaden mit Würfen aus dem Rückraum fast kein Durchkommen gab, war der Weg der SG richtig, den überalterten Gegner – Akteure wie Dalius Rasikevicius und Spielertrainer Steponavicius sind schon über 40 – mit Tempohandball zu überlisten. Ein entscheidender Baustein dieser Taktik war Keeper Stefan Koppmeier, der an seinem 21. Geburtstag nicht nur seine beste Saisonleistung in Sachen Paraden zeigte, sondern die Sprinter in seinem Team mit zentimetergenauen Abwürfen bediente. Da die SG-Angreifer immer wieder am ebenfalls überragenden Gästetorhüter, am zwei Meter großen Michael Schiffner, scheiterten, hatten die Pforzheimer bei Halbzeit nur vier Tore Vorsprung.

Nach Rückraumtoren des dynamischen Sandro Münch und von Drasko Mrvaljevic sowie einem Treffer von Philip Schückle, der allein das Eintrittsgeld wert war, war zur Mitte der zweiten Hälfte klar, dass die Punkte in Pforzheim bleiben würden. Neuen Schwung brachte im weiteren Spielverlauf Jan Strehlau, ein weiteres Talent der SG. Der für den erkrankten Georg Kern erstmals ins erste Team gekommene Nachwuchsmann stand nicht nur im Abwehrzentrum seinen Mann, sondern trug sich auch gleich in die Schützenliste ein. Julian Broschwitz legte zum Schluss noch einmal einen Gang zu und sorgte dafür, dass der Vorsprung zweistellig wurde.

Neun Siege in den zehn Spielen seit der Verletzung von Manuel Mönch ist die stolze Bilanz, mit der die Eutinger ihren Anspruch auf einen Aufstiegsplatz zwischenzeitlich dokumentiert haben. Dass der Kapitän am Sonntag im Oberliga-Derby beim TV Bretten wieder an Bord geht, erscheint Außenstehenden naheliegend, da Mönch bei seinem Comeback am Samstag im Heimspiel der SG II gegen den HSV Hockenheim (26:26) mit sieben Treffern beeindruckte. Nach dem Kenzinger Spiel war auch nicht zu überhören, dass der Stachel der Hinspielniederlage gegen die „Filiale“ Bretten beim Pforzheimer Trainer Lipps noch immer tief sitzt.

SG Pforzheim/Eutingen: Koppmeier, R. Petruzzi – Müller 1, Hohnerlein, Gallus 2, Münch 5, Blum, Mrvaljevic 5/2, Broschwitz 7, Hufnagel, Schückle 4, Strehlau 1, Seganfreddo 3, Langenfeld

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