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Voller Einsatz: Hier setzt sich Nikolai Gerstner von der SG im Hinspiel gegen die TGS-Abwehr durch.
Voller Einsatz: Hier setzt sich Nikolai Gerstner von der SG im Hinspiel gegen die TGS-Abwehr durch. © PZ
Volles Haus und tolle Stimmung: Die Fans der SG Pforzheim/Eutingen in blau und gelb sowie die Anhänger der TGS in rot und weiß werden sich wieder auf den Rängen duellieren.
Volles Haus und tolle Stimmung: Die Fans der SG Pforzheim/Eutingen in blau und gelb sowie die Anhänger der TGS in rot und weiß werden sich wieder auf den Rängen duellieren. © Henrich/PZ-Archiv
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02.03.2017

Handballderby steht vor der Türe: SG Pforzheim gegen die TGS

Pforzheim ist im Handball-Fieber. Zum zweiten Mal steigt in der Bertha-Benz-Halle ein Drittliga-Derby zwischen der SG Pforzheim/Eutingen und der TGS Pforzheim. Abstiegskandidat gegen Titelanwärter, beste Abwehr der Liga gegen zweitbeste Offensive, Newcomer gegen etabliertes Team. Bevor die Goldstadt-Rivalen am Samstag (20.00 Uhr) aufeinandertreffen, beantwortet die PZ die wichtigsten Fragen.

Ist die Favoritenrolle klar vergeben?

Theoretisch ja, praktisch nein. Beim Blick auf die Tabelle sollte es eigentlich keinen Zweifel geben, wer diese Partie gewinnt. Gastgeber SG ist inzwischen auf einen Abstiegsplatz abgerutscht, hat aber elf seiner 13 Punkte daheim geholt. Die TGS ist aber nur theoretisch Gast – auch sie ist in der Bertha-Benz-Halle daheim und hat hier zehn von elf Spielen gewonnen. Das Problem: Im TGS-Rückraum fallen mit Martin Kienzle (Daumen gebrochen), Evgeni Prasolov (Muskelfaserriss) und Felipe Soteras-Merz (Lungenprobleme) drei Spieler aus. „Die SG hat eine gute Abwehr. Das wird für uns verdammt schwer“, sagt TGS-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel deshalb und sieht das Derby unter ganz neuen Vorzeichen.

Wie sieht es bei der SG Pforzheim/Eutingen personell aus?

Die Kreisläuferposition bleibt verletzungsbedingt die Problemzone. Nach seinem erneuten Mittelfußbruch fällt Philipp Schückle jetzt bis Saisonende aus. Rechtsaußen Dominic Seganfreddo, Toptorschütze der SG, plagte sich zuletzt mit Wehwehchen (Muskulatur, Knie). „Das kriegen wir in den Griff“, ist Trainer Alexander Lipps optimistisch. Ähnlich sieht es bei Nicolai Gerstner aus, wobei der Rückraumspieler einfacher zu ersetzen wäre, weil die Eutinger in der zweiten Reihe fast alle Mann an Bord und mit Mittelspieler Miloje Dolity noch einen Neuzugang aufbieten können.

Wie reagiert die TGS auf ihre personellen Probleme?

Im Vorfeld hatte SG-Abwehrchef Ingo Catak erklärt, dass es entscheidend sei, mit Florian Taafel und Evgeni Prasolov die aktuell torgefährlichsten Rückraumwerfer der TGS in den Griff zu bekommen. Doch Prasolov fällt aus, mit Taafel und Filip Prsa haben die Turngesellen nur noch zwei nominelle Rückraumspieler aus dem Drittliga-Kader zur Verfügung. Damit steht Andrej Klimovets taktisch vor einer großen Herausforderung. Der Trainer, der immer wieder in der Abwehr als Spieler aushilft, könnte womöglich auch im Angriff stärker gefragt sein, und das nicht nur auf seiner angestammten Kreisläuferposition.

Beim Hinspiel war die Halle mit 1800 Zuschauern fast voll. Kommen dieses Mal mehr oder weniger Zuschauer?

Schwer zu sagen. Zwei Dinge sprechen dagegen, dass es mehr werden. In dieser Woche sind Faschingsferien. „Viele unserer Nachwuchsspieler sind in Urlaub“, sagt SG-Trainer Alexander Lipps. Und Wolfgang Taafel von der TGS vermutet, dass das zweite Drittliga-Derby der beiden Vereine nicht mehr den ganz großen Reiz wie das erste bietet. Andererseits hat sich die Situation sportlich zugespitzt. Die TGS schnuppert als Tabellenzweiter am Aufstieg, die SG braucht als Drittletzter jeden Punkt.

Wie verlief das Hinspiel?

Das war eigentlich eine klare Sache, auch wenn das Ergebnis (26:23 für die TGS) das nicht zu belegen scheint. Als die SG in der 40. Minute zum 14:14 ausgeglichen hatte, erreichte die Spannung ihren Höhepunkt. Dann aber setzte sich die TGS mit vier Toren in Folge vorentscheidend ab. Bester Werfer des Abends war Florian Taafel mit elf Toren, doch Dominik Seganfreddo von der SG stand ihm mit zehn Treffern kaum nach.

Wie geht es nach dem Derby weiter?

Auf beide Teams warten richtungsweisende Wochen. Die SG trifft innerhalb von vier Wochen mit Köndringen/Teningen, Haßloch und Kronau/Östringen II auf drei Teams der unteren Tabellenhälfte. Die TGS muss am 18. März zum Mitkonkurrenten Heilbronn-Horkheim und hofft, dass zumindest Prasolov und Soteras-Merz bis dahin wieder fit sind. „Schade, dass wir nach so einer erfolgreichen Saison so gebeutelt werden“, sagt Abteilungsleiter Wolfgang Taafel.