760_0900_104276_urn_newsml_dpa_com_20090101_190821_99_55.jpg
Der Stuttgarter Trainer Tim Walter hat klare Vorstellungen und lässt sich nicht davon abbringen. Foto: dpa
760_0900_104027_urn_newsml_dpa_com_20090101_190823_90_02.jpg
Stuttgarts Nicolas Gonzalez (links) wurde im Spiel gegen Aue gefoult. Dass der Schiedsrichter dafür keinen Elfmeter gab, stieß seinem Trainer Tim Walter sauer auf. Foto: dpa
760_0900_104026_urn_newsml_dpa_com_20090101_190823_90_02.jpg
Auch der Platzverweis von Sosa schmeckte dem VfB-Trainer nicht. Foto: dpa

Hat VfB-Stuttgart-Coach mit Schiedsrichter-Kritik über Stränge geschlagen?

Stuttgart. Seinen immensen Ärger über das Schiedsrichter-Team kann VfB-Trainer Tim Walter in einer spielfreien Woche verdauen. Erst am kommenden Montag müssen die Stuttgarter gegen den VfL Bochum in der 2. Fußball-Bundesliga wieder ran. Schon früher sollte feststehen, ob der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf Walters Kritik am Unparteiischen Felix Zwayer nach dem 0:0 beim FC Erzgebirge Aue reagieren wird. Sorgen macht sich Walter nicht.

Der VfB Stuttgart wird seinen Coach jedenfalls nicht bestrafen. „Natürlich nicht“, sagte Sportdirektor Sven Mislintat am Samstag lachend. Walter stand zu seinen kritischen Worten und legte sogar nach. „Wir können das lange diskutieren. Oder wir können einfach sagen: Jemand hat einen Fehler gemacht im Videoraum in Köln. Das ist die klare Antwort“, sagte der 43-Jährige. Unterhalten habe er sich mit Zwayer nach der Partie nicht mehr: „Da hätte ich im Nachgang wahrscheinlich noch mal vier Gelbe Karten auf einmal gekriegt.“

Walter wirkte auch am Tag nach dem Remis in Aue zum Teil noch ungehalten, als er auf die Schiedsrichter-Leistung angesprochen wurde. Schon im Erzgebirge hatte er sich vor allem über ein Foul an seinem Spieler Nicolas Gonzalez (32. Minute) aufgeregt, für das Zwayer trotz Rücksprache mit dem Video-Assistenten keinen Elfmeter gegeben hatte. „Vielleicht war er gerade wieder Pausenbrot essen“, wetterte er danach in Richtung Video-Referee. Auch den Platzverweis für Borna Sosa (67.) nach einer mutmaßlichen Schwalbe konnte er nicht nachvollziehen. „Ich dachte, meine Frau pfeift heute. Die pfeift auch immer für die mit den schönsten Trikots“, meinte er am Freitagabend.

Eine Reaktion von Zwayer oder vom DFB blieb zunächst aus. Walter rechnet auch nicht damit, dass noch etwas kommt. Denn er habe ja niemanden beleidigt. „Ich habe nur meine Meinung gesagt. Wenn ich die nicht mehr sagen darf, dann höre ich lieber auf. Ich glaube, dass es normal ist, dass man seinem Unmut auch mal freien Lauf lässt.“

Die Frage ist nur, auf welche Art und Weise man das tut. Dass Walter ein sehr emotionaler Trainer ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Leidenschaft und Energie zählen darüber hinaus zu seinen wichtigsten Eigenschaften in der täglichen Arbeit mit der Mannschaft. Läuft es jedoch nicht nach seinem Geschmack, kann es schnell krachen.

Schon während der Partie in Sachsen hämmerte er mehrfach mit der Faust gegen Überdachung und Fassade der Trainerbank. Nach dem Spiel entlud sich der Frust an den Unparteiischen. Was das Foul an Gonzalez anging, war Walters Ärger nachvollziehbar. Die Schwalbe von Sosa war jedoch relativ eindeutig. Zwar hatte es im Strafraum einen Kontakt zwischen Aues Clemens Fandrich und dem Kroaten gegeben, Sosa war jedoch schon vorher gefallen. „Gelb-Rot für Borna kann man geben“, gab Mislintat zu. „Aber wenn man das ganze Spiel betrachtet, wie beide Seiten bewertet worden sind, kann man es überhaupt nicht machen.“