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Aller Einsatz des Birkenfelders Patrick Groetzki (schwarzes  Trikot) nützte gestern zum Auftakt der Handball-Europameisterschaft nichts. Die  deutsche Mannschaft unterlag Tschechien. Foto: Heuberger
Aller Einsatz des Birkenfelders Patrick Groetzki (schwarzes Trikot) nützte gestern zum Auftakt der Handball-Europameisterschaft nichts. Die deutsche Mannschaft unterlag Tschechien. Foto: Heuberger
15.01.2012

Herber Dämpfer: Handballer verpatzen EM-Auftakt

Nis (dpa) - Herber Dämpfer für die deutschen Handballer im Kampf um ihre letzte Olympia-Chance: Nach einer desolaten ersten Halbzeit verlor die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) ihr Auftaktspiel bei der EM in Serbien mit 24:27 (9:14) gegen Tschechien. Auch aller Einsatz des Birkenfelders Patrick Groetzki (schwarzes Trikot) nützte zum Auftakt der Handball-Europameisterschaft nichts.

Vor 4800 Zuschauern im Sportzentrum Cair in Nis war Lars Kaufmann (5 Tore) bester deutscher Werfer. Durch die Niederlage steht die deutsche Mannschaft im zweiten Spiel am Dienstag (18.15 Uhr) gegen Mazedonien unter Siegzwang. Im letzten Vorrundenspiel am Donnerstag ist der WM-Vierte Schweden der Kontrahent. Um die Hauptrunde zu erreichen, ist der dritte Rang nötig.

Am Tag vor dem Eröffnungsspiel der EM durch Deutschland und Tschechien war Bundestrainer Martin Heuberger überzeugt davon, dass er seine Mannschaft taktisch bestens auf die Partie vorbereitet hatte. «Wir haben aus den Fehlern vom zweiten Spiel gegen Ungarn gelernt, so dass wir gute gerüstet sind gegen Tschechien», hatte er versprochen. Überraschend startete seine Auswahl dann mit einer Manndeckung durch Dominik Klein gegen Welthandballer Filip Jicha, nachdem der Bundestrainer noch erklärt hatte: «Wir wären schlecht beraten, wenn wir uns nur auf Jicha konzentrieren würden.»

Allerdings erwies sich die Maßnahme schnell als untauglich. Denn wie beim 21:22 in der EM-Generalprobe gegen Ungarn versagten die deutschen Spieler im Angriff. So rannte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) erst einem 2:5-Rückstand (9.) und später einem 3:9 (12.) hinterher. Allein bis zum zwischenzeitlichen 5:11 (23.) hatten die Mannen um Kapitän Pascal Hens zehn klare Chancen kläglich vergeben. «Das war eine ganz schreckliche Leistung in den ersten 30 Minuten. Es kann nur besser werden. Das war ganz, ganz schlecht», beklagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier zur Pause im ZDF.

Zum Auftakt der zweiten Hälfte wirkte die deutsche Mannschaft wie ausgewechselt. Mit mehr Mut und größerer Konsequenz im Abschluss startete das Team seine Aufholjagd und war beim 16:17 (38.) wieder auf Tuchfühlung. Doch wegen erneut schwacher Chancenverwertung kam es nie zum Ausgleich. Stattdessen geriet das DHB-Team mit 19:24 (51.) ins Hintertreffen und auf die Verliererstraße.

In der vermeintlich leichtesten Vorrundengruppe hat sich die deutsche Mannschaft das Erreichen der Hauptrunde vorgenommen, um so die Chancen auf einen Platz in der Olympia-Qualifikation als Minimalziel zu wahren. «Es gibt schwierigere Gruppen. Sie ist machbar, aber wir müssen in alle Spiele sehr konzentriert gehen», sagte Bundestrainer Martin Heuberger.

Zudem sah der Nachfolger des ins Verbandsmanagement gewechselten Heiner Brand seine Auswahl in der Pflicht, Werbung für den Handball zu machen. «Man spürt schon eine Aufbruchstimmung in der Mannschaft, dass sie die beiden letzten Turniere, die nicht so gut gelaufen sind, vergessen zu machen», meinte der Schutterwälder. Bei der EM vor zwei Jahren in Österreich war das DHB-Team Zehnter geworden. Vor Jahresfrist blieb der Weltmeister von 2007 bei der WM in Schweden gar auf dem elften Rang hängen und verpasste durch die bislang schlechteste WM-Platzierung die angestrebte Qualifikation für ein Olympia-Qualifikationsturnier.

Am Tag vor dem Auftaktspiel hatte Heuberger sein offizielles Aufgebot auf 15 statt der erlaubten 16 Spieler reduziert und dabei auf den Lemgoer Martin Strobel verzichtet. Damit vertraut der Bundestrainer auf der Spielmacherposition dem Berliner Sven-Sören Christophersen als möglichen Ersatz für Stammregisseur Michael Haaß (Göppingen).

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