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SG Pforzheim/Eutingen

Foto: Ripberger, PZ-Archiv
Foto: Ripberger, PZ-Archiv
16.03.2019

Herber Rückschlag: SG Pforzheim/Eutingen verliert zuhause gegen Neckarsulm

Ausrutschen verboten, lautete die Devise vor dem Spiel. Denn im Kampf um die Aufstiegsplätze biegen die Mannschaften der Handball-Oberliga Baden-Württemberg allmählich auf die Zielgerade ein.

Doch was die SG Pforzheim/Eutingen am Samstagabend beim bitteren 23:28 (10:13) gegen die Neckarsulmer Sport-Union bot, war das krasse Gegenteil. Fast über die gesamte Spielzeit hinweg agierte das Team von Trainer Alexander Lipps in der Abwehr fahrlässig und unkonzentriert und im Angriff ohne Ideen und Durchschlagskraft. „Wir konnten die vielen Ausfälle im Rückraum einfach nicht mehr kompensieren“, suchte Lipps nach Erklärungen und Entschuldigungen.

In der Tat ist es so, dass mit Julian Broschwitz, Tom Schlögl und Nicolai Gerstner drei tragende Säulen auf der Position Rückraum Mitte verletzt fehlen. Angeschlagen ist auch Paul Lupus, der kaum trainieren konnte, am Samstagabend in der Bertha-Benz-Halle aber auf die Zähne biss. Zu allem Übel verletzte sich im Verlauf der ersten Halbzeit auch noch Leon Gerstner am Sprunggelenk. Der A-Jugendspieler sollte es auf der Spielmacherposition richten, musste sich die zweite Hälfte aber von der Bank ansehen.

Die vielen Ausfälle sind natürlich eine Erklärung für den herben Rückschlag im Aufstiegsrennen. „Trotzdem darfst Du gegen so eine Mannschaft nicht so schwach spielen. Wir hatten trotz der vielen Ausfälle die Möglichkeit, die Partie zu gewinnen. Das war ein klarer Rückschlag“, ärgerte sich Routinier Manuel Mönch nach der blutleeren Leistung seines Teams.

Im Hinspiel hatte die SG die Autostädter noch mit 33:21 deklassiert. Und auch das Rückspiel begann nicht schlecht. Nach zehn Minuten führte die Gastgeber 6:3, nach 15 Minuten 8:6. Doch plötzlich war der Wurm drin. Der neunte SG-Treffer fiel zwölf (!) Minuten später in der der 27. Minute durch Felix Lobedank, der auch keinen guten Tag erwischt hatte, zum 9:11. Nur zwei Tore glückten dem Aufstiegsaspiranten in den zweien 15 Minuten der ersten Hälfte. Weder aus dem Rückraum noch über die Außen gelang es, der konzentrierten und groß gewachsenen Abwehr der Heilbronner Vorstädter gefährlich zu werden. Alexander Lipps wirkte fassungslos und lief aufgeregt die Seitenlinie auf und ab. Auch die Tatsache, dass man nur eine Zeitstrafe kassierte, der Gegner hingegen sechs, half nicht weiter. Im Gegenteil: Kurz vor der Pause erzielte Neckarsulm in doppelter Unterzahl das 10:13 gegen konsternierte Pforzheimer.

Wer gehofft hatte, dass die SG nach dem Wechsel die Kurve kriegt, wurde bitter enttäuscht. Neckarsulm ging bis zur 40. Minute mit 18:13 in Front und führte nach 50 Minuten vorentscheidend mit 24:17. Lipps ließ nun offensiver decken, ging später zur offenen Manndeckung über. Doch auch das fruchtete nicht. „Wir haben gegen Pforzheim noch nie gut ausgesehen. Aber dieses mal waren wir sehr diszipliniert und haben wirklich ein super Spiel abgeliefert“, freute sich Neckarsulms Coach Clemens Borchardt.

Sein Kollege Alexander Lipps hingegen hofft, dass die Verletztenliste bis zum Wochenende und einem weiteren Heimspiel gegen die SG Heddesheim nicht noch länger wird. Aufgrund der Tatsache, dass sein Team personell auf dem Zahnfleisch geht, wollte er auch nicht allzu kritisch sein. „Ich muss die Jungs vor dem nächsten Heimspiel aufrichten“, lautet jetzt seine Devise.