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Nöttingens Torhüter Robin Kraski klärt in höchster Not gegen den Pirmasenser Patrick Freyer (weißes Trikot). Generell aber lässt der FCN zu viele gegnerische Torchancen zu und kassiert zu viele Gegentore. Ripberger
Nöttingens Torhüter Robin Kraski klärt in höchster Not gegen den Pirmasenser Patrick Freyer (weißes Trikot). Generell aber lässt der FCN zu viele gegnerische Torchancen zu und kassiert zu viele Gegentore. Ripberger
26.09.2016

Herbstliche Tristesse droht: FC Nöttingen in der Fremde gefordert

Als Dubravko Kolinger den Spielern des FC Nöttingen nach dem 3:1-Heimsieg gegen Walldorf vor eineinhalb Wochen zwei freie Tage gab, konnte man das als Belohnung verstehen. Doch aus Sicht des Trainers war es vor allem eine Reaktion auf die hohe Belastung, die für seine Spieler durch viele englische Wochen in der Regionalliga Südwest entstanden war.

Konsequent, dass es nun erneut zwei freie Tage gab, obwohl das Heimspiel am Samstag gegen den FK Pirmasens mit 2:3 verloren gegangen war. „Wir müssen schauen, dass wir die Köpfe freibekommen“, so Trainer Dubravko Kolinger.

„Uns klebt das Pech an den Stiefeln“, ärgerte sich der FCN-Coach über den verschenkten Sieg. Tatsächlich hätte sein Team, das durch die Tore von Michael Schürg (66.) und Niklas Kolbe (69.) 2:1 führte, vermutlich gewonnen, hätte der eingewechselte Mattia Maggio in der 78. Minute den Ball aus kurzer Entfernung ins Netz statt an die Unterkante der Latte gedroschen. So aber sprang der Ball zurück, Pirmasens blieb im Spiel und sicherte sich durch einen späten Doppelschlag (81./86.) sogar noch die Dreierwertung.

Doch alleine mit Pech lässt sich das aus Nöttinger Sicht nicht erklären. Die Chancen zu vergeben ist das eine, späte Gegentore zu kassieren, das andere. Bereits Mitte vergangener Woche hatten die Nöttinger beim 2:4 in Saarbrücken zumindest einen Zähler durch späte Gegentreffer verschenkt. Überhaupt zeigt ein Blick auf die Tabelle, dass Nöttingen mit Abstand die meisten Gegentore der Liga kassiert, rund 2,5 pro Spiel. Das ist einfach zu viel und auf Dauer auch mit guten Angriffsleistungen nicht zu kompensieren, selbst wenn der FCN aktuell mit 17 erzielten Toren zu den Top 4 der Liga zählt.

Bitter war die Niederlage auch, weil Pirmasens zu den Gegnern zählt, gegen die man im Kampf um den Klassenerhalt punkten sollte, besonders daheim, wo Nöttingen alle seiner bisher zehn Zähler geholt hat.

Auswärts gab es bislang in der Liga nichts zu erben, und das trübt den Ausblick. Denn im Oktober warten in der Regionalliga bei Watzenborn-Steinberg, Hoffenheim II, Trier und Waldhof Mannheim gleich vier Auswärtspartien, dazwischen das Pokal-Viertelfinale – beim SV Spielberg. Das einzige Heimspiel des Monats bestreitet die Kolinger-Elf am 21. Oktober gegen die Stuttgarter Kickers.

Schon jetzt im Keller

Kriegen die Nöttinger auswärts nicht schnellstens die Kurve, droht statt eines goldenen Oktobers herbstliche Tristesse. Schon jetzt ist der FCN Drittletzter der Tabelle, hat nur noch die Offenbacher Kickers und Eintracht Trier hinter sich. Und Offenbach steckt ja nur im Tabellenkeller, weil der Traditionsclub aus Hessen mit einer Hypothek von neun Minuspunkten gestartet war.