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Sprung, Wurf, Treffer: Insgesamt sechsmal netzte Manuel Mönch (links) gegen Zweibrücken ein. Hennrich
Sprung, Wurf, Treffer: Insgesamt sechsmal netzte Manuel Mönch (links) gegen Zweibrücken ein. Hennrich
04.09.2016

Hinten stark, vorne schwach: SG Pforzheim/Eutingen schlägt Zweibrücken mit 21:18

Alexander Lipps wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Der Trainer der SG Pforzheim/Eutingen eilte nach der Schlusssirene schnell zu Mile Matijevic und umarmte ihn herzlich. Der neue Torhüter des Aufsteigers in die 3. Handball-Liga zeigte eine überragende Leistung und war ein Garant dafür, dass die Premiere in der neuen Spielklasse am Ende eine gelungene wurde.

Mit 21:18 (10:9) besiegten die Pforzheimer den SV 64 Zweibrücken am Samstagabend vor 600 Fans in der Bertha-Benz-Sporthalle. Das Ergebnis passte, die Leistung, vor allem im Angriff, war nicht berauschend. Da gibt es noch viel Luft nach oben.

Hauptsache gewonnen! So der Tenor bei Spielern und Verantwortlichen der SG. „Das erste Spiel ist immer schwer. Das hier ist 3. Liga. Viele Jungs von uns haben das noch nie gespielt“, meinte Manuel Mönch, einer der wenigen Akteure, der mit seinen sechs Toren auch offensiv zu überzeugen wusste. „Wir waren noch ein bisschen nervös. Aber die Abwehr war super bei nur 18 Gegentoren“, sagte SG-Neuzugang Goran Gorenac, dessen Quote mit drei Toren auch noch ausbaufähig ist. Nach drei teilweise überflüssigen Zeitstrafen war für den 2,08 Meter langen Kroaten nach 53 Minuten vorzeitig Feierabend.

Übers ganze Gesicht strahlte auch Mile Matijevic. Der neue SG-Keeper, Serbe, 30 Jahre alt und vom TV Großwallstadt gekommen, war der Mann des Spieles. „18 Gegentore in 60 Minuten, das ist sehr gut. Ich denke aber, dass wir insgesamt erst bei 70 Prozent unseres Leistungsvermögens sind“, meinte der Zerberus mit Potenzial zum Publikumsliebling.

Viele Fehler und Zeitstrafen

Matijevic zog Zweibrücken in den letzten drei Minuten den Zahn – im Duett mit Dominik Seganfreddo. Der SG-Rechtsaußen erzielte in der 57. Minute das 20:17. Auf der Gegenseite hielt Matijevic den Siebenmeter von Tom Grieser – das war’s.

Gegen einen ersatzgeschwächten Gegner aus Zweibrücken entwickelte sich eine torarme Partie mit zahlreichen technischen Fehlern und vielen Zeitstrafen – vor allem gegen den Gastgeber (10). In Unterzahl ersetzte SG-Coach Alexander Lipps durchgehend den Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler, was nach den neuen Regeln jetzt relativ einfach möglich ist. „Dadurch hatten wir in Überzahl fast nie einen Vorteil“, ärgerte sich Gästecoach Tony Hennersdorf. Er selbst habe an diesem Tag nicht die Spieler gehabt, um die neue Regel auch zum eigenen Vorteil zu nutzen. Zweibrücken gestaltete die Partie dennoch ausgeglichen, vor allem durch die neun Tore des überragenden Nils Wöschler. Erst in den letzten Minuten machte die junge SG-Truppe den Sack zu und hamsterte somit die ersten Punkte für den Klassenerhalt.