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Carlos Soteras-Merz (Mitte) vom TV Pforzheim ist fürs Länder-Testspiel gegen Chile nominiert. Foto: J. Keller
01.11.2017

Hochspannung beim Rugby-Gipfeltreffen: TV Pforzheim unterliegt Heidelberger RK

Pforzheim. Im Gigantentreffen der beiden stärksten deutschen Rugbyteams der 2010er-Jahre an Allerheiligen im SüdwestEnergie-Stadion in Pforzheim-Eutingen behielt Meister Heidelberger RK in einem überaus spannenden Spiel beim Vizemeister TV Pforzheim knapp mit 33:27 die Oberhand.

Bildergalerie: Rugby-Gipfeltreffen: TV Pforzheim von HRK knapp geschlagen

Da der TVP zu vier Versuchen im Heidelberger Malfeld eintauchen konnte und nur sechs Spielpunkte Differenz zuließ, gab es für die Pforzheimer wenigstens zwei Bonuspunkte. Damit sind sie nun punktgleich mit dem Tabellendritten SC Frankfurt und bleiben im Rennen um Platz zwei, der für die Teilnahme am Halbfinale der Rugby-DM qualifiziert.

Über 400 Zuschauer sahen ein lebhaftes, extrem spannendes Rugbyspiel auf hohem Niveau, in dem beide Teams phasenweise dominierten. Am Ende trennten die beiden Dauer-DM-Finalgegner nur ein erhöhter Versuch. Allerdings hatten die Heidelberger nicht alle Stars am Start, zum einen wegen Verletzungen, zum anderen wegen der doppelten Belastung bei den internationalen Auftritten des HRK.

Überraschende TVP-Führung

Vor dem Spiel sah es so aus, als müssten die etwas glück- und mutlos in die Saison gestarteten „Rhinos“ eine hohe Niederlage gegen bislang ungeschlagene Heidelberger fürchten. Die erste Viertelstunde drängte der HRK mit aller Macht bis an die Mallinie der Gastgeber, doch stets wurden die Angriffe abgewehrt. Quasi aus dem Nichts heraus tankte sich Ben Roper beim ersten Angriffsversuch der Pforzheimer in der 17. Minute durch die Abwehrreihe des HRK. Sieben Minuten später sprintete Josh Gando zum zweiten Versuch. Der TVP führte überraschend mit 10:0.

Aber das Glückspendel schlug um. Ein Fehler von Luke Wakefield bescherte dem HRK den unnötigen Ballbesitz und den ersten Versuch. Doch es kam noch dicker. Zwei Gelbe Karten (zehnminütige Platzverweise) für Kelvin de Bruyn und Manasah Sita ließen den TVP kurz vor der Halbzeit nur noch mit 13 gegen 15 Mann anrennen. Wie im DM-Finale 2017 in Berlin warf das die Pforzheimer entscheidend zurück, denn solche Gastgeschenke weiß der deutsche Meister immer zu nutzen. So gingen die Heidelberger zur Hälfte mit 14:10 in Führung.

TVP mit starkem Endspurt

Mit einem perfekt verwandelten Straftritt aus rund 40 Metern Entfernung verkürzte zwar Carlos Soteras-Merz, der zuvor zwei Erhöhungskicks nicht verwandeln konnte, auf 13:14, doch das änderte nichts am Lauf des HRK. Bis zur 71. Minute gingen die Heidelberger durch drei weitere Versuche mit 33:13 in Führung. Bis zu diesem Moment sah es so aus, als wäre die Messe gelesen. Doch der TVP stemmte sich gegen die drohende Klatsche. Wakefield und Sita legten in den letzten Minuten des Spiels noch zweimal das Leder-Ei im HRK-Malfeld ab. Wären die 80 Minuten Spielzeit nicht schon abgelaufen gewesen, hätte der plötzlich wieder druckvollere TVP vielleicht doch noch die Sensation geschafft. So blieb es bei nicht unbedingt erwarteten, aber dringend benötigten zwei Bonuspunkten.

Erstmals gab es im Vorfeld und in der Halbzeitpause des Spiels einen „Rugby-Kindergarten“ auf dem Trainingsplatz. „Beim TVP wächst Großes heran“, freute sich Teammanager Jens Poff über die ersten Erfolge einer konzentrierten Jugendarbeit, die er als wichtige Basis für die nahe Zukunft des Vizemeisters sieht. uh

TVP-Versuche: Ben Roper, Josh Gando, Luke Wakefield, Manasah Sita

TVP-Kicks: Carlos Soteras-Merz (2 von 4 Erhöhungen, 1 Straftritt)

Das nächste Spiel des TVP vor der Winterpause: Samstag, 4. November, 15 Uhr, RG Heidelberg - TV Pforzheim

 

Mannschaft

Spiele

Punkte

+/-

1

Heidelberger RK

6

30

+374

2

RG Heidelberg

7

30

+122

3

SC Frankfurt 1880

7

22

-6

4

TV Pforzheim

7

22

+94

5

TSV Handschuhsheim

7

19

-64

6

Neckarsulmer SU

6

9

-63

7

RK Heusenstamm

7

7

-146

8

SC Neuenheim

7

3

-311