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In dieser Saison – bisher – in vertauschten Rollen: Marvin Pourié (ein Saisontor) gratuliert Manuel Stiefler zu seinem bereits dritten Treffer.  Foto: dpa/Karmann 

Hochverdientes 1:1 – Mit neuem System zieht der KSC dem FCN den Zahn

Nürnberg. Es lief die zweite Minute der Nachspielzeit, als ein Kopfball von KSC-Verteidiger Daniel Gordon knapp über das Nürnberger Gehäuse strich. Es wäre der 2:1-Siegtreffer für den Karlsruher SC gewesen – das Team, das in der vergangenen Saison noch in der dritten Liga gespielt hat, hätte gegen den Erstliga-Absteiger gewonnen.

Unverdient wäre dies nicht gewesen. Denn nach durchwachsenem Beginn kamen die Badener beim 1:1 (1:1) in Nürnberg immer besser ins Spiel, während dem FCN zusehends Selbstvertrauen und Siegeswille abhandenkamen. Dabei war der Club vor über 30.000 Zuschauern in Führung gegangen. Johannes Geis hatte per Foulelfmeter das 1:0 erzielt, nachdem Dirk Carlson Nürnbergs Nikola Dovedan im Strafraum gefoult hatte (24.). „Das kann man geschickter lösen“, sagte Trainer Alois Schwartz, der dem 21-jährigen Luxemburger ansonsten eine „starke Partie“ zu Gute hielt.

Erneutes Tor gegen Ex-Club

Doch der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Manuel Stiefler traf wie bereits in der Vorwoche gegen Sandhausen gegen einen ehemaligen Arbeitgeber. Nach schönem Zuspiel von Lukas Grozurek schoss er den Ball mit dem Außenrist vorbei an FCN-Keeper Christian Mathenia ins Tor (40.).

Im zweiten Durchgang war der KSC dann die bessere Mannschaft. Zwar hatte auch der Club zwei Chancen, das Spiel durch Michael Frey (61.) und den ansonsten eher unauffälligen Calmbacher Robin Hack (67.) für sich zu entscheiden. Doch das wäre angesichts des Spielverlaufes ein Hohn gewesen, schließlich war es der KSC, der das Spiel nach dem Nürnberger Führungstreffer im Griff hatte. Marvin Wanitzek (49.), Marvin Pourié (72.) und Lukas Fröde (77.) vergaben gute Möglichkeiten. „Mich hat schon gewundert, dass bei den Nürnbergern nach ihrer Führung ein Bruch im Spiel war“, sagte Mittelfeldmann Fröde. „Wir hätten hier auch gewinnen können.“

Ein Sechser, ein Stürmer

Fröde spielte als einziger Sechser im neu erprobten 4-1-4-1-System (Angreifer Philipp Hofmann musste auf die Bank) und zeigte eine gute Partie. Das galt auch für seinen beiden Vorderleute Wanitzek und Stiefler, die sowohl defensiv als auch offensiv überzeugten. Mit drei Mann in der Mittelfeldzentrale gelang es dem KSC so, den in diesem Bereich mit Geis, Sebastian Kerk und Hack stark besetzen Franken Paroli zu bieten. Im Gegensatz zu den vergangenen Spielen, in denen der KSC meist mit langen Bällen oder über die Außenbahnen das Mittelfeld zu überbrücken versuchte, waren diesmal auch schöne Spielzüge über das Zentrum zu sehen. Der zusätzliche Kollege tat dabei vor allem Wanitzek gut.

„Nürnberg hat kein Tempo ins Spiel bekommen“, analysierte Schwartz. „Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht und waren dem 2:1 näher als der Gegner.“