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Im Gleichschritt über die Hürden zum erneuten Titel: Constantin Preis....  Foto: dpa/Pförtner 
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... und Carolina Krafzik.  Foto: dpa/Pförtner 

Hürden-Asse Carolina Krafzik und Constantin Preis bescheren Pforzheim wieder Doppel-Gold bei Deutscher Meisterschaft

Braunschweig/Pforzheim. Sie haben es wieder getan: Carolina Krafzik und Constantin Preis haben dem Leichtathletikkreis Pforzheim erneut doppeltes Gold bei den Deutschen Meisterschaften beschert. Wie schon bei den Titelkämpfen des Jahres 2019 stürmte das Duo aus Öschelbronn und Pforzheim in Braunschweig über 400 Meter Hürden zum Sieg. War der doppelte Titelgewinn vor einem Jahr noch etwas überraschend, zeichnete sich die Wiederholung 2020 ab. Krafzik und Preis, die beide für den VfL Sindelfingen starten, waren bereits in den Vorläufen die schnellsten und als Favoriten ins Finale gegangen.

Während Carolina Krafzik in 55,89 Sekunden im Ziel knapp eine Sekunde Vorsprung vor Dajila Böhm hatte, ging es bei den Männern deutlich enger zu. Mit 49,57 Sekunden lang Constantin Preis nur gut drei Zehntel vor Emil Agyekum (SSC Berlin/49,78) und knapp eine Sekunde vor Joshua Abuaku (LG Eintracht Frankfurt/50.50). Der Läufer des hessichen Vereins hatte das Rennen in einem hochen Tempo angegangen und bis in die Kurve vor der Zielgerade geführt. „Aber ich habe gesehen, dass ich ab Hürde fünf langsam die Kontrolle wieder gewinnen. Und dann habe ich im Schlussspurt meine Stärke ausgespielt“, analysierte Constantin Preis den Rennverlauf später. Stark im Endspurt war auch Agyekum, der ebenfalls an Abuaku vorbeizog, Preis aber nicht mehr einholen konnte. Der Pforzheimer lief mit in die Höhe gerecktem rechten Zeigefinger ins Ziel und klopfte sich dann mit der Faust auf die Brust.

Ganz nüchtern kommentierte Carolina Krafzik ihren großen Erfolg. „Ich bin froh, eine 55er-Zeit gelaufen zu sein. Das hatte ich mir fest vorgenommen. Deswegen bin ich völlig zufrieden und über den Meistertitel freue ich mich natürlich auch.“ Dabei hatte die Öschelbronnerin sogar noch Zeit für taktische Finessen. „Ich habe während des Laufes etwas ganz Neues gemacht. ich länger, nämlich bis zur sechgsten Hürde, im 15er-Rhythums gelaufen und haber erst in der Kurve auf 17 Schritte gewechselt. Das war gar nicht vorgesehen, aber ich konnte den Schritt lang ziehen und dann hat das gut gepasst.“ Die 55.89 Sekunden sind aktuell die drittbeste Zeit, die 2020 in Europa gelaufen wurden.

Constantin Preis hält aktuell mit 49,49 Sekunden sogar die Jahresweltbestzeit in seiner Disziplin, seine persönliche Bestmarke liegt bei 29,23. Nächsten Freitag will er nun beim Diamond League in Monaco versuchen, die 49er-Marke anzugreifen.