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Gas geben will Innenverteidiger Tim Sebastian (links) ab Juli für den KSC. Doch vorher geht es für ihn darum, mit seinem Club Hansa Rostock den Klassenerhalt zu schaffen.
Tim Sebastian © dpa-Archiv
01.04.2008

„Ich bin absoluter Teamspieler“

Die Lücke, die Tim Sebastian nächste Saison beim Fußball-Bundesligisten Karlsruher SC schließen soll, ist groß. Der 24-jährige Innenverteidiger von Hansa Rostock wird Nachfolger des scheidenden KSC-Kapitäns Mario Eggimann. Eine schwere Aufgabe, wie Sebastian im Gespräch mit PZ-Mitarbeiter Peter Putzing einräumt.

Pforzheimer Zeitung: Herr Sebastian, warum haben Sie sich für den KSC entschieden?
Tim Sebastian: Weil ich etwas Neues kennenlernen will und ich von der Qualität der Mannschaft überzeugt bin. Es war Zeit, dass die Vereine den Wechsel endlich bekannt gegeben haben. Das Rumgeeiere musste ein Ende haben.

PZ: Freuen Sie sich schon auf den 12. April, wenn Sie mit Hansa Rostock in Karlsruhe gastieren?
Sebastian: Klar. Ich hoffe, dass ich auch spielen werde. Natürlich will ich den KSC-Fans zeigen, dass es die richtige Entscheidung war, mich zu verpflichten. Ich schaue aber derzeit vor allem noch auf den FC Hansa. Wir brauchen Punkte, um in der Bundesliga zu bleiben.

PZ: Sie treten beim KSC in große Fußstapfen, die von Mario Eggimann hinterlassen werden. Er ist ein Top-Abwehrspieler, zudem der Kapitän der Karlsruher. Haben Sie ähnliche Führungsqualitäten?
Sebastian: Ich will mich mit keinem Spieler vergleichen. Dazu kenne ich
Mario auch nicht gut genug. Ich will meine eigene Note reinbringen. Aber ich bin, wie er, ein Spieler, der mit wenigen Fouls auskommt. Ich versuche, ruhig und abgeklärt zu spielen, immer die Situation spielerisch zu lösen und den Ball nicht einfach wegzuschlagen.

PZ: Sie sagten, Sie kennen Mario Eggimann zu wenig. Kennen Sie einen anderen KSC-Akteur besser?
Sebastian: Mit Godfried Aduobe habe ich zusammen bei Rostock gespielt, gegen Maik Franz früher ab und zu in der Jugend.

PZ: Was wissen Sie sonst über die KSC-Elf?
Sebastian: Dass die einen richtig guten Zusammenhalt haben und der Teamgeist stimmt. Das ist auch gut für mich, denn ich bin ein absoluter
Teamspieler.

PZ: Haben Sie sich schon überlegt, wie Sie Ihren Einstand feiern?
Sebastian: Daran habe ich noch nicht gedacht. Bei manchen Clubs müssen die Neuen ja etwas singen. Ich hoffe, das bleibt mir erspart.

PZ: Was Sie wohl aber müssen ist: Neben dem als Provokateur verschrieenen Maik Franz in der Innenverteidigung spielen.
Sebastian:  Provokateur? Das sehe ich ganz anders. Ich finde es gut, dass er auf dem Platz aus sich rausgeht und versucht, die Mannschaft mitzureißen. Maik sorgt dafür, dass ein Spiel nicht so dahinplätschert. Ich finde sogar, das sollte er ausbauen.
Und so wie ich das beurteilen kann, spielt er auch fair. Dass man einmal dem Gegenspieler auf den Fuß tritt, das passiert, das ist normal. Hinzu kommt: Die Stürmer, gegen die wir in der Bundesliga spielen, sind alles andere als Weicheier, die teilen genauso aus.

PZ: Der KSC spielt bisher eine überragende Saison. Diese Leistung in der kommenden Spielrunde zu bestätigen, wird für alle Beteiligten schwer. Für einen Neuen wohl ganz besonders.
Sebastian: Karlsruhe spielt wirklich eine grandiose Saison. Ich denke aber auch, dass die Abgänge kompensiert werden können und daher traue ich dem KSC auch in der kommenden Saison eine ähnliche Topleistung zu.

PZ: KSC-Trainer Edmund Becker sagt, Sie hätten keinen Freifahrtschein und müssten sich erst gegen Martin Stoll durchsetzen.
Sebastian: Das ist klar. Aufstellungsgarantien gibt’s nicht.

PZ: Man kennt Tim Sebastian im Badischen noch nicht. Was machen Sie, wenn Sie nicht Fußball spielen?
Sebastian:  Sport. Ich mache ganz viel Sport. Ich spiele Tennis, Volleyball, Badminton oder Squash.