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27.09.2017

„Ich will aufsteigen, und da bin ich nicht der Einzige“

PZ-Interview mit Marcel Mehlem vom Karlsruher SC über seine Saisonziele und den plötzlichen Aufstieg zur Stammkraft.

PZ: Herr Mehlem, Die Routiniers Kai Bülow und Andreas Hofmann waren beim Karlsruher SC zu Beginn der Spielzeit im defensiven Mittelfeld als Stammspieler gesetzt. Jetzt sind beide verletzt, und Sie plötzlich Stammkraft. Bangen Sie um Ihren Platz, wenn die beiden wieder fit sind?

Marcel Mehlem: Ich arbeite weiter, was wird weiß ich nicht. Das weiß nur der Trainer, das ist Sache des Trainers. Ich werde in jedem Spiel, in jedem Training alles raushauen, um drin zu bleiben.

Gegen Erfurt zeigten Sie Ihre beste Leistung im KSC Trikot.

Ich war zufrieden mit meiner Leistung, zufrieden mit dem Sieg gegen Erfurt, den wir uns erarbeitet haben. Der steht über allem. Kämpferisch war das eine Topleistung von uns allen. Dieser Sieg gibt uns Sicherheit. Das gibt uns einen Ruck nach vorne.

Trotz guter Vorstellung wurden Sie gegen Erfurt ausgewechselt. War das okay?

Der Schiri hat mir nach einem Foul von mir signalisiert, dass ich, weil ich bereits verwarnt war, vorsichtig sein soll, Gelb-Rot würde sonst drohen. Das habe ich dem Trainer gesagt. Ich wollte auch raus, das Risiko war zu groß.

Sie haben wenig Erfahrung. Wo können Sie sich und wo das KSC- Team verbessern?

Ich und die Mannschaft können uns auf allen Gebieten verbessern. Da denke ich zum Beispiel an die Partie in Großaspach. Es wird nicht immer komplett zu verhindern sein, dass du mal ein Gegentor hinnehmen musst, gerade auswärts. Aber wenn wir dort unsere guten Gelegenheiten nutzen, dann gehen wir als Sieger vom Feld. Hinten stehen wir gut, vorne erarbeiten wir uns Chancen, aber dann fehlt uns momentan noch die letzte Konsequenz.

Aber auch Ihnen fehlt noch ein Torerfolg …

Ich hatte bisher zwei Chancen, eine vergab ich, einmal landete mein Schuss am Pfosten. Ich habe mir ganz fest vorgenommen, dass auch ich da künftig konsequenter vor dem Tor bin, am besten schon in Meppen, so sich die Gelegenheit ergibt.

Gegen Erfurt ist das Team als Tabellenletzter aufgelaufen. Hat Sie das belastet, irgendwie beeinflusst?

Ich schaue im Moment nicht so oft auf die Tabelle, habe das erst kurz vor dem Spiel realisiert. Das war eine komische Situation, als Tabellenletzter in der 3. Liga in eine Partie zu gehen. Aber sobald der Anpfiff erfolgt war, war das vergessen. Mir war zudem klar, dass wir bei einem Sieg weit in der Tabelle nach oben rücken. In der 3. Liga ist alles eng.

Sie sagen alles sei eng. Lautet Ihr Saisonziel noch immer: Aufstieg?

Ein eindeutiges Ja! Ich will aufsteigen, und da bin ich nicht der Einzige. Wir sind auf einem guten Weg, es wird stetig besser. Aber wir müssen vor allem von Spiel zu Spiel denken. Wenn wir jetzt den ersten Auswärtsdreier holen, sind wir auf einem sehr guten Weg.

Das heißt, Sie erwarten in der Partie in Meppen einen KSC- Sieg?

Es ist klar, dass in Meppen der nächste Sieg unser Ziel ist.

Auffällig ist, wie gut Sie mit Marvin Wanitzek im zentralen Mittelfeld harmonieren.

Es war mir klar, dass ich einen Spieler wie Marvin brauche. Einen, der den Ball auch mal hinten abholt, der das Spiel von einer Seite auf die andere verlagern kann. Wir ergänzen uns gut. Er macht das Spielerische nach vorne, ich bin der Abräumer, ich halte ihm den Rücken frei. Das hat die letzten Spiele gut geklappt, so kann es weitergehen. Das Verständnis wird immer besser.

Ihr Bruder Marvin wechselte nach Darmstadt? Lästert der wegen des schlechten Starts?

Überhaupt nicht. Da wir oft zeitgleich spielen, können wir die Partie des anderen nicht vor Ort verfolgen, daher bleiben solche spaßigen, kleinen verbalen Raufereien aus. Zudem wünschen wir uns gegenseitig immer alles Gute.