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Zu oft schon feierten nach KSC-Spielen in dieser Saison nur die anderen. Bei St. Pauli gab es im Abstiegskampf eine 0:5-Klatsche gegen einen Abstiegskandidaten. Foto: dpa
Zu oft schon feierten nach KSC-Spielen in dieser Saison nur die anderen. Bei St. Pauli gab es im Abstiegskampf eine 0:5-Klatsche gegen einen Abstiegskandidaten. Foto: dpa
28.02.2017

Im Abwärtstrend: Testspiel gegen CfR offenbarte KSC-Schwächen im St.-Pauli-Spiel

Ein Testspiel taugt im Fußball nicht immer dazu, allzu viele allgemeingültige Erkenntnisse für die Arbeit mit einer Mannschaft abzuleiten. Doch das 2:2 des Karlsruher SC am vergangenen Mittwoch auf dem Platz des SV Spielberg gegen den Oberligisten 1. CfR Pforzheim wirkt im Nachhinein wie eine Blaupause für die 0:5-Klatsche, die der Zweitligist fünf Tage später im Abstiegskampf beim direkten Konkurrenten FC St. Pauli bezogen hat.

Vor allem in der ersten Halbzeit hatten die Karlsruher beim Test in Spielberg die gleichen Probleme offenbart, die sich in Hamburg zu einer veritablen Pleite auswuchsen: schwaches Zweikampfverhalten in der Defensive, große Probleme in der Rückwärtsbewegung bei gegnerischen Kontern, fehlende Kompaktheit, Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor.

Dabei hatte KSC-Trainer Mirko Slomka vor dem Gang nach Hamburg Zuversicht ausgestrahlt. „Wir haben uns in den letzten Spielen stetig verbessert“, attestierte er seinem Team. Nach dem 0:5-Debakel am Millerntor war der Coach bedient. „Pauli in allen Mannschaftsteilen besser. Eine ganz bittere Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten, wir sind nur hinterhergelaufen. Wir machen Pauli stark und uns klein.“

So klein, dass der KSC auf einen Abstiegsplatz abstürzte. Die Paulianer zogen auch am KSC vorbei, weil sie mehr liefen. 115,8 Kilometer waren die Karlsruher unterwegs – Ligamittelmaß. Die Gastgeber rannten vier Kilometer mehr. Und sie wirkten in praktisch allen Laufduellen schneller, spritziger. Phasenweise wirkte es, als stünden die KSC-Kicker ehrfürchtig Spalier, wenn die Gegenspieler den Turbo einschalteten.

Moritz Stoppelkamp brachte den Auftritt und die Auswirkungen auf den Punkt: „Was wird abgeliefert haben, war unterirdisch. So sind wir nicht zweitligatauglich.“ Besonders bedrückend: Der Abwärtstrend der Fächerstädter nimmt Fahrt auf. Zuletzt vier Spiele ohne Sieg, drei Niederlagen in Folge. Und: Zwölf Gegentreffer musste der KSC 2017 schon hinnehmen. Die Badener mutieren damit immer mehr zur Schießbude der Liga. Abwehrspieler wie Dennis Kempe, Bjarne Thoelke und Jordi Figueras sind auf Formsuche. Es war kein Trost, dass die Pauli-Fans die KSC-Spieler mit einem fröhlichen „Ihr seid besser, als der HSV“ verabschiedeten – der Hamburger Erstligist war zwei Tage zuvor 0:8 bei den Bayern untergegangen.

Oliver Kreuzer versuchte, die Wogen nach dem „Absaufen auf Pauli“ zu glätten: „Wir haben drei Punkte verloren, keine neun“, rechnete der Sportchef vor. „Ich weiß, das Team kann mehr und das wird es schon am Samstag gegen Hannover zeigen.“

Es klang aber auch ein wenig nach Durchhalteparolen, als Kreuzer erklärt: „Wir haben noch zwölf Spiele, alles ist möglich.“ Der Sportdirektor versuchte zugleich, Trainer Mirko Slomka aus der Schusslinie zu halten: „Ich sehe täglich, wie er arbeitet. Ich bin bei jeder Sitzung dabei. Die Ansprache stimmt.“