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Hand drauf: Günter Schweikardt (TVB Stuttgart/Zweiter von rechts) und Jörg Lupus (SG Pforzheim/Eutingen) besiegeln die Kooperation, flankiert von dem Sportlichen Leiter Wolfgang Lipps. Foto: Koller
Hand drauf: Günter Schweikardt (TVB Stuttgart/Zweiter von rechts) und Jörg Lupus (SG Pforzheim/Eutingen) besiegeln die Kooperation, flankiert von dem Sportlichen Leiter Wolfgang Lipps. Foto: Koller
16.09.2016

Im Blickfeld der Handball-Bundesliga: Kooperation zwischen SG Pforzheim/Eutingen und TVB Stuttgart

Pforzheim. Für Jörg Lupus ist klar: „Das ist ein neuer, großer Schritt für uns“, sagt der Vorsitzende der SG Pforzheim/Eutingen, als er eine Kooperation vorstellt. Der Kooperationspartner der Goldstadt-Handballer ist kein Geringerer als Erstligist TVB Stuttgart. Das B im Stuttgarter Vereinskürzel steht für Bittenfeld – das ist der Waiblinger Stadtteil, aus dem der Verein ursprünglich hervorgegangen ist.

Max Lupus trainiert beim TVB

Wie die Kooperation funktionieren soll, das kann derzeit an Linksaußen Max Lupus besichtigt werden. Der Sohn des Pforzheimer Vorsitzenden spielt erfolgreich für die SG in der 3. Liga, trainiert aber bereits seit drei Wochen auch beim Erstligisten unter Weltmeister Markus Bauer mit. Vielleicht steht er auch schon bald bei einem Bundesliga-Spiel im Kader, denn der TVB ist auf Linksaußen hinter Stammspieler Tobias Schimmelbauer dünn besetzt.

„Die erste Liga braucht Toptalente“, sagt Günter Schweikardt. Der 67-Jährige ist Sportdirektor beim TVB Stuttgart und schaut sich deshalb in der Region nach guten Nachwuchsspielern um. Den Begriff Region dehnt er dabei locker bis Pforzheim aus. Und in Handballerkreisen ist es ja kein Geheimnis, „dass bei der SG Pforzheim seit Jahren eine tolle und erfolgreiche Jugendarbeit betrieben wird“, so Schweikardt.

Der Stuttgarter Sportdirektor hat einen Blick für Talente. In den 70er-Jahren wurde er als Spieler mit Frisch Auf Göppingen Deutscher Meister, danach war er jahrelang bei seinem Heimatverein TV Bittenfeld Trainer, führte die Mannschaft von der Landesliga bis in die 2. Bundesliga. Aus dieser Zeit weiß er um die Gefahr, Toptalente an größere Clubs zu verlieren. Die Kooperation zwischen den Vereinen aus Stuttgart und Pforzheim nennt er deshalb eine „Win-Win-Situation“. Dass ein junger Spieler für zwei Clubs von der 1. bis zur 3. Liga gleichzeitig gemeldet werden kann ist im Handball durch das sogenannte Zweitspielrecht möglich.

Auch in Pforzheim sehen sie die Kooperation als Chance. „Natürlich besteht die Gefahr, dass ein junger Spieler plötzlich weg ist. Aber wenn die Spieler das nötige Potenzial haben, können wir sie sowieso nicht halten“, sagt Jörg Lupus. Die Kooperation biete nun die Gelegenheit, Talente länger an den Verein zu binden – anders als im Fall Pascal Kirchenbauer: Der Jugend-Nationalspieler hat die SG im vergangenen Sommer Richtung Zweitligist Friesenheim verlassen.

Auch umgekehrter Weg möglich

Auch für SG-Trainer Alexander Lipps überwiegen die Vorteile: „Das Andocken an einen Profikader bringt die jungen Spieler weiter.“ Und es ist ja auch nicht ausgeschlossen, dass künftig junge Spieler, die in Bittenfeld den Sprung in die Bundesliga (noch) nicht schaffen, bei der SG Pforzheim/Eutingen landen.