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Filip Kostic, auch wenn er hier am Boden liegt, zählt zu den Stuttgarter Hoffnungsträgern. Dass weiterhin ein Wechsel zum FC Schalke im Raum steht, trägt nicht dazu bei, die Lage beim VFB zu beruhigen. Foto: dpa
Filip Kostic, auch wenn er hier am Boden liegt, zählt zu den Stuttgarter Hoffnungsträgern. Dass weiterhin ein Wechsel zum FC Schalke im Raum steht, trägt nicht dazu bei, die Lage beim VFB zu beruhigen. Foto: dpa
01.10.2015

Im Derby gegen Hoffenheim steht VfB Stuttgart unter Druck

Gelingt in Hoffenheim kein Sieg, wird es für den VfB Stuttgart richtig ungemütlich. Verletzungen und Spekulationen um Wechsel sorgen für Unruhe bei den Schwaben.

Irgendwann reicht es. Irgendwann ist es auch Alexander Zorniger zuviel. Angesichts von sechs Niederladen in sieben Spielen und angespannter Personallage vor dem schweren Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr/Sky) haute der Trainer des VfB Stuttgart am Donnerstag mit beiden Fäusten auf den Tisch. „Nicht einmal José Mourinho kann vor einem Spiel garantieren, dass er es gewinnt. Natürlich will ich drei Punkte gewinnen, was denn sonst? Ich will auf Teufel komm’ raus Spiele gewinnen.“ Die Stimme von Zorniger wird lauter und lauter, wütender, zorniger. Aber dann beruhigt er sich wieder und greift zum Wasserglas: „Prost.“

Kritik nimmt zu

„Es geht in Stuttgart nicht um Zorniger, es geht einzig und allein darum, etwas Neues aufzubauen, leider läuft es momentan katastrophal, aber es geht darum, die Scheiße der letzten Jahre zu stoppen.“ Er hat es nicht leicht, dieser Zorniger. Obwohl er ein Neuer in der Bundesliga ist, ein Greenhorn im Geschäft ist er nicht. Und er weiß, dass die Kritik an ihm von Tag zu Tag zunimmt. In Sinsheim müssen sie gewinnen. Sonst wird es eng vor der Länderspielpause und der Mitgliederversammlung am 11. Oktober. „Ich traue bei allem Frust momentan auch meinen Leuten zu, dass sie bald einen Lauf haben werden.“

Es wird nicht einfacher. Torwart Mitchell Langerak und Robbie Kruse fallen noch länger verletzt aus, Filip Kostic vermutlich auch. Serey Diés Einsatz ist ebenso fraglich wie der von Christian Gentner. Der eine hat einen Magen-Darm-Virus, der Kapitän hat aufgrund von Achillessehnenproblemen in dieser Woche noch nicht trainiert. Auch Timo Baumgartl ist angeschlagen, der 19-Jährige laboriert an Problemen mit der Patellasehne.

Wenn das nur die einzigen Baustellen wären. Möglicherweise sind schon in der nächsten Transferperiode die nächsten Leistungsträger verschwunden. Dass Daniel Didavi spätestens nach der Saison nach Leverkusen wechselt, ist lange klar. Auch Martin Harniks Wechsel gilt als sicher. Kostic wurde und wird von Schalke 04 umworben, Georg Niedermeier steht auf dem Absprung, weil er sich mit der Reservistenrolle nicht anfreunden mag. Zorniger sagt: „Natürlich hoffe ich weiter darauf, dass Didavi bleibt, er weiß, dass er in Stuttgart sorgsamer behandelt wird als woanders. Und er hat eine klare Problematik im Kniegelenk.“ Aber es werde sicher ein paar Situationen geben, „die sich im Winter klären.“

Zorniger will nicht gelten lassen, dass er stur auf seinem System beharrt. Aber er will als konsequent gelten, „ich wechsle nicht ohne Not meine Stammformation“. In Sinsheim wird er es notgedrungen tun müssen, wenn sich die Lage auf der Krankenstation nicht bessert. Neuzugang Lukas Rupp steht auf dem Sprung. Andere warten auf ihre Chance. „Mit 14, 15 Leuten werden wir nicht durch die Saison kommen“, hat der Trainer schon vor seiner ersten Bundesliga-Saison gesagt. Aber er weiß eben auch, dass er keine Klasse-Spieler auf der Bank sitzen hat. Wie Pep Guardiola beim FC Bayern München.

Nur ein Sieg in Sinsheim verhindert, dass die Lage für Alexander Zorniger und den VfB Stuttgart noch bedrohlicher wird.

Mögliche Aufstellungen:

1899 Hoffenheim: Baumann – Kaderabek, Süle, Bicakcic, Toljan - Schwegler, Polanski – Rudy, Schmid – Volland, Kuranyi

VfB Stuttgart: Tyton – Klein, Sunjic, Baumgartl, Insua – Serey Dié, Gentner – Harnik, Didavi – Werner, Ginczek