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CfR Pforzheim

Beim 1. CfR Pforzheim jetzt fußballerisch vereint: Die Brüder Kreshnik (links) und Kusthrim Lushtaku.  Funke
Beim 1. CfR Pforzheim jetzt fußballerisch vereint: Die Brüder Kreshnik (links) und Kusthrim Lushtaku. Funke
10.01.2018

Im Duell der Traditionsclubs gut verkauft - CfR verliert gegen Saarbrücken

Der Oberligist 1. CfR Pforzheim traf im Rahmen eines Testspiels nicht nur auf den mit zehn Punkten Vorsprung unangefochtenen Tabellenführer der Regionalliga Südwest, sondern zugleich auf einen Club mit einer ganz bemerkenswerten Historie – den 1. FC Saarbrücken.

Der saarländische Traditionsclub, der 1963 zu den 16 Gründungsvereinen der Bundesliga gehörte, zählte insbesondere in den 1940er- und 1950er-Jahren zum Establishment des deutschen Fußballs, wurde 1943 und 1952 Deutscher Vizemeister.

Auf internationaler Bühne schlug der 1. FC Saarbrücken Spitzenmannschaften wie den FC Liverpool, Athletico Bilbao oder den AC Mailand. Nachdem die Saarbrücker am 21. Februar 1951 im altehrwürdigen Bernabeu-Stadion mit 4:0 sogar Real Madrid vom Platz fegten, das zuvor zwölf Jahre lang kein Heimspiel mehr verloren hatte, bezeichnete der damalige Fifa-Präsident Jules Rimet Saarbrücken als die „interessanteste Mannschaft Europas“.

Diese Zeiten sind vorbei – genau wie die ruhmreichen Jahre der Goldstädter, die vor rund 100 Jahren eine Reihe Nationalspieler hervorbrachten – doch mit Hingabe Fußball spielen beide Mannschaften auch heute noch. So auch am Dienstagabend, als die in abendlicher Kälte ausharrenden Fußballfans Zeugen eines attraktiven Fußballspiels auf dem Kunstrasenplatz des FC Bavaria im pfälzischen Wörth wurden. Die Begegnung gewannen die favorisierten Saarbrücker am Ende zwar deutlich und verdient mit 4:0, doch beide Teams agierten lange Zeit auf Augenhöhe Das fand auch Saarbrücken-Trainer Dirk Lottner, ehemaliger Kunstschütze und Kapitän des 1. FC Köln, der dem CfR „eine gute Spielorganisation“ bescheinigte. Allein im Abschluss zeigte sich der Regionalliga-Primus aus dem Saarland gegenüber dem CfR deutlich überlegen und verwandelte abgezockt seine Chancen. Gegenüber Saarbrückens überragendem Torverhältnis in der Regionalliga von 56:15 nimmt sich die Oberliga-Ausbeute Pforzheims mit 20:29 Toren recht spärlich aus. „Die Pforzheimer spielen mutig nach vorne, doch im Abschluss fehlt ihnen noch ein wenig die Durchschlagskraft“, erläuterte Lottner das Pforzheimer Dilemma. Hinzu kam, dass beim CfR einige Stammkräfte (Torwart Manuel Salz, Akiyoshi Saito, Toni Suddoth, Kushrim Lushtaku, Tim Schwaiger) fehlten.

Nachdem sich der CfR zur Behebung der Offensivschwäche bereits im Herbst mit dem 28-jährigen kosovarischen Nationalspieler Kushtrim Lushtaku erfolgreich verstärkt hatte, ist mit der Verpflichtung von dessen Bruder Kreshnik Lushtaku wohl ein kleiner Transfer-Coup gelungen. Denn wer die Aktionen des 23-jährigen Außenstürmers („Ich sehe mich links und rechts gleichermaßen stark“) während seines gut sechzigminütigen Debüts verfolgt hat, der sah einen sprint- und dribbelstarken, durchsetzungsfähigen und technisch äußerst versierten Neuzugang, der den Pforzheimern noch viel Freude bereiten kann. In der kosovarischen Heimat spielt Kreshnik in der U21-Nationalmannschaft.

Die Lushtaku-Brüder, die ge-meinsam in Bad Friedrichshall aufgewachsen sind und sich nun freuen, gemeinsam für den CfR zu kicken („Der Verein war uns gleich sympathisch“), blicken zuversichtlich auf die nun anstehende Oberliga-Rückrunde. „Den Klassenerhalt schaffen wir – ganz klar“, sagen sie.