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Rugby-Bundesliga: Erfolgsmodell TV Pforzheim

Den Gegner klar im Griff hatten die "Rhinos" des TV Pforzheim (grün-weiße Trikots). Der TVP hatte den RK Heusenstamm im letzten Spiel der Bundesliga-Saisn 2017/18 mit 63:19 besiegt. © Jürgen Keller
TV Pforzheim auf Titeljagd: Coach John Willis (rechts) und Kapitän Rob May feierten 2017 den erstmaligen Gewinn des DRV-Pokals. Den will der TVP 2018 verteidigen.  © Jürgen Keller
13.05.2018

Im Saisonfinale besiegt der TV Pforzheim den RK Heusenstamm mit 63:19

Pforzheim-Eutingen. Im Saisonfinale sprintet der TV Pforzheim zu einem ungefährdeten 63:19-Sieg gegen RK Heusenstamm.

Im Grunde war für beide Teams die Saison in der Rugby-Bundesliga 2017/18 schon gelaufen, doch im letzten Spiel der Saison zauberte der TV Pforzheim im heimischen SüdwestEnergie-Stadion in Pforzheim-Eutingen noch ein bisschen und der RK Heusenstamm kämpfte trotz schon in der Halbzeit quasi besiegelter Niederlage unverdrossen bis zum Abpfiff um einen Bonuspunkt.

So hatten die Zuschauer beim 63:19-Sieg des TVP ihren Spaß, auch wenn gegen Ende des Spiels nicht mehr alles richtig rund lief.

Bildergalerie: Pforzheimer Rugby-Fans sehen TVP-Sieg gegen RKH

Bildergalerie: Finale Rugby-Bundesliga: TV Pforzheim besiegt RKH

Die Pforzheimer „Rhinos“ waren von Beginn an drückend überlegen. Bei den Sprints immer einen Schritt schneller und wendiger, im Gedränge immer im Vorwärtsgang und auch bei den Einwürfen in die Gasse ließ der TVP nichts anbrennen – da dauerte es nur acht Minuten, bis der flinke Marc Hittel den ersten Versuch legte, dem bis zum Pausenpfiff noch sechs weitere Versuche zum 41:0-Halbzeitstand folgen sollten.

Szenenbeifall gab es immer dann, wenn die wendigen Sprinter der Pforzheimer zum Spurt ansetzten und sich durch die Reihen der Heusenstammer tanzten. Diesen überfallartigen Attacken hatte der RKH nicht viel entgegenzusetzen, gleichwohl die Hessen nie aufgaben und sich trotz der drohenden Klatsche immer wieder aufrappelten. Zuweilen fehlte es ihnen jedoch an der letzten Konsequenz und manchmal wohl auch etwas am Glück. Wie zum Beispiel kurz vor der Halbzeit, als die Heusenstammer bis auf Armlänge ans TVP-Malfeld herankamen, um dann den Ball an die Pforzheimer zu verlieren. Das Leder-Ei fiel Tafadzwa Chitokwindo im eigenen Malfeld in die Hände und der 7er-Rugby-Nationalspieler von Simbabwe honorierte das Gastgeschenk mit einem bejubelten Sololauf über die ganze Länge des Spielfelds zum 34:0 führte.

Selbst im Gedränge schob der TVP den Gegner nach Belieben übers Grün, was dann oft zur Basis von Angriffen wurde, in denen sich die athletischer wirkenden Pforzheimer Stürmer wie Rob May, Tim Kasten, Willians Portillo oder Antipas Kamkwindo als Versucheleger empfahlen.

In der zweiten Hälfte ließ es dann der TVP etwas ruhiger angehen, was der plötzlich im Angriff stärker wirkende RKH in den ersten zwölf Minuten zu zwei Versuchen zum 12:41 nutzte. Doch es sollte nur noch einer in der 63. Minute folgen. Zu wenig, um einen Offensiv-Bonuspunkt zu erhalten, und zu wenig, um das Ergebnis weniger deutlich zu gestalten. Die nicht mehr ganz so konzentriert, aber immer noch dominant spielenden „Rhinos“ legten nach der Pause den Ball noch vier Mal im Malfeld der Hessen ab.

Der Pforzheimer Sieg geht in dieser Höhe vollkommen in Ordnung, bringt die „Rhinos“ aber in der Abschlusstabelle nicht weiter nach vorne als Platz drei. Erstmals seit dem Bundesliga-Aufstieg im Jahr 2011 hat der noch amtierende Vizemeister TVP damit die Finalrunden-Teilnahme der beiden Erstplatzierten der Rugby-Bundesliga Süd/West verpasst. So spielen jetzt in den DM-Halbfinalmatches Meister Heidelberger RK und 7er-Rugbymeister RG Heidelberg gegen die beiden Erstplatzierten von Nord/Ost, Hannover 78 und SG Germania List. Für den Nord/Ost-Meister der vergangenen beiden Jahre, dem RK 03 Berlin, reichte es wie dem TVP ebenfalls nur zu Platz drei.

Doch noch haben die „Rhinos“ einen Titel zu verteidigen. Vor einem Jahr sind sie im heimischen Stadion in Pforzheim-Eutingen erstmals DRV-Pokalsieger geworden. Am 9. Juni, 15 Uhr trifft der TVP im Pokal-Achtelfinale daheim auf den Bundesliga-Absteiger SC Neuenheim, den die „Rhinos“ in dieser Saison schon zweimal deutlich besiegen konnten. Am 23. Juni würde dann das Viertelfinale ausgespielt.

TVP-Versuche:

Manasah Sita (3), Antipas Kamkwindo (2), Marc Hittel, Josh Gando, Wilians Portillo, Tafadzwa Chitokwindo, Tim Kasten, Rob May

TVP-Kicks:

Carlos Soteras-Merz (3/7 Erhöhungen), Oliver Paine (1/3), Tafadzwa Chitokwindo (0/1)

Nächstes TVP-Spiel:

DRV-Pokal, Achtelfinale, TV Pforzheim – SC Neuenheim, Samstag, 9. Juni, 15 Uhr, SüdwestEnergie-Stadion in Pforzheim-Eutingen

Rugby-Bundesliga Süd/West – letzte Runde

SC Frankfurt 1880

15:12

TSV Handschuhsheim

RG Heidelberg

62:26

SC Neuenheim

TV Pforzheim

63:19

RK Heusenstamm

Neckarsulmer SU

19:60

Heidelberger RK

Rugby-Bundesliga Süd/West – Endstand

1

Heidelberger RK

65

+781

2

RG Heidelberg

59

+189

3

TV Pforzheim

50

+332

4

SC Frankfurt 1880

42

-14

5

TSV Handschuhsheim

32

-102

6

Neckarsulmer SU

20

-260

7

RK Heusenstamm

15

-400

8

SC Neuenheim

11

-526

DRV-Pokal: Achtelfinale, 9. Juni, 15 Uhr

RK Heusenstamm

-

RC Leipzig

RC Rottweil

-

Heidelberger RK

StuSta München

-

TSV Handschuhsheim

Neckarsulmer SU

-

Hamburger RC

RG Heidelberg

-

SC Germania List

RK 03 Berlin

-

Hannover 78

RC Luxemburg

-

SC Frankfurt 1880

TV Pforzheim

-

SC Neuenheim