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Hat klare Vorstellungen, aber noch nicht allzu viel Erfolg: KSC-Trainer Marc-Patrick Meister.  dpa
Hat klare Vorstellungen, aber noch nicht allzu viel Erfolg: KSC-Trainer Marc-Patrick Meister. dpa
02.08.2017

Im freien Fall: KSC verliert bei Bremens Reserve

Die Talfahrt des Karlsruher SC geht ungebremst weiter. Aus dem erhofften Neustart in der 3. Liga wurde ein Fehlstart. Nach dem 0:2 (0:1) beim SV Werder Bremen II steht der Zweitliga-Absteiger mit nur einem Punkt aus drei Spielen im Tabellenkeller, punktgleicht mit Schlusslich Osnabrück.

Erstmals blieben die Badener ohne eigenes Tor, kassierten erneut zwei Gegentore. „Dabei war es unser bisher bestes Spiel. Wir hatten eine Vielzahl von Torchancen. Wir waren nicht zwei Tore schlechter“, sagte KSC-Coach Marc-Patrick Meister nach dem Schlusspfiff bei im Interview mit telokomsport.de. Was er dabei verschwieg war, dass seine Elf trotz der Steigerung erneut Mängel in allen Mannschaftsteilen zeigte. Und am Samstag wartet das Heimspiel gegen Tabellenführer SV Wehen Wiesbaden, der bislang eine weiße Weste hat.

Trainer Marc-Patrick Meister hatte gleich vier neue Spieler gebracht: Martin Stoll, Andreas Hoffmann, Dominik Stroh-Engel und der angeschlagene Matthias Baader blieben draußen, dafür spielten Daniel Gordon, Alexander Siebeck, Oskar Zawada und Marvin Wanitzek. Und die Karlsruher kamen gut in die Partie, hatten viel Ballbesitz und nach zwei Ecken durch David Pisot (12.) und Wanitzek (23.) auch die ersten guten Chancen, doch beide Male ging der Ball knapp am Pfosten vorbei.

Die Bremer Führung fiel dann aus heiterem Himmel. Bei einem Konter der Gastgeber war auf der rechten Karlsruher Abwehrseite zu viel Platz, Thore-Andreas Jacobsen zog ab, Benjamin Uphoff im karlsruher Tor konnte den Ball nicht festhalten und Leon Jensen staubte ab (36.). „Ich muss natürlich versuchen, den Ball festzuhalten. Das hat nicht funktioniert. Das war unglücklich“, gestand der geknickte Torhüter später ein.

Uphoff machte seinen Patzer zweimal wett. Erst klärte er per Fußabwehr gegen den alleine vor ihm auftauchenden Jensen (45.+1), dann mit einer Glanztat gegen den Kopfball von Johannes Eggestein aus dem Werder-Profikader (64.). Beim 0:2 durch Kazior (90.) war er machtlos. Die Aufzählung zeigt aber, dass die Karlsruher Hintermannschaft anfällig war und vor allem bei schnellen Kontern öfters schlecht aussah.

Die Mängelliste lässt sich aber fast beliebig fortsetzen. Im zentralen Mittelfeld fehlt es an gestalterischen Mitteln, im Spielaufbau an Schnelligkeit und Entschlossenheit. Die Karlsruher Angreifer hingen über weite Strecken in der Luft. Und wenn sie mal Chancen hatten, so wie Oskar Zawada in der 67. und 71. Minute, dann war Bremens Schlussmann Tobias Duffner zur Stelle. Am Ende fand auch der eingewechselte Fabian Schleusener im Werder-Keeper seinen Meister (88.).