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Nichts wie raus hier: Der HC Neuenbürg II mit Nico Gerwig (am Ball) will die Kreisliga verlassen. Auch der TSV Knittlingen (rechts Aaron Deeß, links Alexander Fain) will oben mitmischen.   Becker, PZ-Archiv
Nichts wie raus hier: Der HC Neuenbürg II mit Nico Gerwig (am Ball) will die Kreisliga verlassen. Auch der TSV Knittlingen (rechts Aaron Deeß, links Alexander Fain) will oben mitmischen. Becker, PZ-Archiv
Vergangene Saison wurde der TV Ispringen mit Marvin Härter (am Ball) von Meister HSG Pforzheim ausgebremst. Diese Saison bleibt abzuwarten, was das TVI Team leisten kann. Hennrich/PZ-Archiv
Vergangene Saison wurde der TV Ispringen mit Marvin Härter (am Ball) von Meister HSG Pforzheim ausgebremst. Diese Saison bleibt abzuwarten, was das TVI Team leisten kann. Hennrich/PZ-Archiv
16.09.2015

In der Handball-Kreisliga schrillen die Alarmglocken

In der Spitze ist der Pforzheimer Handball mit zwei Drittligisten und zwei Oberligisten besser denn je aufgestellt. Die Kehrseite der Medaille findet sich aber auf der Kreisebene.

Nur 90 Mannschaften wurden vom Handballkreis für den Spielbetrieb in der Saison 2015/16 gemeldet – früher waren es fast immer 120 bis 130 Teams. So hatte der Spielleiter des Kreises Mühe in den zwei Kreisstaffeln mit sieben Mannschaften zustande zu bekommen – bis vor zwei Jahren waren es pro Liga immer zehn Teams. Mit dem TV Brötzingen zog sich ein Verein, der bis in die 80er Jahre zu den Flaggschiffen in der Handballregion zählte, ganz aus dem Spielbetrieb zurück, mit dem PSV Pforzheim verabschiedete sich ein weiterer Stadtverein zusammen mit seinem jahrelangen Partner TSV Wiernsheim in den Württembergischen Handball-Verband (Enz-Murr-Kreis).

Dass 2016 mit der Verbandsliga eine weitere Spielklasse auf Verbandsebene eingeführt wird, passt ins Bild. Dadurch werden die Kreisligen wohl zwei weitere Mannschaften verlieren. So wird es auf bald Liga-Kooperationen über Kreisgrenzen hinweg geben – so wie es bei der Jugend bereits üblich ist.

Als Kandidaten für die beiden Spitzenplätze in der Kreisliga, die voraussichtlich zum Aufstieg berechtigen, gelten der HC Neuenbürg II und der TV Ispringen II. Vor allem Neuenbürg will mit seiner Perspektivmannschaft definitiv nach oben, weil die Kreisliga-Runde mit sieben Mannschaften keine vernünftige Basis darstelle, um junge Spieler für höhere Aufgaben zu qualifizieren, Der von Martin Ast trainierte Vizemeister, kann auf Torhüter Rene Alles (HSG Pforzheim), Justin Strobel (HSG Calw/Hirsau/Liebenzell) und Simon Dittus (TV Birkenfeld) als Neuzugänge bauen. Mit Sebastian Stotz, Nico Gerwig und Nick Burkhardt könnte Ast aber auch drei Spieler an die erste Mannschaft (Badenliga) verlieren.

Beim TV Ispringen II will man von einer Favoritenstellung nichts wissen. Florian und Julian Rost, die jetzt mit der TGS Pforzheim in der 3. Liga spielen, fehlen ebenso wie Tobias Kautz (Kreuzbandriss), außerdem wird man immer wieder Spieler für das Landesliga-Team abstellen müssen. Für das Trainerduo Marcel Bürkle und Pascal Stoll also keine leichte Aufgabe.

Geheimtipp Calmbach

Vielleicht startet ja auch der TV Calmbach durch. Die Enztäler sind einer der wenigen Lichtblicke im Kreishandball. Vor zwei Jahren, als Trainer Sven Wiegmann die Enztäler verließ, trug man sich noch mit dem Gedanken, den Handballsport einzustellen. Die Verpflichtung von Kim Kallfass als Spielertrainer kam dann einem Lottogewinn gleich, denn seit der frühere Oberliga-Handballer der SG Pforzheim/Eutingen zu seinen Wurzeln ins Enztal zurückkehrte, zeigt die Leistungskurve steil nach oben. Mit blütenweißer Weste, dem besten Torverhältnis und auch der besten Abwehr sicherten sich das Team Meisterschaft und Aufstieg. Und am Samstag setzte das Team um Dieckmann, Nass und Bott mit dem Kreispokalsieg gegen Landesligist HSG Pforzheim noch einen drauf. Das Team bleibt zusammen, Torhüter Stefan Rischar kommt von der TGS Pforzheim, Fabian Wiegmann kehrt mit Landesliga-Erfahrung von der SG Hirsau-Calw-Liebenzell zurück. Das alles klingt vielversprechend.

Blau-Gelb setzt auf Jugend

Bei Blau Gelb Mühlacker setzt Jörg Bidlingmaier beim Neuaufbau vor allem auf die A-Jugend sowie Heimkehrer Marcel Folk, der von der TSG Niefern Thorben Eberhard im Schlepptau mitbringt. Dafür ist Torwart Dalibor Mandic weg, die Leistungsträger Daniel Ufrecht und Philipp Goll fehlen verletzungsbedingt, Lukas Mauch studienbedingt.

Beim TSV Knittlingen muss Trainer Gunther Ohr die Abgänge seiner Rückraumstützen Aaron Deeß und Tolga Celik verkraften (beide zur HSG Pforzheim). Vom TV Wössingen kommt Christian Stotz, Gunter Ohr peilt einen Platz unter den ersten Drei an.

Beim TV Birkenfeld muss Trainer Peter Bischoff auf Aron Hartfelder (HSG Pforzheim), Simon Dittus (HC Neuenbürg) und Konstantin Walter (Tübingen) verzichten. Dafür kommen Benedikt Henninger, Ricky König und Tobias Hartfelder (alle HC Neuenbürg) sowie Dominik Ben Addi und Felix Schöttle (beide Brötzingen). Ein Handicap sind die fehlenden Trainingsmöglichkeiten im Sommer.

Ganz mau sieht es bei der TSG Niefern aus, wo mit Simon Müller (berufsbedingt), Amadeus Wolf (studienhalber) und Marcel Folg (nach Mühlacker) drei Korsettstangen aufhörten und Andreas Hauptkorn (Achillessehnenriss) fehlt. Bastian Langenfeld hilft in dieser schweren zeit bei seinem Stammverein auf der Trainerbank aus.