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Wohin führt der Weg des CityLaufs? Das Pforzheimer Laufevent könnte nach dem Umzug in diesem Jahr dauerhaft im Enzauenpark bleiben, dann aber unter anderem Namen.  Foto: Meyer 

Innenstadt oder Enzauenpark? Noch immer keine Einigung in Sachen CityLauf

Pforzheim. Soll der CityLauf in die Stadt zurückkehren oder dauerhaft im Enzauenpark bleiben? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Dienstagabend der Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung der Stadt Pforzheim. Einen Beschluss fasste dieser allerdings nicht. Die Stadträte kritisierten, dass in der Vorlage zu viele weitere Punkte, die nichts mit dem SWP-CityLauf zu tun hatten, standen. Außerdem sahen sie bei einigen Punkten noch Klärungsbedarf.

Aufgrund von Bauarbeiten war der CityLauf dieses Jahr in den Enzauenpark umgezogen. Wenn es nach dem Veranstalter, dem Badischen Leichtathletik-Verband (BLV) geht, soll das Laufevent dort auch bleiben. Das geht aus der Beschlussvorlage hervor, die das Wirtschafts- und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) dem Ausschuss vorgelegt hatte. „Der BLV hat zuletzt mehrfach öffentlich und in direkter Ansprache darum gebeten, den CityLauf nunmehr im Enzauenpark zu belassen und keine Rückkehr in die City in Erwägung zu ziehen“, heißt es in dieser. WSP-Direktor Oliver Reitz unterstützte den Wunsch des Leichtathletik-Verbandes. „In der Innenstadt müsste der Parcours aufgrund von Baustellen jedes Jahr geändert werden“, gibt Reitz zu bedenken. Läufer würden gern ihr Ergebnis mit dem Vorjahr vergleichen, was bei ständigen Streckenänderungen nicht möglich wäre, so Reitz. „Außerdem müsste man Hauptzufahrtswege sperren und wir wissen von den verkaufsoffenen Sonntagen nur zu gut, was das für ein großer Aufwand ist“, sagt der Direktor des Wirtschafts- und Stadtmarketing Pforzheim.

Ob ändert seine Meinung

Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) hatte sich ursprünglich für eine Rückkehr des CityLaufs in die Innenstadt ausgesprochen. „Nach einem Gespräch mit dem BLV-Präsidenten kann ich aber auch mit der Lösung im Enzauenpark gut leben“, sagte Boch am Dienstag. Seine CDU-Kollegen im Stadtrat sehen das aber anders. „Wir von der CDU wollen den Citylauf in der Innenstadt sehen“, erklärte Jörg Augenstein. „Ich weise drauf hin, dass andere Städte es auch hinbekommen ihre Läufe in der Innenstadt zu veranstalten – wenn auch mit gewissen Handicaps“, so Augenstein. Man solle zudem auch die Stadtwerke Pforzheim als Namenssponsor mit in die Entscheidung einbeziehen, schlug Augenstein vor. Auch Thomas Müller (SPD) plädierte für eine Rückkehr des CityLaufs in die Innenstadt, „um die Innenstadt zu stärken“. Philipp Dörflinger (Junge Liste) merkte an, dass im Enzauenpark deutlich weniger Leute zuschauen könnten als in der Innenstadt.

Einige Stadträte für eine Rückkehr in die Innenstadt

Emre Nazli (Grüne Liste) und Carol Braun (Freie Wähler) zeigten sich hingegen offen für einen dauerhaften Verbleib des Citylaufs im Enzauenpark. Beide plädierten aber dafür, dann Namen der Veranstaltung zu ändern – was auch das WSP in seiner Vorlage bereits vorgeschlagen hatte. Als Beispiele wurden „Enzuferlauf“ und „Enzauenlauf“ aufgeführt. Pia Zehendner vom Jugendgemeinderat machte sich für den Enzauenpark als Standort stark. „Der Enzauenpark ist auch ein Teil von Pforzheim“, sagte Zehendner. Für die Läufer sei es doch viel schöner, direkt am Fluss zu laufen. Außerdem sei in der Innenstadt alles „etwas gedrängt“.

Die Argumente wurden ausgetauscht, einen Beschluss gab es nicht. Man wolle gern hören, was der Badische Leichtathletik-Verband als Veranstalter und die Stadtwerke Pforzheim als Hauptsponsor zu dieser Thematik zu sagen haben, so der Haupttenor am Dienstag im Ausschuss. Nun wird das Thema in der Gemeinderatssitzung am 17. Dezember auf den Tisch kommen. Dann muss eine Entscheidung fallen, drängt Oberbürgermeister Boch, denn der Veranstalter brauche noch in diesem Jahr deutliche Signale von der Stadt.

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Anna Wittmershaus

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