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Trifft in Keltern auf ihren Ex-Klub: Stina Barnert vom TV Saarlouis, hier im Trikot von Wasserburg.  Eibner
Trifft in Keltern auf ihren Ex-Klub: Stina Barnert vom TV Saarlouis, hier im Trikot von Wasserburg. Eibner
16.09.2015

Interview mit Basketball-Nationalspielerin Stina Barnert: „In Keltern geht’s zur Sache“

Am kommenden Samstag wird in der Dietlinger Speiterlinghalle zum ersten Mal der Champions-Day im Frauen-Basketball ausgetragen. In der ersten Begegnung (17 Uhr) wird der Meister der 2. Liga zwischen dem Gastgeber Rutronik Stars Keltern (Meister Südstaffel) und den Giro Live Panthers Osnabrück (Meister Nord) ermittelt. In der zweiten Partie (gegen 19.30 Uhr) wird der Champions-Cup-Gewinner gesucht. Hier trifft der aktuelle deutsche Meister und Pokalsieger, TSV 1880 Wasserburg, auf den Vizemeister TV Saarlouis Royals. Für Saarlouis geht Nationalspielerin Stina Barnert auf Korbjagd, die unter anderem auch schon für Wasserburg am Ball war. Im PZ-Interview spricht die 26-Jährige über ihre Karriere und das Event in Keltern.

PZ: Erstmals gibt es einen Champions-Day der Damen-Basketball-Bundesliga. Wie finden Sie diese Idee?

Stina Barnert: Im Prinzip finde ich es eine gute Idee etwas Neues in der Liga einzuführen. Jedoch wird für die beteiligten Teams die Vorbereitungszeit auf die beginnende Saison um eine Woche verkürzt, was in unserer doch am Ende kurzen Vorbereitung deutlich zu spüren ist.

PZ: Kennen Sie Keltern und den dortigen Verein Grüner Stern?

Stina Barnert: Ich habe schon einige Vorbereitungsspiele und Pokalspiele in Keltern absolviert und kenne dadurch die Halle gut.

PZ: Was erwartet den Grünen Stern als Aufsteiger in der 1. Bundesliga?

Stina Barnert: Durch den Wegfall der Deutschenregel kann ich zum jetzigen Zeitpunkt schwer abschätzen, wie sich die Liga im Vergleich zur letzten Saison entwickelt. Allerdings denke ich, dass Keltern zu den stärksten Aufsteigern der letzten Jahre gehört.

PZ: Wie groß ist der Unterschied zwischen 1. und 2. Bundesliga?

Stina Barnert: Der Unterschied ist vor allem in der Intensität der Spielweise zu merken und ist dementsprechend schon deutlich zu spüren.

PZ: Wie kraft- und zeitraubend sind die langen Reisen in der 1. Liga?

Stina Barnert: Manche Fahrten sind schon sehr weit und gerade das späte nach Hause kommen früh morgens schlaucht ziemlich. Da ist am nächsten Tag meistens nur Erholung angesagt.

PZ: Sie haben auch schon in Spanien gespielt. Wie stark ist die deutsche Frauen-Bundesliga im internationalen Vergleich?

Stina Barnert: Vor einigen Jahren war die spanische Liga sehr stark. Mittlerweile haben sich die Strukturen dort durch die Wirtschaftskrise geändert. Der größte Unterschied der deutschen Liga im Vergleich zu anderen starken Basketball-Nationen liegt, denke ich, darin, dass man in Deutschland mit dem Sport nicht viel Geld verdient und nebenbei auch an die berufliche Zukunft denken muss. Nur die wenigsten Spielerinnen in Deutschland sind Profis.

PZ: Sind Sie als Bundesliga-Spielerin Basketball-Profi oder arbeiten Sie noch nebenher?

Stina Barnert: Ich habe jetzt einige Jahre als Profi gespielt, wobei ich trotzdem in meiner Freizeit ein Fernstudium im Hotelmanagement absolviert habe. Das Fernstudium lässt sich gut koordinieren und hat mir Freiraum für zwei Trainingseinheiten am Tag gelassen. Seit Mai dieses Jahres arbeite ich jetzt Teilzeit im Hotel, damit ich die nötige Praxiserfahrung sammeln kann.

PZ: Mit welchem Ziel geht Ihre Mannschaft Saarlouis, die deutscher Vizemeister war, in die Saison?

Stina Barnert: Wir haben dieses Jahr mit dem Trainerwechsel einen totalen Umbruch erlebt. Viele Spielerinnen haben jahrelang unter René Spandauw gespielt und kennen keine andere Spielweise. Die gesamte Mannschaft einschließlich neuer Trainer steht vor einer großen Herausforderung. Dennoch haben wir wieder eine tolle Mannschaft zusammen und freuen uns auf die Saison. Unsere generellen Ziele sind die Play-offs und die Teilnahme am Pokal. Danach wird man sehen, was kommt.

PZ: Wer ist Favorit auf die Meisterschaft 2016?

Stina Barnert: Pauschal lässt sich das vor der Saison noch schwer einschätzen. Herne und Wasserburg haben von der Besetzung her große und starke Kader. Jedoch zählt bei einer Mannschaft auch das Zusammenspiel und die Chemie im Team.

PZ: Wer ist beim Champions Day in Keltern Favorit auf den Cup, Wasserburg oder Saarlouis?

Stina Barnert: Ganz klar Wasserburg. Wir brauchen als Mannschaft noch Zeit uns zu finden. Wir werden das Spiel nutzen, um an unseren Schwächen zu arbeiten. Jedoch heißt das nicht, dass wir nicht versuchen, werden gegen Wasserburg standzuhalten.

PZ: Worauf dürfen sich die Fans besonders freuen?

Stina Barnert: Auf ein tolles Spiel mit viel Kampf und Emotionen. In Keltern geht’s zur Sache.