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Eine Verstärkung für die Offensive des Karlsruher SC könnte Sercan Sararer werden – hier noch im Trikot seines ehemaligen Vereins SpVgg Greuther Fürth.  Foto: dpa 

Interview mit KSC-Neuzugang Sercan Sararer: „Ich bin ziemlich weit“

PZ-Interview mit Sercan Sararer, Neuzugang von Fußball-Drittligist Karlsruher SC, über Zwangspausen und Wünsche.

Vor seinem Wechsel zum KSC ist Sercan Sararer vereinslos gewesen: Ein doppelter Adduktorenabriss hatte den Mann, der zuletzt für die Spielvereinigung Greuther Fürth unter Vertrag stand, lange außer Gefecht gesetzt. Wenn er gesund und entsprechend in Form ist, könnte der Mann mit drei Staatsbürgerschaften (türkisch, deutsch und spanisch) den Karlsruhern in den kommenden Monaten im Aufstiegskampf der 3. Fußball-Liga eine große Hilfe sein.

PZ:  Herr Sararer, sind Sie ein geduldiger Mensch?

Sercan Sararer: Allgemein oder sportlich?

Sportlich, beim Fußball ...

Durch meine Verletzung habe ich das gelernt, dadurch bin ich realistischer geworden. Mir helfen diese Erfahrungen, Geduld zu entwickeln. Inzwischen kann ich abschätzen, wann ich wieder hundert Prozent fit bin. Ich kann auch abschätzen, wann ich etwas sagen kann. Ich musste lernen, dass ich Geduld haben muss. 

Die Absage der Partie in Zwickau war sicher ärgerlich, denn Sie wären erstmals im Kader gestanden. Fürchten Sie Auswirkungen auf den Spielrhythmus?

Das war für uns alle doof, für mich richtig ärgerlich. Wir wollten spielen. Aber: Lieber unter besseren Bedingungen spielen, als bei denen, die es da gab. Probleme sehe ich deswegen keine. Ich trainiere gut, ich gebe in jedem Training Vollgas und gehe davon aus, bald wieder im Kader zu stehen. Wichtig ist auch, dass ich gesundheitlich keine Probleme mehr habe, und so Gas geben kann. Die Trainer sehen das, auch daher glaube ich schon, dass ich gegen Fortuna im Kader stehen könnte.

Heißt das, Sie gehen davon aus gegen Fortuna Köln, im Kader zu sein?

Ich trainiere gut, wenn die Trainingsleistungen zählen, dann gehe ich schon davon aus, dass ich in den Kader komme. Aber: Alle bei uns machen es gut, alle wollen in den Kader. Die Jungs haben Erfolg, da gibt es wenig Gründe, etwas zu ändern. Ich bin bereit: für den Kader, für eine Einwechslung und wenn ich irgendwann mal in der Startelf stehe – dann bin ich auch dafür bereit. Ich warte bis ich drankomme.

Trainer Alois Schwartz lobt Sie, Ihre Fortschritte in Sachen Fitness wären gut. Wie fit sind Sie aus Ihrer Sicht?

Ich bin ziemlich weit, es kann noch etwas besser sein. Aber: Es kann immer besser sein. Ich habe viel trainiert, auch zusätzlich, neben dem regulären Training. Ich könnte auf jeden Fall spielen.  

Sie waren Stammkraft in Liga eins und zwei. Mit dieser Qualität und Erfahrung in Liga drei anzutreten, ist das schlimm?

Ich muss es annehmen, das habe ich gelernt. Natürlich hätte ich das vor ein paar Jahren nicht gedacht, aber war eine schwere Verletzung, eine schwere Zeit. Ich habe Erfahrungen gemacht, die will ich einbringen. Ich bin froh, dass mich nach meiner langen Verletzung so ein guter Verein aufgenommen hat. Daher gebe ich Vollgas. Der KSC ist in meiner momentanen Situation ein guter Schritt. Ich wollte anfangs kein Risiko im Training eingehen, wollte mich langsam rantasten. Hier hat man mir diese Zeit gegeben. Für mich ist nun wichtig, dass ich wieder spiele, wieder in den Rhythmus komme.

Ihr Ziel kann nur sein: Rauf in Liga zwei, oder?

Wir stehen auf einem guten Platz, den wollen wir natürlich verteidigen und dort am Ende der Saison stehen, was dann den Aufstieg bedeutet.

Haben Sie Persönliche Ziele? Tore? Vorlagen?

Ich will mehrere Spiele am Stück spielen können, gelingt mir das, dann kommt das andere – Tore schießen, Tore vorbereiten – von ganz alleine. Ich muss keine großen Dinge machen - die Hauptsache ist: Gewinnen.

Haben Sie sich gut eingelebt?

Ich kenne einige Clubs und habe von Freunden gehört, wie schwer ein Vereinswechsel sein kann. Hier wurde ich sensationell aufgenommen, die Jungs sind alle nett, alle hilfsbereit. Das macht Spaß. Man merkt die Harmonie, die hier herrscht – auch mit dem Trainerteam. Auch daher stehen wir in der Tabelle da, wo wir stehen.

Haben Sie eine Lieblingsposition?

Am liebsten spiele ich auf der linken offensiven Außenbahn. Ich kann aber auch rechts, zentral und als Zehner auflaufen.