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Beim KSC ist Anton Fink eine feste Größe. Ganz zufrieden ist der Karlsruher Stürmer dennoch nicht. Foto: Ripberger

Interview mit KSC-Profi Anton Fink: „Ab und an fehlt die optimale Mischung“

Anton Fink ist mit großem Abstand der beste Drittligatorjäger aller Zeiten. In 281 Fußballspielen gelangen ihm 120 Tore. Nach seiner Rückkehr zum Karlsruher SC läuft es beim gebürtigen Bayern diese Saison aber nicht rund.

Zwei der sieben Tore, die er bei bisher 31 Einsätzen schaffte, schoss Fink per Strafstoß. Zuletzt, beim 0:2 im Spitzenspiel beim 1. FC Magdeburg, trat allerdings Fabian Schleusener zum Elfmeter an – und verschoss.

PZ: Herr Fink, warum haben Sie den Elfmeter in Magdeburg nicht geschossen?

Anton Fink: Dafür gab es zwei Gründe: Zum einen habe ich meinen letzten Elfmeter in Meppen verschossen. Und wenn ich nicht getroffen habe, dann verzichte ich beim nächsten Elfer darauf, zu schießen. Das habe ich immer so gehalten. Zum Zweiten: Ich habe schon einmal einen Elfmeter gegen Magdeburgs Torhüter Glinker verschossen – den habe ich zwar im Nachschuss reingemacht – aber ich hatte verschossen, da wollte ich nicht ran, obwohl, ich generell gerne Elfmeter schieße …

PZ: So verschoss letztlich Fabian Schleusener: Bedeutet das 0:2 für den KSC das Ende aller Hoffnungen, direkt aufzusteigen?

Anton Fink: Der momentane Tabellenstand lässt das vermuten. Gewinnt Magdeburg das Nachholspiel, dann sind sie und Paderborn neun Punkte von uns weg. Bei nur noch fünf Spielen ist das eine Menge Holz.

PZ: Das bedeutet: Das Ziel heißt Relegation?

Anton Fink: Wir sind einen Punkt hinter Wiesbaden, das Rang drei belegt. Das ist in fünf Partien aufholbar. Aber wir halten es wie zuletzt immer. Im Fokus steht die kommende Partie gegen Hansa Rostock.

PZ: Was macht Hoffnung, dass der KSC gegen Rostock gewinnt und die Aufstiegshoffnungen am Leben hält?

Anton Fink: Dass Rostock stark ist, wissen wir. Aber unsere Heimspiele zuletzt waren richtig gut, da haben wir auch etliche Mal getroffen.

PZ: KSC-Trainer Alois Schwartz sagte nach der Partie in Magdeburg: „Es tut uns gut, dass man nicht mehr von der Serie spricht.“ Sehen Sie das auch so?

Anton Fink: Einerseits – ja. Andererseits hätten wir die Serie natürlich gerne ausgebaut. Aber es hat nicht sollen sein. Wir haben zwar ein ordentliches Auswärtsspiel gemacht, aber dafür können wir uns unter dem Strich nichts kaufen.

PZ: Sie hatten während des Spieles beim 1. FCM Mitleid verdient, denn Sie bekamen so gut wie keinen gelungen Pass – so wie auch Schleusener: Es ist beim KSC im Moment schwierig, Stürmer zu spielen, oder?

Anton Fink: Gerade bei so einem Auswärtsspiel war wichtig – wie zuletzt auch – zunächst defensiv stabil zu stehen. Und da finden wir dann ab und an noch nicht die optimale Mischung in Richtung Offensive. Doch man kann auch sehen, dass es deutlich besser geworden ist.

PZ: Aber es fehlt Kreativität, es gibt zu wenig direkte, schnelle und zielgenaue Pässe aus dem Mittelfeld in die Spitze.

Anton Fink: Das ist richtig. Wir haben uns deutlich gesteigert, wir spielen einen viel besseren Ball nach vorne als in der Hinrunde – sind aber dann oftmals zu ungenau und zu wenig exakt und schnell, wenn wir in die Spitze spielen. Das hat nichts mit der Spielweise oder dem Mittelfeld zu tun.