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Ispringens Igor Besleaga (rotes Trikot) warf gegen Adam Juretzko alles in die Wagschale. Sein 6:0-Erfolg war am Ende aber zu wenig.   Gössele
Ispringens Igor Besleaga (rotes Trikot) warf gegen Adam Juretzko alles in die Wagschale. Sein 6:0-Erfolg war am Ende aber zu wenig. Gössele
Große Kulisse: Rund 800 Zuschauer verfolgten das nordbadische Bundesliga-Duell zwischen Ispringen und Weingarten in der Jahnhalle.
Große Kulisse: Rund 800 Zuschauer verfolgten das nordbadische Bundesliga-Duell zwischen Ispringen und Weingarten in der Jahnhalle.
Hochkarätig war auch das Duell zwischen Ispringens Abdulsamet Ugurli (Rot) und Deniz Menekse.
Hochkarätig war auch das Duell zwischen Ispringens Abdulsamet Ugurli (Rot) und Deniz Menekse.
20.09.2015

Ispringer Ringer knapp an Überraschung vorbei

Am Ende hielt es die 800 Zuschauer in der Pforzheimer Jahnhalle nicht mehr auf den Sitzen. Als es im Lokalderby der Ringer-Bundesliga zwischen dem KSV Ispringen und der SGV Weingarten im letzten Kampf des Abends um Alles ging, wurde die altehrwürdige Halle zum Hexenkessel. Doch das 6:0 von Ispringens Igor Besleaga gegen Adam Juretzko war am Ende zu wenig. „Nur“ zwei Kampfpunkte gab es für diesen Erfolg. Drei wären für Ispringen notwendig gewesen, um dem Favoriten ein Remis abzutrotzen. Weingarten siegte, angefeuert von vielen eigenen Fans, 10:9. Und Aufsteiger Ispringen zahlte Lehrgeld.

Gute Miene zum bösen Spiel

KSV-Trainer Bernd Reichenbach versuchte, verbal das Beste aus der Niederlage zu machen. „Wir haben uns super präsentiert, es war eine tolle Atmosphäre“, fand er lobende Worte. Doch die Miene des Trainers sprach eine andere Sprache. Wortlos verschwand er nach einem kurzen Statement in der Kabine.

Bernd Reichenbach verliert nicht gerne. Und schon gar nicht gerne so knapp und letztlich auch unglücklich. Auf der Matte waren sich zwei Teams auf Augenhöhe begegnet. Jeder der beiden nordbadischen Konkurrten entschied fünf der zehn Gefechte für sich. Aber die routinierten Weingartner hatten am Ende halt das eine, entscheidende Pünktchen mehr auf die Anzeigentafel gebracht. „Uns fehlt die Kaltschnäuzigkeit in gewissen Situationen. Das hat Weingarten uns voraus“, so ein frustrierter KSV-Coach. Sein Ringer Michael Kaufmehl ergänzte: „In dieser Liga wird jedes Duell in ein, zwei Kämpfen entschieden.“

Ja, dieses eine Pünktchen, das fehlt, die Ispringer hätten es gleich in mehreren Gefechten holen können.

Den ersten Rückschlag für Ispringen gab es schon vor dem Kampf. Weil der Pole Radoslaw Baran verletzt war und der Russe Yuri Belonowski sein Visum nicht rechtzeitig bekommen hatte, musste in der 96 Kilogrammklasse Patrick Sauer ran und gab im vierten Kampf des Abends gegen William Harth eine Viererwertung ab.

Diese Hypothek wog am Ende zu schwer. Denn schon in den beiden ersten Kämpfen war es für den KSV nicht ganz nach Wunsch gelaufen. Der Ex-Weingartner Marcel Ewald (57 kg/Freistil) wurde ausgekontert (1:5/zwei Wertungspunkte), und Balint Lam konnte bei den schweren Jungs (130 kg/griechisch-römisch) seinen Gewichtsvorteil von 25 Kilogramm gegen Oliver Hassler nur in einen 2:1-Sieg (ein Zähler) ummünzen.

Bitter endete auch das erfolgreichste Gefechtes aus Ispringer Sicht. Mihail Sava (66/Freistil) sicherte sich mit einer Reihe von Beinschrauben eine 10:2-Führung gegen Vasyl Shuptur. Dann ging ihm die Kraft aus, Shupur schob den Moldawier im KSV-Trikot Sekunden vor Kampfende von der Matte. 10:3 der Endstand – da waren es nur noch zwei statt drei Kampfpunkte. Als dann auch Konstantin Schneider (86/gr.-röm.) in einem engen Kampf gegen Ilian Georgiev unterlag, führte Weingarten 9:2. Ispringens Abdulsamet Ugurli (66/gr.-röm) erging es ähnlich wie Sava. Er hatte abtrainiert, führte zwar 9:0, doch sein Gegner Deniz Menekse hatte am Ende mehr Kraft, verkürzte den Rückstand auf 4:9 und klaute dem KSV einen weiteren Zähler.

Der starke Auftritt von Michael Kaufmehl (86/Freistil) beim 6:3 gegen Halil Zubairov weckte neue Hoffnung, doch Weingartens Georg Harth holte mit dem schmucklosen 3:1 gegen Tim Müller (76/Freistil) den letztlich entscheidenden Punkt.

Die Entscheidung

Im letzten Kampf hätte Ispringen einen Dreier gebraucht. Und der Moldawier Igor Beleaga (75, gr.-röm) legte sich ins Zeug. Als der KSV-Athlet gegen Weingartens Routinier Adam Juretzko 6:0 führte, war die Überraschung greifbar. Nur eine weitere Zweierwertung fehlte Besleaga, doch mit seiner ganzen Routine rettete sich der 44-Jährige Juretzko über die Zeit und seinem Team den knappen Sieg.