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Einen Freistoß verwertete Metin Telle (links, dahinter Timo Brenner) zum zwischenzeitlichen 1:1.  Ripberger
Einen Freistoß verwertete Metin Telle (links, dahinter Timo Brenner) zum zwischenzeitlichen 1:1. Ripberger
Ab auf die Zuschauerränge! Schiedsrichter Daniel Leyhr verwies Nöttingens Trainer Michael Wittwer in der 76. Minute vom Spielfeldrand.
Ab auf die Zuschauerränge! Schiedsrichter Daniel Leyhr verwies Nöttingens Trainer Michael Wittwer in der 76. Minute vom Spielfeldrand.
07.11.2012

Jähes Ende der Erfolgsserie für den FC Nöttingen

Die Nöttinger Aufholjagd in der Fußball-Oberliga ging abrupt zu Ende. Der Tabellenvierte unterlag gestern in einem hektischen Spiel dem Tabellenvorletzten Stuttgarter Kickers II durch ein Tor von Peter Sprung in der 90. Minute mit 1:2 (1:1). Sprung hatte die Gäste bereits nach sechs Minuten auch in Führung geschossen, Metin Telle (23.) den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. „Die vergangenen Wochen gingen an die Substanz. Uns hat heute die Frische gefehlt“, bilanzierte FCN-Trainer Michael Wittwer nach dem Spiel gegen eine Stuttgarter Mannschaft, die sehr laufstark war und defensiv gutstand.

Abwehr nicht im Bilde

Defensiv gutstehen – das war bisher in der Saison das Nöttinger Markenzeichen. Doch in der sechsten Minute war die FCN-Abwehr bei einem schnellen Stuttgarter Angriff nicht im Bilde. Bastian Joas spielte den Ball in die Mitte, Peter Sprung jagte den Ball von der Strafraumgrenze via Unterkante der Latte ins Tor. Der Ball sprang zwar ins Feld zurück, doch der Linienrichter zeigte den Treffer sofort an.

Die Nöttinger taten sich gegen die lauf- und einsatzfreudigen Gäste, die auch immer mal zu rustikalen Mitteln griffen, lange schwer, kamen dennoch zum Ausgleich, als Metin Telle frei stehend in der Mitte einen Freistoß, den Reinhard Schenker von der rechten Seite getreten hatte, über die Linie drückte (23.). Nöttingen hatte zwar mehr vom Spiel, doch gute Chancen blieben Mangelware. Und weil die Gastgeber nun auch im Zweikampf hinlangten, war die Partie häufig unterbrochen. Nach einer guten halben Stunde musste dann auch noch Abwehrchef Marcel Rapp vom Platz – er hatte sich im Kopfballduell eine Platzwunde zugezogen. Nach der Pause blieb die Partie hektisch, jetzt häuften sich aber die Torchancen. Nöttingen hatte mehrfach die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Erst traf Niklas Hecht-Zirpel am Fünfmeterraum einen abgefälschten Ball nicht richtig (55.), dann traf Timo Brenner – aber aus Abseitsposition (60.). Die größte Chance vergab der eingewechselte Sascha Paseka, als er frei stehend aus sieben Metern den Ball übers Tor jagte (69.). Auch Mario Bilger (84.) hatte an diesem Abend kein Schussglück.

Doch der Stuttgarter Sieg war nicht unverdient, weil die Gäste ihre Konter zunehmend besser ausspielten. Sascha Rausch im Nöttinger Tor musste gegen Sandrino Braun und Kimon Koutsiofytis klären und hatte Glück, dass Daniel Kaiser nach einer zu kurzen Faustabwehr das leere Tor verfehlte (80.). Als die Nöttinger alles auf eine Karte setzten, setzte Stuttgart den entscheidenden Konter. Der starke Braun legte auf und Sprung vollstreckte.

Zu diesem Zeitpunkt verfolgte Michael Wittwer das Spiel bereits von den Zuschauerrängen – dorthin hatte ihn der Schiedsrichter Daniel Leyhr, der für seinen Auftritt viel Kritik kassierte, nach 76.Minuten geschickt, weil ihm angeblich Wittwers harmlose Bemerkung: „Für jedes Foul gibt es eine Gelbe Karte“ nicht gepasst hatte.