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Eine Nummer zu groß war Dortmund mit Sokratis (links) für den VfB Stuttgart um den Debütanten Boris Tashchy. Foto: dpa
Eine Nummer zu groß war Dortmund mit Sokratis (links) für den VfB Stuttgart um den Debütanten Boris Tashchy. Foto: dpa
Die VfB-Fans gehen mit der Mannschaft nach jahrelanger sportlicher Flaute hart ins Gericht.  Foto: dpa
Die VfB-Fans gehen mit der Mannschaft nach jahrelanger sportlicher Flaute hart ins Gericht. Foto: dpa
30.11.2015

Jetzt wartet der Abstiegskampf gegen Bremen auf den VfB Stuttgart

Im Aufzug nach unten, vom Dortmunder Pressekonferenzraum hinab zum Stuttgarter Mannschaftsbus, da studierte Jürgen Kramny am Sonntagabend den Zettel mit der aktuellen Bundesliga-Tabelle. Durch das 1:4 in Dortmund ging es mit dem VfB Stuttgart weiter bergab – Vorletzter ist das Team des neuen Interimstrainers nun. „Das war kein guter Start“, hatte Kramny zuvor gesagt – und damit sowohl die frühen Gegentore als auch das Ergebnis seiner ersten 90 Bundesligaminuten als Chef i. V. gemeint.

Kramny weiß mit seiner Rolle als Vertretungstrainer umzugehen. „Ich kann es nicht ändern. Ich kann nur meinen Job machen“, sagt er. Einen Fürsprecher hatte Kramny am Sonntag bei der Pressekonferenz neben sich sitzen. „Er hat die zweite Mannschaft des VfB über Jahre in der 3. Liga gehalten, was keine Selbstverständlichkeit ist. Ab jetzt kann er es gerne packen“, lobte Dortmunds Thomas Tuchel seinen ehemalige Mainzer Jugendfußball-Trainerkollegen.

Team beweist Kampfgeist

Charakterlos wie in der Woche zuvor beim 0:4 gegen den FC Augsburg trat die VfB-Elf dieses Mal nicht auf. „Die Art und Weise, wie wir nach dem 0:2 noch einmal zurückgekommen sind, das hat bewiesen, dass die Mannschaft will und Teamgeist in ihr steckt“, sagte Kapitän Christian Gentner. Nach dem Gegentor zum 0:2 in der 19. Minute hatte er sich den erneut schwachen Filip Kostic zur Brust genommen und ernste Worte an den Serben gerichtet.

Es wäre unfair, Kramny nur nach den 90 Minuten von Dortmund zu bewerten. Für das Kellerkind Stuttgart ist der BVB eben kein Maßstab. Da könnte man auch gleich alle Bundesliga-Trainer nur anhand der 90 Minuten und dem Ergebnis beim FC Bayern bewerten. Die Anwesenheit eines starken Gegner auf dem Feld verkompliziert das Spiel dann doch irgendwie.

Verändertes Spielsystem

„Wir haben von der Taktik und vom System her anders gespielt“, sagte Timo Werner. Der VfB stand in Dortmund tiefer, ging erst später ins Gegenpressing und agierte wesentlich abwartender. „Gegen Bremen wird das nicht so extrem sein“, vermutet Werner.

Dortmund ist nicht mehr der Stuttgarter Maßstab. In der gleichen Liga wie der VfB spielt aktuell eher Werder Bremen. Für Sportdirektor Robin Dutt ist das direkte Duell am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) kein Spiel wie jedes andere. Vor 13 Monaten wurde er als Werder-Trainer gefeuert. Nun kommt der Tabellenfünfzehnte zum Vorletzten nach Stuttgart. „Beide Clubs sind in einer ähnlichen Situation“, meint Dutt. „Das ist schon ein Endspiel“, sagt Werner über dieses Duell am 15. Spieltag.

„Die Saison wird nicht nächste Woche entschieden. Aber das Spiel brauchen wir nicht kleinreden, da geht es um unheimlich viel“, sagt Dutt dann noch. „Gegen Bremen muss ein Sieg her“, weiß auch Kramny.