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26.05.2013

Jürgen Klopp denkt ans Finale 2015

Jürgen Klopp ist ein kluger Mann. Und so hat der Dortmunder Trainer nach dem verlorenen Champions-League-Finale von London den Blick schnell wieder nach vorne gerichtet. Auf das Finale 2015. In Berlin. Das will er erreichen. Und dann am liebsten in der deutschen Hauptstadt ein deutsches Finale gegen die Bayern spielen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hätte eine solche Idee wie ein Hirngespinst geklungen. Heute aber klingt sie realistisch. Was sich der deutsche Fußball erarbeitet hat, wirkt ungeheuer solide und nachhaltig. Es passiert, was vor wenigen Jahren undenkbar schien: Der Rest Europas huldigt dem deutschen Vereinsfußball.

Bayern München und Dortmund haben im Londoner Wembleystadion eine großartige Visitenkarte abgegeben. Ein großartiges Spiel mit vielen packenden Strafraumszenen, ein letztlich verdienter Sieger und Tausende deutscher Fans, die auf englischem Boden ein friedliches Fußballfest feierten.

Da passte es ins Bild, dass die Akteure auf dem Rasen bei allem leidenschaftlichen Einsatz weitgehend fair miteinander umgingen. Das mag seltsam klingen angesichts der Tatsache, dass der Unparteiische drei Spieler vorzeitig zum Duschen hätte schicken können. Doch die Unbeherrschtheiten von Ribéry und Lewandowski sowie die Ungeschicklichkeit von Dante konnten den guten Gesamteindruck kaum trüben.

Deutschlands Fußball ist auf der Höhe der Zeit. Die junge Bayern-Garde hat endlich den lange ersehnten internationalen Titel. Die Dortmunder dürfen für sich reklamieren, mit ihrem schwungvollen Offensivfußball den Gegner zu neuen Hochleistungen angestachelt zu haben.

Zwei Männer dürften das Finale aber mit gemischten Gefühlen verfolgt haben. Bundestrainer Joachim Löw wird künftig an den Erfolgen der Vereine gemessen. Und der neue Bayern-Trainer Pep Guardiola wird sich fragen, was er in eigentlich noch verbessern kann.