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Ein Spiel bleibt Jürgen Kramny in jedem Fall noch, danach könnte er den Trainerposten beim VfB Stuttgart räumen müssen. Foto; Baumann
Ein Spiel bleibt Jürgen Kramny in jedem Fall noch, danach könnte er den Trainerposten beim VfB Stuttgart räumen müssen. Foto; Baumann
17.12.2015

Jürgen Kramny beim VfB Stuttgart in der Warteschleife

Sonntag früh treffen sich Spieler und Trainerteam des Bundesligisten VfB Stuttgart im Clubzentrum zum Frühstück. Am Abend zuvor tritt das Team zum Abschluss eines wieder einmal verkorksten Fußball-Jahres gegen den VfL Wolfsburg an. Nach dem gemeinsamen Essen geht es in den Weihnachtsurlaub. Zumindest gilt das für das kickende Personal. Die Vereinsführung um Sportvorstand Robin Dutt hat angekündigt, nach dem Wolfsburg-Spiel zu verkünden, wer beim Trainingsauftakt am 4. Januar Stuttgarter Chefcoach ist.

Die bisherigen Aussagen dazu lassen sich unterschiedlich interpretieren. Jürgen Kramny macht als Interimscoach einen guten Job. Aber reicht das, um das Vertrauen zumindest bis zum Saisonende zu bekommen? Nach dem 3:2 nach Verlängerung im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Eintracht Braunschweig erklärte Dutt erneut, er habe bei der Trainersuche „einen klaren Plan, der nicht scheitern kann“. Die Frage, ob schon alles feststehe, beantwortete er mit einem Vergleich: „Nein. Aber stellen Sie sich vor, Sie haben den Plan, in ein Restaurant essen zu gehen. Dann wissen Sie, dass Sie es tun werden, aber Sie wissen ja nicht immer, welches Restaurant es sein wird.“

Der Auftritt gegen Braunschweig war schwere Kost, aber am Ende schmeckten die Stuttgarter die Süße des Sieges. Natürlich erkannte Küchenchef Kramny, welche Unzulänglichkeiten das Team erneut an den Tag legte und benannte sie auch. Trotzdem betonte er: „Das Ergebnis ist das wichtigste Faktum.“

Weiß Kramny schon mehr?

Kramny nahm die Fragen nach seiner Zukunft lächelnd zur Kenntnis. Ganz offensichtlich hat er großen Spaß an der Aufgabe – weiß aber, dass es nicht in seiner Hand liegt, ob er sie über Weihnachten hinaus ausüben darf. „Das wird nochmal ein schöner Abend für mich werden“, sagte er über das Wolfsburg-Spiel am morgigen Samstag (18.30 Uhr/Sky). Weiß er schon mehr?

Dutt sagt: „Jürgen Kramny hat der Mannschaft sicherlich nicht geschadet.“ Wie jetzt? Jedenfalls wäre es unfair, Kramnys Zukunft nun von einem Erfolg gegen das Top-Team Wolfsburg abhängig zu machen. Der 44-Jährige hat an richtigen Stellschrauben gedreht und für Stabilität gesorgt. Zudem findet er die angemessenen Worte – gegenüber der Mannschaft und nach außen. Kein Vergleich zu Vorgänger Alexander Zorniger. Dass Kramny sein Handwerk beherrscht, steht außer Frage. Fraglich ist dagegen, was ein anderer Trainer besser machen würde.