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Klare Ansprache: Schon im ersten Training versuchte Jürgen Kramny, den VfB-Profis neues Selbstvertrauen zu vermitteln.  Murat
Klare Ansprache: Schon im ersten Training versuchte Jürgen Kramny, den VfB-Profis neues Selbstvertrauen zu vermitteln. Murat
25.11.2015

Jürgen Kramny will beim VfB Stuttgart sportliche Trendwende einleiten

Nach dem Ende der kurzen Amtszeit von Alexander Zorniger soll nun Interimstrainer Jürgen Kramny eine Kehrtwende und einen Neuanfang beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart einleiten.

Es wird eine Herkulesaufgabe für den 44-jährigen bisherigen U-23-Coach des VfB, der am Sonntag (15.30 Uhr) sein Bundesligadebüt beim Auftritt der Schwaben in Dortmund gibt. Ob Kramny als Dauerlösung in Frage kommt, bleibt dahingestellt. Der ehemalige Profi sieht sein Engagement „als Chance“, sich für weitere höhere Aufgaben zu empfehlen.

VfB-Sportvorstand Robin Dutt arbeitet gleichzeitig „mit Nachdruck an einer langfristigen Lösung“ auf dem Trainerposten, will sich aber nicht „unnötig unter Zeitdruck setzen“ lassen. Als mögliche Kandidaten werden nach wie vor unter anderem Lucien Favre, Tayfun Korkut, Jos Luhukay und Markus Gisdol gehandelt.

Kramny hat laut Dutt das Angebot des VfB ohne eine Sekunde zu zögern angenommen, den schwierigen Job zu übernehmen. Der 44-Jährige leitete gestern Vormittag seine erste Einheit mit der Bundesligamannschaft. „Das war für mich nichts Großes“, erklärte er. „Ich kenne ja alle.“

Kramnys Ansatzpunkt ist, „einige Dinge in den Köpfen zu verändern“ und neues Selbstvertrauen zu vermitteln. „Das ist eine schwere, aber reizvolle Aufgabe“, erklärte er. Wobei er sich durchaus der „Riesenverantwortung für den Verein“ bewusst ist.

Für Kramny wie auch für die potenziellen anderen Kandidaten gilt weiterhin, dass Dutt den eingeschlagenen Weg mit einer definierten Spielphilosophie fortsetzen soll. „Kramny kennt die Leitplanken unserer Konzeption. Innerhalb deren hat er genügend Interpretationsmöglichkeiten“, erklärte der Sportvorstand.

Der Interimstrainer will diese vorgegebene Linie einhalten, jedoch seine „eigene Note einbringen“. Im taktischen Bereich hat Kramny „Probleme mit der Kompaktheit“ ausgemacht und will im Hinblick auf die Partie in Dortmund „an den Abständen und der Zweikampfführung“ arbeiten.

Gleichzeitig deutete Kramny an, dass mit seiner Amtseinführung die Karten im Kader neu gemischt werden und es möglicherweise personelle Veränderung geben wird.

Einer der ersten, der Kramny am Dienstag angerufen und Glück gewünscht hat, war dessen langjähriger Weggenosse Jürgen Klopp, mit dem er zusammen beim FSV Mainz·05 spielte. „Wir waren eine gute Zweckgemeinschaft auf dem Platz und er war mein Zimmerkollege“, sagte Kramny. Als Klopp schließlich das Traineramt in Mainz übernahm und Kramnys Profivertrag nicht verlängert wurde, bot ihm Klopp den Posten des A-Jugend-Trainers an und startete damit die Trainerkarriere des jetzigen Stuttgarter Interimscoaches.

Mit Zorniger wurden dessen Assistenten André Trulsen, Armin Reutershahn und Torwarttrainer Andreas Menger entlassen. „Es war wichtig, in einer Ausnahmesituation einen Neuanfang zu machen“, erklärte Dutt und benannte das neue Team um Kramny: Co-Trainer wird der ehemalige VfB-Profi Kai Oswald, der zuletzt die U·17 des VfB betreute. Torwarttrainer wird Marco Langner, Ex-Keeper der Stuttgarter Kickers und des SSV Reutlingen. Chima Onyeike bleibt Fitnesstrainer, sowie Philipp Laux Sportpsychologe.