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Kämpferisch und spielerisch top: die SG-A-Jugend mit Levin Wilhelm (beim Wurf) hat eine überragende Pokalrunde gespielt.  Foto: Ripberger/PZ-Archiv 

Jungen Wilden winkt ein Titel: A-Jugendhandballer der SG Pforzheim/Eutingen im deutschen Pokalfinale

Pforzheim. Am Ende dieser seltsamen und außergewöhnlichen Saison winkt den A-Jugend-Handballern der SG Pforzheim/Eutingen doch noch ein Titel. Am Sonntag um 16 Uhr steigt in der Bertha-Benz-Halle in der Goldstadt das deutsche Pokalfinale zwischen der gastgebenden SG und dem Nachwuchs des Bundesligisten SC Magdeburg. Im Vorfeld des Endspiels beantwortet die PZ die wichtigsten Fragen.

Wie kam es überhaupt zum Pokalwettbewerb, der sonst nicht stattfindet?

Er war, wie so vieles in der pandemiebedingt verkürzten und abgebrochenen Saison, ein Notbehelf. Die SG war zunächst in der regulären Bundesliga-Saison bis zum Abbruch ungeschlagen geblieben. Dann nahm man an der Finalrunde um den Titel teil, schied aber mit einem Remis und einem Sieg aus – wegen der schlechteren Tordifferenz. Als vorzeitig ausgeschiedenes Team konnte man für den Pokalwettbewerb melden, was die SG tat – mit Erfolg, wie sich nun zeigt.

Warum wurde die Partie kurzfristig von der Konrad-Adenauer-Halle in die Bertha-Benz-Halle verlegt?

Bei der SG hofft man noch darauf, dass zum Spiel erstmals wieder ein paar Zuschauer kommen dürfen. Verein und Stadt stehen in Verhandlungen. Grund für die Wechsel waren auch aber auch der Deutsche Handball-Bund, der einen genauen Ablauf der Veranstaltung vorschreibt, unter anderem das Abspielen der Nationalhymne. Und in der Konrad-Adenauer-Halle ist die Lautsprecheranlage defekt.

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Wer ist im Finale Favorit?

Für die Pforzheimer liegt die Favoritenrolle klar bei Magdeburg. „Jeder Bundesligist mit einem Jugendinternat hat ganz andere Voraussetzungen als wir“, sagt der Sportliche Leiter der SG, Wolfgang Lipps. Auch für Co-Trainer Markus Rauch, der das Team beim Halbfinalsieg gegen Gelnhausen alleine betreute – Trainer Alexander Lipps war in Urlaub –, ist das Team aus Sachsen-Anhalt Favorit, weil der SC bislang auch mit allen Spielern des älteren Jahrgangs angetreten war, während Pforzheim nur auf die Spieler des jüngeren Jahrgangs setzte. Dass man in dieser Konstellation mit dem jüngeren Jahrgang körperlich unterlegen ist, versteht sich von selbst.

Bleibt die SG bei ihrer Linie mit dem jüngeren Jahrgang?

Ja. Selbst auf Nico Schöttle wird verzichtet, obwohl er eigentlich noch zum jüngeren Jahrgang zählt. Aber er spielte in der regulären Saison oft im Männerteam und beginnt mit der Drittliga-Mannschaft demnächst die Saisonvorbereitung. Zuvor soll er eine Ruhepause bekommen. „Die Jungs haben sich durch Viertel- und Halbfinale gekämpft und es sich verdient“, sagt Markus Rauch zudem über seine „jungen Wilden“.

Wie überraschend kam die positive Entwicklung der SG unter diesen Bedingungen?

Sehr überraschend. Spieler wie Philip Wanner, Torsten Anselm, Levin Wilhelm, Linus Bleh und Josias Boschmann hatten in der regulären Saison noch oft hinter etablierten Akteuren wie Schöttle, Lukas Süsser und Lasse Keller zurückstehen müssen, hatten wenig Einsatzzeiten. Da ist das Erreichen des Finales auch für die SG-Verantwortlichen „alles andere als selbstverständlich“, wie Rauch sagt.