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Aufstiegstrainer Alois Schwartz sieht den KSC gut gerüstet für die bevorstehende Zweitligasaison.  Foto: dpa 

KSC-Aufstiegstrainer Alois Schwartz zuversichtlich: „Wir sind gefestigt“

Karlsruhe. Aufstiegstrainer Alois Schwartz hat sich viele Gedanken über die kommende Spielrunde gemacht. Über die Zusammenstellung des Zweiliga-Kaders, über mögliche Veränderungen im Spielsystem. Schwartz ist zufrieden und zuversichtlich, sieht den KSC gut gerüstet für die bevorstehende Zweitligasaison. Allerdings sei man noch auf der Suche nach einem „schnellen Außenbahnspieler“, wie er in einem Interview mit der PZ erklärte.

PZ: Herr Schwartz, die Trainingsphase ist zwar noch nicht sehr lang, aber können Sie dennoch einen Spieler hervorheben?

Alois Schwartz: Dazu war es wirklich zu kurz. Zudem haben wir viel im läuferischen Bereich gearbeitet. Da muss man übrigens die Spieler loben, die mit guten Laktatwerten aus der Pause kamen.

PZ: Es war und ist immer wieder enorm heiß. Kann man da überhaupt intensiv trainieren?

Alois Schwartz: Man muss das miteinplanen, man kann nicht an die Leistungsgrenze gehen, sonst macht man sich kaputt. Dosierung ist angesagt.

PZ: Wo liegen denn die Schwerpunkte der Übungseinheiten im Trainingslager?

Alois Schwartz: Wir arbeiten an den Grundlagen. Aber natürlich ist die taktische Schulung auch ein Schwerpunkt.

PZ: Sind Sie mit dem Kader, der Ihnen im Moment zur Verfügung steht, zufrieden?

Alois Schwartz: Ja, wir sind zufrieden. Wir wollten uns in der Offensive etwas breiter aufstellen, das konnten wir umsetzen. Wir haben mit Lukas Fröde einen guten Sechser bekommen. Dirk Carlson kann Damian Roßbach auf der linken Seite Druck machen. Mit Marius Gersbeck haben wir einen guten Torwart geholt. Wir arbeiten daran, einen schnellen Außenbahnspieler zu holen.

PZ: Reicht die vorhandene Qualität, um den Klassenerhalt zu schaffen?

Alois Schwartz: Ich muss erst noch mit der Mannschaft arbeiten, es muss erst der Feinschliff kommen, dann kann ich diese Frage beantworten. Jetzt ist es zu früh. Aber: Ich bin guter Dinge. Wichtig ist: Die Mannschaft blieb im Kern zusammen. Es war eine Mannschaft, eine Einheit über zwei Jahre. Es wird mit diesen Charakteren, die da sind, wieder eine Mannschaft sein. Zudem haben wir bei den Neuen auch darauf geschaut, dass das auch in dieser Richtung passt. 

PZ: Beim KSC steht kein völliger Umbau an. Es müssen nicht viele Neue integriert werden, wie das bei vielen anderen Teams der Fall ist. Das könnte sich zum Saisonanfang in überraschenden Punktgewinnen auszahlen.

Alois Schwartz: Ob es sich in Punkten auszahlt, wird man sehen. Aber: Wir sind auf jeden Fall gefestigt. Wir wollten nicht zu viele Wechsel vollziehen. Wir wissen, was wir können, wir wissen aber auch: In der neuen Liga müssen wir uns alle steigern. Das Trainerteam, der Spielerkader – alle, um ein Jahr später wieder in dieser Liga auflaufen zu können.

PZ: Mit Marco Djuricin und Phillip Hofmann verpflichtete der KSC gleich zwei Mittelstürmer, obwohl man Marvin Pourié hat. Warum?

Alois Schwartz: Weil wir vorne viel laufen müssen, weil wir Alternativen brauchen und weil wir mit diesen Spielern variabler aufgestellt wird, vielleicht sogar ein 4-3-3 spielen können. Djuricin hat gutes Tempo und kann um den Stoßstürmer herumspielen, Hofmann bringt ein anderes Element rein. Er bringt viel Robustheit mit, ihn kann man auch anders anspielen.

PZ: Sie erwähnten das System. Es wird immer wieder über die Systemfrage diskutiert. Nervt es Sie, dass man das so in den Mittelpunkt stellt?

Alois Schwartz: Ich habe nicht das Gefühl, dass das im Mittelpunkt steht. Es ist uns klar, dass wir uns entwickeln müssen, dass wir etwas anders agieren müssen als zuletzt. Aber: Man muss in jedem System seine Zweikämpfe führen und gewinnen, man muss in jedem System Laufbereitschaft zeigen. Mit drei Spitzen ändert sich das Anlaufen, aber letztendlich ist es nicht allein entscheidend.