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Der Karlsruher SC ist unter Trainer Alois Schwartz durchgestartet und wieder in Schlagdistanz zur Spitzengruppe.  Foto: dpa 

KSC-Coach Alois Schwartz: „Eine Alternative würde uns guttun“

Wenn der Karlsruher SC am Samstag (Anpfiff 14 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Unterhaching ins neue Jahr startet, warten in der 3. Liga gefühlt 19 Endspiele auf die Badener. Nach verkorkstem Saisonauftakt hat sich die Mannschaft unter dem neuen Trainer Alois Schwartz zwar gefangen und eifrig gepunktet, der Abstand zu den Aufstiegsplätzen ist aber immer noch groß. im Interview äußert sich Schwartz über die Vorbereitung in der Winterpause und die sportlichen Ziele.

PZ: Herr Schwartz, wie fällt Ihre Bilanz der Wintervorbereitung aus?

Alois Schwartz: Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten im Trainingslager sehr gute Bedingungen, die Spieler haben prima mitgezogen. Gegen einen niederländischen Erstligisten haben wir gewonnen, und im Testspiel gegen Drittliga-Kollegen aus Spanien beim 6:1 offensiv einige gute Ansätze gezeigt.

PZ: In der Hinrunde fielen in 20 Spielen nur 19 Karlsruher Tore. Das Nahziel, die Offensive zu verbessern, wurde also zumindest in Spanien schon mal erreicht.

Alois Schwartz: Die Vorwärtsbewegung und der Torabschluss waren tatsächlich die inhaltlichen Schwerpunkte in der vergangenen Woche. Wie schaffe ich es, nach Ballgewinn schnell nach vorne zu spielen? Wie verhalte ich mich im gegnerischen Strafraum? Es ist wichtig, dass der erste Blick bei einer Balleroberung gleich nach vorne geht. In der Hinrunde wurde in diesen Situationen manchmal noch zu viel quer- und zurückgespielt.

PZ: Weniger Probleme hatte der KSC in der Hinrunde im defensiven Bereich.

Alois Schwartz: Das kann man so sagen, wenn man in den 13 Spielen unter meiner Regie zehn Mal zu null spielt. Die Defensive ist unser Prunkstück. Umso wichtiger ist es, dass auch in der Rückrunde die Balance zwischen Offensive und Defensive stimmt. Wenn wir in jedem Spiel ein Tor mehr schießen, aber hinten anfällig sind, ist nichts gewonnen.

PZ: Der KSC geht mit sechs Punkten Rückstand auf Platz drei in die Rückrunde – sogar 14 sind es auf Rang zwei. Zumindest der direkte Wiederaufstieg ist aussichtslos, oder?

Alois Schwartz: Der Start in die Runde war leider nicht so optimal. Und obwohl wir ja gegen Paderborn und Magdeburg gewonnen haben und seit dem sechsten Spieltag im Schnitt zwei Punkte pro Spiel geholt haben, sind sie immer noch so weit weg. Das zeigt, welche Qualität die beiden Mannschaften haben.

PZ: Sagen Sie sich nicht manchmal: ‚Hätten die mich doch bloß schon im Sommer verpflichtet‘?

Alois Schwartz: Nein, das wäre anmaßend. Und solche Gedanken bringen ja auch nichts. Wenn mein vorheriger Arbeitgeber, der 1. FC Nürnberg, im vergangenen Winter nicht Guido Burgstaller verkauft hätte, wäre ich ja vielleicht noch heute Trainer da – und dann hätte sich die Frage eh nicht gestellt, wo wir stünden, wenn ich im Sommer schon hier gewesen wäre.

PZ: Dann lassen Sie uns statt in die Vergangenheit in die Zukunft blicken. Viele Spieler im aktuellen Kader sind nicht mehr die Jüngsten. Steht im Sommer der nächste radikale Umbruch bevor?

Alois Schwartz: Nein, denn der wäre nicht wünschenswert. Schon im vergangenen Sommer kamen ja 19 neue Spieler, das kann man nicht in der darauffolgenden Saison wiederholen. Ich bin da eher für punktuelle, aber gezielte Verstärkungen.

PZ: Was bedeutet das für die Zukunft der U23, die ja möglicherweise aus finanziellen Gründen abgemeldet werden soll? Und wie steht es mit den Verstärkungen im Sturm, die Sie gerne hätten?

Alois Schwartz: Ich kann nur sagen, dass die U23 aus sportlicher Sicht sehr wertvoll für uns ist, zumal nur die wenigsten Spieler direkt den Sprung vom Jugendbereich in den Profifußball schaffen. Und eine Alternative in der vordersten Reihe würde uns schon noch guttun. Da muss man schauen, was machbar ist.

PZ: Aber offiziell ist doch eine Nachverpflichtung ausgeschlossen – aus finanziellen Gründen.

Alois Schwartz: Lassen wir uns mal überraschen, was bis zum 31. Januar noch passiert.