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Zwei Niederlagen gab es zuletzt für das KSC-Team von Trainer Alois Schwartz.  Foto: dpa 

KSC-Coach Schwartz will gegen Osnabrück kein Lehrgeld mehr zahlen

Karlsruhe. Alois Schwartz reicht es: „Das muss nun Lehrgeld genug gewesen sein“, sagt der Trainer des Karlsruher SC. Er meint damit die zwei Niederlagen (1:2 in Kiel, 2:4 daheim gegen den Hamburger SV), die sein badisches Team zuletzt in der 2. Liga kassiert hat. Davor hatte es ja nach den Erfolgen in Wehen und daheim gegen Dresden ganz gut ausgesehen. Dann aber kam diese vermaledeite Kurzserie gegen die Norddeutschen.

Und jetzt geht es schon wieder in den Norden, nach Niedersachsen, zum Mitaufsteiger VfL Osnabrück, wo der KSC am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gefordert ist. Es war ja klar, dass der KSC als Aufsteiger nicht einfach so mir nichts, dir nichts durch die Liga marschieren würde. Aber es ist auch nicht so, dass der KSC bei den beiden Niederlagen chancenlos gewesen wäre. Das gilt eigentlich nur für die erste Halbzeit gegen den HSV, die von cleveren und spielstarken Gästen dominiert wurde.

Aber auch in dieser Begegnung gab es ermutigende Signale. In den drei Spielen davor hätten die Hamburger einen einzigen Schuss, der aufs Tor kam, zugelassen. „Und wir sind 21 Mal gegen sie zum Abschluss gekommen, davon gingen 9 Bälle aufs Tor“, bemüht Alois Schwartz die Statistik. Weil davon aber nur zwei Bälle reingingen, stand am Ende eine nicht unverdiente Niederlage, auch weil die Karlsruher eine ganze Reihe Hochkaräter ausließen.

Das Toreschießen ist also gar nicht das große Problem der Badener, eher das Toreverhindern. „Wir haben schon neun Gegentore fressen müssen. Da müssen wir den Hebel ansetzen“, kündigt der Trainer an. Seine Analyse: „Wenn nur ein paar Prozentpunkte bei der Leistung fehlen, sind wir zweiter Sieger.“

Was tun? Der Trainer hat schon mal den einen oder anderen Personalwechsel angekündigt, ohne Namen von Wackelkandidaten zu nennen. Mögliche Spieler, die auf einen Einsatz hoffen dürfen, nennt er hingegen schon. Burak Camoglu und Manuel Stiefler zum Beispiel, die nach ihrer Einwechslung gegen HSV belebende Elemente waren. „Mit ihnen war es ein anderes Spiel“, sagt Schwartz. Oder Choi Kyoung-Rok, der nach seiner Einwechslung in Kiel auffiel und im Training nachlegte.

Vor allem auf den laufintensiven Außenbahn-Planstellen im Mittelfeld dürfte der Trainer über Wechsel nachdenken, am wenigsten überraschend käme ein Einsatz von Camoglu anstelle von Lukas Grozurek. Der Neuzugang aus Österreich gefällt zwar mit Tordrang und Schusstechnik, Camoglu aber könnte die Variante sein, die der Defensive mehr Stabilität gibt. An den Sonntag-Gegner Osnabrück hat der KSC aus der vergangenen Saison gute Erinnerungen. Beide Spiele in der 3. Liga wurden gegen den VfL gewonnen. Die Badener wissen also, wie sie gegen die VfL-Dreierkette agieren müssen. Marc Lorenz erwartet an der „Bremer Brücke“ eine „hitzige Stimmung. Da müssen wir kühlen Kopf bewahren“. Nicht, dass das Karlsruher Lehrgeld-Konto noch weiter aufgestockt wird.

Voraussichtliche KSC-Aufstellung: Uphoff – Thiede, Pisot, Gordon, Roßbach – Camoglu, Fröde, Wanitzek, Lorenz – Hofmann, Pourié