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08.12.2013

KSC: Ein Prunkstück mit Zukunft

Fast die komplette Abwehr des KSC hat die Verträge bereits verlängert. Als Letzter ist nun wohl Verteidiger Daniel Gordon an der Reihe.

Bildergalerie: KSC und VfL Bochum trennen sich torlos

Voll fokussiert ist Dennis Kempe (am Ball) im Spiel gegen den VfL Bochum. Mit 14 Gegentoren aus 17 Spielen hat der Karlsruher SC die zweitbeste Abwehr der Liga. Foto: OBrien Kaiser
Tabellenplatz fünf, 27 Punkte – eine solche Vorrunde hätten die Experten dem Karlsruher SC nicht zugetraut, lobte Peter Neururer die Gastgeber, der sich bei den Experten sogleich mit einschloss. Bochums Trainer bezeichnete die Wildparkprofis nach dem torlosen Unentschieden gegen seinen VfL am Freitagabend sogar als „Spitzenmannschaft“.

Das aber hört Markus Kauczinski gar nicht gerne. Der Karlsruher Cheftrainer weiß, dass seine Zweitliga-Fußballer im Spiel nach vorne noch viele Fehler machen. Schnelligkeit und Präzision, zum Beispiel, lassen oftmals zu wünschen übrig. „Aber daran arbeiten wir.“ Deshalb hätte der KSC gegen den VfL durchaus auch gewinnen können. Nach einem Foul an Dominic Peitz setzte Selcuk Alibaz den fälligen Freistoß nur ganz knapp neben das VfL-Tor (2.). Dessen Hüter Andreas Luthe war anschließend zweimal (5. und 30.) mit den Fingerspitzen vor dem einschuss- bzw. einköpfbereiten Koen van der Biezen am Ball. Und in der 87. Minute verhinderte der beste Gästespieler gegen Ilian Micanski eine späte Niederlage seiner Mannschaft.

Dass der KSC nicht mehr hundertprozentige Chancen hatte, lag auch daran, dass die Vorsicht oberste Priorität hatte. „Wir wollten auf keinen Fall in einen Konter laufen“, erklärte Markus Kauczinski. Denn darauf habe der VfL Bochum gelauert. Es sei neu für ihn und sein Team, „dass ein Gegner herkommt und sagt, mit einem Unentschieden sind wir zufrieden“. Natürlich könne irgendwann im Laufe dieser Saison auch einmal der Punkt kommen, „an dem wir sagen, okay, wir gehen höheres Risiko“. Aber: „Momentan ist noch jeder Zähler wichtig und wir wollten den VfL in der Tabelle auf Abstand halten.“ Deshalb habe seine Mannschaft den Matchplan „durchgezogen“ und er sei mit ihrer Leistung „zufrieden.“

Zweitbeste Defensive der Liga

Großes Lob gebührt – nicht nur für das vierte Spiel hintereinander und nun insgesamt sieben Spiele ohne Gegentor – der Abwehrarbeit des KSC. Nur 14 Gegentreffer in 17Spielen (Platz zwei hinter Tabellenführer Köln) tragen entscheidend dazu bei, dass der Aufsteiger nach der ersten Halbserie die viertbeste Tordifferenz (+7) aufweist.

Schon drei Spieler der Viererkette, nämlich Dennis Kempe (links), Philipp Klingmann (rechts) und Jan Mauersberger (Innenverteidigung), haben ihre Verträge vorzeitig verlängert. Folgerichtig steht in den nächsten Tagen eine diesbezügliche Einigung mit Daniel Gordon auf der Agenda von Sportdirektor Jens Todt.

Da sich der Vertrag von Torjäger Koen van der Biezen (bisher sechs Treffer) mit dem Aufstieg automatisch um ein Jahr – bis 2015 – verlängert hat, stellt sich bei Spielern aus dem aktuellen Kader die Zukunftsfrage eigentlich nur noch bei Rouwen Hennings. Dessen Vertrag ist bis zum 30. Juni 2014 gültig. „Wir bewerten seine Entwicklung positiv“, sagt Jens Todt auf Nachfrage, und Cheftrainer Markus Kauczinski meint: „Mal sehen, wie er aus der Winterpause kommt.“

Dass der ein oder andere Karlsruher aus dem zweiten oder dritten Glied den Wildpark zwischen den Jahren verlassen möchte, davon ist Jens Todt bisher nichts bekannt. „Auf uns ist deshalb noch kein Spieler, kein Berater oder Verein zugekommen.“