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Im Hinspiel remis, jetzt verloren: Karlsruhes Lieblingsgegner wird die Spvgg Unterhaching nicht mehr. Auch Hakan Calhanoglu, hier im Hinspiel, konnte daran nichts ändern.

KSC: Erste Hälfte verschlafen und Serie gerissen

Dass der Fußball-Drittligist Karlsruher SC irgendwann wieder verlieren würde, war klar. Aber wie die Erfolgsserie des zumindest vorübergehend entthronten Tabellenführers nach 20 Spielen ohne Niederlage zu Ende ging, gab Oliver Kreuzer Anlass zur Kritik. Der KSC hätte sich das 1:2 (0:1) in Unterhaching „selbst zuzuschreiben“, meinte der Sportdirektor. „Die Mannschaft hat in den ersten 45 Minuten zu wenig investiert.“

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KSC verliert gegen Unterhaching

Dabei schickte das Unterhachinger Trainerduo Claus Schromm/Manuel Baum gegen den KSC „die vielleicht jüngste Startelf aller Zeiten“ auf den Platz, sagt Schromm nach dem Spiel, bei dem die Gastgeber mit drei 19-Jährigen und einem Durchschnittsalter von 21,4 Jahren antraten. Aber die Spielvereinigung zeigte vier Tage nach dem blamablen Aus im bayerischen Vereinspokal beim Regionalligisten Bayern Hof (3:4 nach Elfmeterschießen), dass sie noch lebt – und das nicht nur den 3400 Fans im Unterhachinger Sportpark, darunter etwa 1500 aus Karlsruhe, sondern auch den Zuschauern vor den Fernsehern.

Der KSC hingegen „hat geglaubt, die wollen nichts mehr“, ärgerte sich Kreuzer. „Und wenn man nicht jedes Spiel mit voller Konzentration angeht, dann geht das irgendwann in die Hose. Und so war’s am Samstag.“ Unterhaching sei lauffreudiger gewesen, seinen Gästen meistens einen Schritt voraus. „Wir sind nur hinterhergerannt und haben keinen Rhythmus gefunden.“ Die ersten 45 Minuten waren jedenfalls bei Weitem nicht das, „was wir uns vorgenommen hatten“, gab Torhüter Dirk Orlishausen zu.

Zum Glück für die Wildparkprofis blieb es im ersten Spielabschnitt beim 1:0 für die Oberbayern durch Yasin Yildiz (5.), denn Andreas Voglsammer, der in der Saison 2010/11 bei den A-Junioren des KSC spielte, traf mit einem strammen Schuss aus 25 Metern nur den Querbalken (25.).

„Wir haben die erste Halbzeit total verpennt“, kreidete Markus Kauczinski seiner Mannschaft an. „Dann ist es schwer, den Schalter umzulegen.“ Zwei Fernschüsse von Hakan Calhanoglu (10., 16.), die beide das gegnerische Tor deutlich verfehlten – mehr brachte sein Team vor der Pause offensiv nicht zustande.

Anschlusstreffer kommt zu spät

Nach dem Seitenwechsel bestimmte der KSC dann zwar das Spiel. Aus der Überlegenheit der Gäste resultierten aber nur zwei wirklich gute Tormöglichkeiten. Rouwen Hennings köpfte eine Flanke von Philipp Klingmann vorbei (56.), und Koen van der Biezen scheiterte mit seinem Kopfball nach einer Ecke an einem Reflex von Torhüter Korbinian Müller (80.).

Nach einem Fehler von Dirk Orlishausen, der einen einfachen Freistoß von Yildiz fallen ließ, hätte Jonas Hummels dann schon das 2:0 machen müssen (85.). Aber erst nach einem Ballverlust von Gaetan Krebs im Mittelfeld und einer 3:2-Überzahl schoss Quirin Moll die Gastgeber endgültig zu drei Punkten (88.). Denn der Kopfball von Jan Mauersberger zum 1:2 (90.+1) kam zu spät.

Als „Schuss vor den Bug zur rechten Zeit“, bezeichneten Kauczinski und Kreuzer die insgesamt vierte Saisonniederlage. Am Mittwoch, im Nachholspiel in Erfurt, könne die Mannschaft „das wieder geraderücken“ und mit einem Sieg an die Tabellenspitze zurückkehren. Im Steigerwaldstadion müsse man sehen, „dass wir auf der Zielgeraden sind“, fordert der KSC-Coach von seiner Mannschaft. „Das war in der ersten Halbzeit in Unterhaching nicht der Fall.“