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Karlsruher SC

Beim KSC wird derzeit an vielen Stellen an der Zukunft gebastelt; die Mehrzahl der Fans zieht offenbar mit. Foto: PZ-Archiv/Ripberger
Beim KSC wird derzeit an vielen Stellen an der Zukunft gebastelt; die Mehrzahl der Fans zieht offenbar mit. Foto: PZ-Archiv/Ripberger
23.01.2019

KSC-Fans für Ausgliederung: Mehrzahl der Anhänger begrüßt den geplanten Schritt des Vereins

Karlsruhe. Bekanntlich forciert der Karlsruher SC seit einigen Monaten die Ausgliederung seiner Profiabteilung, so will man attraktiver für Investoren werden. Am Mittwochabend traf sich nun zum dritten Mal ein „Ausgliederungsausschuss“, dem neben Vereinsvertretern auch Juristen und eine Beratungsagentur angehören. Aber eben auch Vertreter der Supporters und der Ultras.

Wie wichtig deren Einbindung ist, wurde am Dienstag bei einem Informationsabend in Vereinsgaststätte deutlich. Denn offenbar waren viele Bedenken, die die Fans hatten, bereits in vorherigen Gesprächen ausgeräumt worden. Die Nachfragen, die die meist jungen Besucher zur Vereinspolitik hatten, waren jedenfalls merklich schärfer als die zur Ausgliederung. Dass der KSC vorhat, den Lizenzbereich als GmbH & Co. KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) zu führen, deren einziger Gesellschafter der KSC e.V. wäre, begrüßen viele Fans.

„Dieser Weg passt zu uns“, sagte Präsident Ingo Wellenreuther. „Wir wollen keinen riesigen russischen Investoren, sondern, dass sich viele kleinere engagieren.“ Der DFB lässt Kapitalgesellschaften zu, sofern die Stimmenmehrheit auch nach einer Ausgliederung beim Verein liegt. Die zu Grunde liegende „50-plus-1-Regel“ soll sicherstellen, dass die Vereinsinteressen mehr Gewicht haben als die der Investoren. Wellenreuther kündigte am Dienstag an, der KSC wolle an 50+1 selbst dann festhalten, wenn die Regel vom DFB oder einem Gerichtsurteil gekippt werde. Nun will der Ausgliederungsausschuss weitere Schritte zur Änderung seiner Geschäftsform diskutieren.

Dass er dabei den Segen der Basis hat, wurde am Dienstag deutlich, doch die Fans und Mitglieder hatten durchaus kritische Nachfragen. So monierte ein Fan, dass Dominik Stroh-Engel, der nach Aussage von Sportdirektor Oliver Kreuzer „weiß, dass er in den Planungen des Trainers keine Rolle mehr spielt“, 2017 mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet wurde, der sich im Falle eines Aufstiegs um ein Jahr verlängert.

Das Fehlen eines Fanshops in der Innenstadt kritisierte ein anderer Redner. Kritische Nachfragen musste sich Wellenreuther auch bezüglich des langjährigen A-Jugendtrainers Lukas Kwasniok gefallen lassen, der mittlerweile Chefcoach in Jena ist. Ein Vertreter der Ultras wollte wissen, wie es sein könne, dass der trotz eines angeblichen gravierenden Fehlverhaltens noch eine Abfindung bekommen habe und ob es zutreffe, dass das Präsidium im Sommer einen Wechsel Kwasnioks nach Aue habe scheitern lassen, weil ihm 125 000 Euro Ablöse zu wenig gewesen seien. Indirekt gab Wellenreuther genau das zu.

Viel Lob gab es aber für die Tatsache, dass der Informationsabend überhaupt stattfand. „Wir haben in unserer Zukunftswerkstatt ja gefordert, dass der Dialog mit den Fans und Mitgliedern intensiviert wird“, sagte der Vorsitzende der Supporters, Marco Fuchs. „Das war heute schon mal ein guter Ansatz.“