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Das KSC-Präsidium will mit juristischen Mitteln auf die Verwendung von mit dem KSC-Logo versehenen Sturmhauben reagieren.  

KSC-Präsidium: Leuchtraketen-Schützen als "Straftäter" gewertet

Karlsruhe. Pyroshow mit Bengalos und scheinbar gezielter Beschuss mit Leuchtraketen – Fangruppen des Karlsruher SC haben einmal mehr für Aufsehen im Stadion gesorgt. Zuletzt am vergangenen Sonntag beim Zweitliga-Derby gegen den VfB Stuttgart. Beim badischen Traditionsverein ist man gar nicht davon begeistert. Im Gegenteil, wie eine Pressemitteilung des KSC offenbart.

„Der Karlsruher SV verurteilt die Vorkommnisse im KSC-Fanblock beim baden-württembergischen Derby gegen den VfB Stuttgart aufs Schärfste. Der Verein distanziert sich nachdrücklich von allen, die an den für den Verein und für alle echten KSC-Fans beschämenden illegalen Vorkommnissen beteiligt waren“, heißt es in der Mitteilung.

Der ganze Verein sei betroffen. „Wir als Vereinsführung entschuldigen uns bei allen Beteiligten für die entstandenen Unannehmlichkeiten und die Ereignisse, die friedliche Stadionbesucher, in Gefahr gebracht haben“, schreiben KSC-Präsident Ingo Wellenreuther und die beiden Vizepräsidenten Günter Pilarsky und Holger Siegmund-Schultze.

Dann wird der Ton noch schärfer: „Wir sprechen hier über Straftäter, die Menschen mit ihrem Verhalten bewusst und mit voller Absicht in Gefahr gebracht haben. Mit Leuchtkörpern gezielt in Bereiche zu feuern, in denen sich Menschen aufhalten – in diesen Fällen sogar die eigenen Spieler – dafür fehlt uns jegliches Verständnis. Wir sind schockiert über die Ausmaße und hoffen, dass die Ermittlungen zu Ergebnissen führen und Täter namentlich festgestellt werden können, damit auch wir als Verein konsequent handeln können. Genauso erwarten wir auch von der aktiven Fanszene, dass sie zur Aufklärung beiträgt und ihren Laden in den Griff bekommt.“

Bereits am Montag hatte sich das KSC-Präsidium zu einer Sondersitzung getroffen, an der auch der Vorsitzende des Verwaltungsrats, der Sicherheitsbeauftragte, der hauptamtliche Fanbeauftragte und der Leiter des Ordnungsdienstes teilnahmen. „Wir haben uns dabei von allen Beteiligten einen Situationsbericht geben lassen und uns über die weitere Vorgehensweise und mögliche Maßnahmen ausgetauscht“, heißt es in der Pressemitteilung. „Jeder dieser Straftäter, der überführt wird, wird neben der strafrechtlichen Seite durch die Behörden auch seitens des Vereins die gesamte Bandbreite unserer Sanktionsmöglichkeiten treffen. Das geht von Regressforderungen über Maßnahmen wie Stadionverbot, Vereinsausschluss und mehr“, erklären die Mitglieder des KSC-Präsidiums weiter.

Der Verein reagiert auch auf die Verwendung von mit dem KSC-Logo versehenen Sturmhauben zur Tarnung. „Wir werden hier alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen – sowohl was die illegale Produktion unter rechtswidriger Verwendung unseres Logos, den Verkauf als auch das Tragen der Sturmhauben selbst betrifft.“

Das Präsidium, so die KSC-Mitteilung, danke allen Fans, die den KSC friedlich unterstützen und damit zeigen, dass das KSC-Leitmotiv „Ehrensache“ von der überwiegenden Anzahl der Anhänger gelebt werde.

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