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Beim Karlsruher SC ist Marvin Wanitzek im Mittelfeld eine feste Größe. GES 

KSC-Profi Marvin Wanitzek: „Wir dürfen nicht nachlassen“

Marvin Wanitzek ist waschechter Badener. Geboren wurde er in Bruchsal, wo der inzwischen 23-Jährige noch lebt. Zum Karlsruher SC hatte ihn Marc-Patrick Meister geholt. Nun ist Meister nicht mehr Trainer, während sich Wanitzek und sein Team Chancen auf die Zweitliga-Rückkehr macht.

PZ: Der KSC hat einen tollen Lauf. Ist die Mannschaft überhaupt noch zu stoppen?

Marvin Wanitzek: Natürlich ist es gut und nicht selbstverständlich, eine komplette Halbserie ungeschlagen zu bleiben. Vorhersehbar, dass es so gut läuft, war das nach dem schwachen Start nicht. Aber wir wissen: Wir dürfen auch jetzt nicht nachlassen …

PZ: Es ist bestimmt schwer, nach 19 Spielen in Serie ohne Niederlage, die Konzentration hoch zu halten. Denkt man da nicht mal: Das klappt eh …

Marvin Wanitzek: Da ist etwas dran … Wenn man weiß, dass man so einen Lauf hat, besteht die Gefahr ein, zwei Prozente nachzulassen. Aber da steuert der Trainer vor jedem Spiel, vor und in jedem Training dagegen. Er sagt uns immer wieder, dass es egal ist, wie lange wir ungeschlagen sind. Es zählt das nächste Spiel und das können wir nur mit Vollgas gewinnen. Es geht nichts mit Schönspielerei. Das ist inzwischen in unseren Köpfen drin. Wir wissen, dass nichts von alleine geht. Wir sind mittlerweile ein echtes Team, das ist die Basis des Erfolgs. Und der Trainer legt großen Wert auf die kämpferische und läuferische Leistung.

PZ: Bei Ihnen als technisch beschlagenem Spieler war die kämpferische Entwicklung positiv.

Marvin Wanitzek: Das kann gut möglich sein. Läuferisch war ich immer gut, hatte immer gute Laktatwerte. Ich habe inzwischen eine andere Rolle im Team, als es vor der Saison geplant war. Ich spiele im defensiven Mittelfeld. Ich bin eigentlich ursprünglich eher der Achter oder Zehner. Aber auf der Sechserposition muss ich die Zweikämpfe mehr suchen.

PZ: In den letzten Spielen wurden Sie zur Allzweckwaffe im Mittelfeld. Als defensiver Mittelfeldspieler begonnen, dann in die Offensive geschoben. Ist das egal?

Marvin Wanitzek: Wie gesagt, ich habe früher weiter vorne gespielt und das kommt mir zu Gute, da ich so flexibel einsetzbar bin und dem Trainer taktische Varianten ermögliche.

PZ: Schauen Sie auf die Resultate der Rivalen, auf die Tabelle?

Marvin Wanitzek: Natürlich wirft man immer mal einen kurzen Blick darauf. Wir haben eine große Hypothek abgearbeitet – jetzt schnuppern wir dran und tun gleichzeitig gut daran, weiter auf uns, auf unsere Leistung zu schauen. Wir müssen Spiel für Spiel alles tun, so dass wir in den Spiegel schauen können und sagen: Okay – wir haben alles gegeben, alles getan. So müssen wir in Würzburg antreten.

PZ: Sie sagen es, es geht am Samstag zu den Kickers nach Würzburg. Das muss ein Dreier her.

Marvin Wanitzek: Wir wissen, dass wir das Hinspiel 2:0 gewonnen haben – und das war Schwerarbeit. Wir sind defensiv stabil, haben uns offensiv entwickelt und haben viel Selbstvertrauen getankt und gehen das Spiel mit voller Konzentration an. Aber wir wissen auch: Wenn man in der 3. Liga etwas holen will, muss man immer an die eigene Leistungsgrenze.

PZ: Magdeburg und Paderborn haben Nachholspiele. Könnte das, wegen der zusätzlichen Belastung, ein Vorteil des KSC sein?

Marvin Wanitzek: Das kann man so oder so sehen. Wir hatten auch innerhalb kurzer Zeit zwei Englische Wochen und die prima absolviert. Vielleicht werden Spieler durch Englische Wochen müde – vielleicht sogar mehr motiviert. Uns ist das egal, wir schauen auf uns.

PZ: Der KSC spielt noch gegen Rostock, Magdeburg und Paderborn. Ist das ein Vorteil?

Marvin Wanitzek: Es ist immer gut gegen direkte Konkurrenten vieles in der eigenen Hand zu haben. Wir haben einen tollen Lauf, eine super Punktausbeute und gehen – wenn es soweit ist – in diese Begegnungen mit Zuversicht.

PZ: Der Druck wird aber enorm, denn da muss der KSC siegen ...

Marvin Wanitzek: Wir hatten immer Druck, und haben dem standgehalten. Daran wird sich den Rest der Saison nichts ändern. Und das gilt auch fürs jetzt erstmal wichtigste Spiel – das in Würzburg am Samstag.