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KSC-Torhüter Benjamin Uphoff gewinnt bei den Karlsruhern immer mehr an Sicherheit und Qualität.  Foto: Ripberger 

KSC-Torhüter Benjamin Uphoff: „Ich habe noch Luft nach oben“

Benjamin Uphoff zeigt insgesamt Klasseleistungen, schaffte es so, Dirk Orlishausen zu verdrängen. Uphoff ist die neue Nummer eins im Tor des Fußball-Drittligisten Karlsruher SC. Der gebürtige Bayer wird immer besser. Trainer Alois Schwartz ist voll des Lobes über seinen Keeper: „Benjamin ist ein klasse Rückhalt. Mit seiner Ruhe und Ausstrahlung gibt er der Mannschaft Sicherheit. Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, wird Benni seinen Weg weiter nach oben gehen.“ Vor dem Heimspiel Spiel am Samstag (14 Uhr) gegen Unterhaching sprach PZ-Mitarbeiter Peter Putzing mit Benjamin Uphoff.

PZ: Herr Uphoff, nach ein paar anfänglichen Unsicherheiten ging ihre Leistungskurve raketenhaft nach oben. Sie spielen nahezu völlig fehlerfrei.

Benjamin Uphoff: Raketenhaft – so würde ich das nicht ausdrücken. Es war eine ordentliche Hinrunde. In den ersten zwei, drei Spielen gab es kleine Schwächen, aber es wurde von Spiel zu Spiel besser. Doch man darf diese Leistungssteigerung nicht alleine auf mich projizieren, das war eine Entwicklung der ganzen Mannschaft.

PZ: Aber: Sie haben es geschafft, seit sensationellen 555 Minuten in der 3. Liga ohne Gegentreffer zu sein.

Benjamin Uphoff: Wenn ich alleine spielen würde, da hätte ich es keine zwei Minuten geschafft. Zudem hatte ich in einigen Spielen wenig zu tun – alles ein Verdienst der ganzen Mannschaft.

PZ: Sie haben kaum Schwächen. Die Strafraubeherrschung ist gut, die Reflexe, die Eins-gegen-eins-Situationen. Wo sehen Sie denn noch Schwächen?

Benjamin Uphoff: Ich habe keinen Teilbereich, in dem ich komplett abfalle, das soll aber nicht heißen, dass ich mich nicht auf allen Gebieten verbessern kann. Da ist noch genug Luft nach oben.

PZ: Mit dieser Serie im Rücken, mit Ihren tollen Leistungen der Hinrunde als Maßstab, starten Sie in die Rückrunde. Alle haben die Erwartungen, dass Sie dieses Niveau halten. Das ist doch mehr Druck als zuvor.

Benjamin Uphoff: Wenn man im bezahlten Fußball unterwegs ist, gibt es keine Situation, in der man komplett ohne Druck spielen kann. Von daher gehört das dazu, damit habe ich überhaupt keine Probleme.

PZ: Sie wirken ruhig und ausgeglichen. Ist das erarbeitet oder liegt das in Ihrem Naturell?

Benjamin Uphoff: Das ist mein Naturell. Ich bin keiner, der, wenn es schlecht läuft, auf Aktionismus schaltet. Genau so wenig gehe ich es lockerer an, wenn es gut läuft. Eine gewisse Sachlichkeit muss man an den Tag legen.

PZ: Man sagt: Torhüter und Linksaußen sind anders als andere…

Benjamin Uphoff: Es kann durchaus sein, dass ich aus diesem Schema falle.

PZ: Gibt es nach Ihren guten Leistungen schon Anfragen andere Clubs?

Benjamin Uphoff: Es gibt gar nichts.

PZ: Der KSC hat sechs Punkte Rückstand auf Rang drei – das scheint aufholbar. Aber die beiden Teams an der Spitze sind viel weiter weg. Was ist für Sie noch möglich?

Benjamin Uphoff: Wir schauen weiter von Spiel zu Spiel. Man muss jedoch auch sehen, Rostock ist zuletzt gut und stabil aufgetreten, andere Teams sind mit im Boot. Aber: Bis auf Fortuna Köln haben wir alle Mannschaften aus dem oberen Tabellenbereich geschlagen. Dennoch: Paderborn und Magdeburg spielen in ihrer eigenen Liga. Das wäre sehr ungewöhnlich, die noch einzuholen, da müssten die total einbrechen.