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05.02.2010

KSC auf dem Weg nach unten: 1:2 gegen St. Pauli

HAMBURG. Als in der Führungsetage des Karlsruher SC vor einigen Tagen die Rede von einer „Übergangssaison“ war, dachten die Verantwortlichen sicher nicht an den Übergang in die Dritte Liga. Nach nun drei verlorenen Rückrundensspielen müssen die Wildparkprofis jedoch aufpassen, nach dem Abstieg aus der Bundesliga nicht nach unten durchgereicht zu werden.

Denn bei der gestrigen 1:2-Niederlage auf St. Pauli ließ die Mannschaft von Trainer Markus Schupp kaum Lernerfolge erkennen.
„Die Vorzeichen bei uns waren denkbar schlecht“, brachte Markus Schupp nach der Partie seine Personalsorgen kritikmildernd ein. Seinen jungen Spielern, Matthias Cuntz kam in der 61. Minute zu seinem Profi-Debüt, Chrisantus spielte erstmals von Beginn an, Michael Blum gab sein Comeback und schließlich durfte noch Christopher Bieber Profiluft schnuppern, sprach der KSC-Coach ein Lob aus: „Die Jungs wollten das Spiel umbiegen.“

Nach den jüngsten Niederlagen war dem KSC am Millerntor eine große Verunsicherung anzumerken. St. Pauli legte los wie die Feuerwehr und die Mannschaft von Trainer Markus Schupp kam zunächst kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Aus dem Spiel heraus aber ergaben sich für die Gastgeber erst einmal keine Chancen, ihre erzwungenen Freistöße und Eckbälle verpufften wirkungslos. Bis zur 24. Minute. Dann hämmerte Rouwen Hennings nach einem simplen Freistoßtrick den Ball aus fast 30 Metern ins KSC-Netz. In der Folgezeit erspielten sich die Kicker vom Kiez weitere gute Tormöglichkeiten, die aber Max Kruse (35.) und Deniz Naki (38.) nicht zu nutzen wussten. Diese Nachlässigkeiten wurde bestraft. Gaetan Krebs knöpfte Naki kurz vor dem Strafraum der Platzherren die Kugel ab, scheiterte mit seinem Schuss aber an Matthias Hain. Gegen den Nachschuss von Macauley Chrisantus jedoch war St. Paulis Keeper machtlos. Völlig überraschend stand es in der 40. Minute 1:1.
Die Platzherren schüttelten sich kurz und antworteten mit Wut im Bauch. Bastain Oczipka kam links zum Flanken und in der Mitte stand Rouwen Hennings so frei, dass ihm problemlos sein zweites Tor und die erneute Führung gelang (44.). „Entscheidend war“, so Arnold Trentl, der sportliche Leiter des KSC, „dass wir so schnell nach dem Ausgleich und kurz vor der Pause das zweite Gegentor bekommen haben.“
Nach dem Seitenwechsel war der KSC auf dem „Acker“ am Millerntor zwar besser im Spiel – aber noch immer nicht gut genug, um den derzeitigen Tabellenführer ernsthaft in Verlegenheit bringen zu können. Während St. Paulis Keeper Matthias Hain praktisch keine Großtaten vollbringen musste, stand sein gegenüber Markus Miller mehrfach im Brennpunkt. Glück hatte der KSC-Keeper, als der schwache Schiedsrichter Thorsten Schrievers in der 65. Minute, nachdem Miller gegen Marius Ebbers zu spät gekommen war, nicht auf Strafstoß für die Gastgeber entschied.„Wir haben auch so noch fünf, sechs gute Chancen herausgespielt“, lobte Holger Stanislawski seine Schützlinge, „und die Zuschauer haben uns geholfen, dieses Spiel nach Hause zu bringen.“
KSC-Trainer Markus Schupp war gnädig in seinem Urteil und sprach von einem „richtigen Schritt in die richtige Richtung.“