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Die Möglichkeit zum Sieg war da, findet KSC-Trainer Alois Schwartz. Foto: dpa
Die Möglichkeit zum Sieg war da, findet KSC-Trainer Alois Schwartz. Foto: dpa
10.02.2019

KSC bäumt sich zu spät auf: 1:1-Unentschieden gegen Jena

Jena. Das 1:1 in Jena rief im Karlsruher Lager unterschiedliche Reaktionen hervor. Während die 1000 mitgereisten Fans einen Zähler bejubelten, der trotz des Platzverweises für Daniel Gordon erkämpft worden war, sah man Alois Schwartz die schlechte Laune an. „Wir haben zwei Punkte liegenlassen, die Möglichkeiten zum Sieg waren da“, sagte der KSC-Trainer.

Angesichts von zwei Pfostentreffern von Marvin Pourié (52./84.) und einem verschossenen Foulelfmeter (Marc Lorenz/66.) konnte man diese Sicht der Dinge durchaus nachvollziehen. Und dennoch: Wie bereits im Spiel gegen Fortuna Köln (3:1) in der Vorwoche schaffte es der KSC auch in Thüringen nicht, beide Halbzeiten auf ähnlich hohem Niveau zu absolvieren. In den ersten 45 Minuten war der FC Carl Zeiss Jena das aktivere Team, das auch spielerisch zu überzeugen wusste.

In dieser Phase des Spiels blieb der KSC vor allem spielerisch einiges schuldig. Sich ausschließlich auf lange, hohe Bälle zu beschränken, war auch deshalb keine gute Idee, weil in der ersten Hälfte heftige Windböen durchs Ernst-Abbe-Sportfeld wehten und das Spielgerät oft auf Höhe der Mittellinie senkrecht herunterfiel.

Geschickter stellten sich da die vom ehemaligen Karlsruher A-Jugendtrainer Lukas Kwasniok betreuten Jenenser an, die nicht nur nach dessen Ansicht in der ersten Hälfte ihre „spielerisch beste Leistung, seit ich hier bin“ boten. Mitte der ersten Halbzeit erzielte Jena dann auch das 1:0. Manfred Starke zog nach einem schönen Dribbling von der Strafraumkante ab, KSC-Keeper Benjamin Uphoff konnte den Ball nur abklatschen lassen, den Rest besorgte Maximilian Wolfram (23.).

Doch noch vor der Pause konnte der KSC ausgleichen: Verteidiger Daniel Gordon schraubte sich nach einem Eckball von Lorenz hoch und köpfte ungehindert ein (45.+1.). Im zweiten Durchgang war dann allerdings der KSC das bessere Team, das sich den Punkt redlich verdiente, obwohl es sich schon früh selbst dezimierte. Nachdem sich Gordon bei einem Eckball zu einem Ellenbogencheck gegen René Eckardt hinreißen ließ, sah der Routinier die Ampelkarte. Zuvor war er bereits nach einem Foul an Jannis Kübler verwarnt worden (29.).

Gordon wird am Dienstag in Zwickau genauso fehlen wie Manuel Stiefler, der die fünfte Gelbe Karte hinnehmen musste. Am Samstag wurde er von Alexander Groiß ersetzt, der seine Sache nach langer Verletzungspause gut machte. Den KSC schien die Herausstellung von Gordon allerdings eher zu beflügeln, die Offensivaktionen nahmen zu. In der 65. Minute holte Jenas Verteidiger Dennis Slamar Marvin Pourié von den Beinen, der mit viel Tempo in den Strafraum eingedrungen war. Doch Marc Lorenz vergab den Elfmeter, FCC-Keeper Koczor hatte keine Mühe, den halbhoch und zu mittig geschossenen Schuss zu parieren.

Doch auch mit zehn Mann ließ der KSC nichts mehr anbrennen und wirkte gegen Ende sogar optisch überlegen. Kein Zufall, wie Stürmer Pourié fand: „Wir sind einfach konditionell topfit und können über 90 Minuten ein hohes Tempo gehen.“

Die schwächere erste Halbzeit ärgerte allerdings auch den Karlsruher Top-Torschützen: „Wir sind schon gegen Köln schlecht in die Partie gekommen. Daraus müssen wir am Dienstag gegen Zwickau lernen.“