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Die provisorische Nordtribüne des KSC soll überdacht werden, das geplante Gegenstück im Süden nicht.

KSC erhält DFL-Lizenz für 2. Bundesliga unter Auflagen - Es fehlt ein Tribünendach

Karlsruhe. Sportlich ist der Karlsruher SC auf Kurs in Richtung 2. Bundesliga. Nachdem der Fußball-Drittligist am Dienstag zunächst bekanntgab, dass die Lizenz für die zweithöchste Spielklasse in Gefahr sei, meldet der KSC jetzt: "Der Karlsruher SC hat die Lizenz für die 2. Bundesliga für die Spielzeit 2019/2020 von der Deutschen Fußball Liga (DFL) unter Auflagen bzw. Bedingungen erhalten."

"Dem Ausnahmeantrag des Karlsruher SC zur Nichtüberdachung der provisorischen Südtribüne wurde im Rahmen des heutigen Erstbescheides zum Lizenzierungsverfahrens der Deutschen Fußball Liga (DFL) nicht stattgegeben", hieß es in der ersten Pressemitteilung des Vereins. Auflage sei, auch die Südtribüne bis zum 1. September zu überdachen – ansonsten erhält der KSC keine Lizenz für die 2. Bundesliga. Am frühen Abend meldete der KSC nun die Lizenzvergabe und: "Auflage ist unter anderem die Überdachung der provisorischen Südtribüne bis zum 01.09.2019. Eine Nichterfüllung der Auflagen führt zu einem Verstoß gegen die Lizenzierungsbedingungen." 

Der Karlsruher Gemeinderat hatte im Februar zunächst nur ein Dach über die provisorische Nordtribüne genehmigt. Die provisorische Südtribüne soll ohne Dach erstellt werden. Das Problem: Dies widerspricht den Statuten der DFL, die eine Komplettüberdachung des Stadions vorschreiben. Der KSC musste darauf hoffen, dass ein von ihm zu stellender Ausnahmeantrag von der DFL anerkannt werden würde. "Dieser wurde detailliert, umfangreich und fristgerecht eingereicht", so der KSC. Und jetzt kann es also unter Auflagen für den KSC in Richtung 2. Bundesliga gehen.

Die Folge der DFL-Entscheidung:

Auflage ist, auch die Südtribüne bis zum 1. September zu überdachen. Sollte dies nicht klappen, behält der KSC trotzdem seine Zweitliga-Lizenz, muss aber mit einer Geldstrafe oder einem Punktabzug rechnen.

Die Clubs können nach DFL-Angaben innerhalb einer Woche Beschwerde gegen die nun getroffene Erstentscheidung einlegen. Für Anfang Mai ist die zweite Entscheidung der DFL geplant. Anschließend bleiben betroffenen Clubs fünf Tage Zeit, um erneut Beschwerde einzulegen. Danach findet unter dem Vorsitz von Helmut Hack, 2. Vizepräsident des DFL-Präsidiums, die erste Sitzung des Lizenzierungsausschusses statt, der final über zweite Beschwerden entscheidet. Anfang Juni trifft der Lizenzierungsausschuss die endgültige Entscheidung über die eventuelle Erfüllung von Bedingungen und die Vergabe der Lizenz.

Im Lizenzierungsbescheid der DFL heißt es nach KSC-Angaben, dass der Verein bis zum 1. September provisorisch die Südtribune überdachen kann, doch eine Verspätung und damit einen verstoß gegen die Auflage würde die DFL wohl nicht tolerieren.

Die Komplettüberdachung aller Tribünenbereiche des Wildparkstadions wäre bis zum September 2020 erledigt, die Bauarbeiten würden also die gesamte Spielzeit 2019/2020 betreffen. Die fehlende Überdachung betrifft zudem nicht nur einen unwesentlichen Anteil Tribünenbereiche, sondern mehr als 27 % der Zuschauerplätze im Wildparkstadion. Hinzu kommt, dass insbesondere die Fans des jeweiligen Gastclubs die Nachteile der fehlenden Überdachung tragen würden, während der weit überwiegende Teil der für die Anhänger des Bewerbers vorgesehenen Tribünenbereiche überdacht ist. 

Die DFL selbst sprach in einer Mitteilung nur allgemein davon, dass man am Dienstag erste Entscheidungen im Lizenzierungsverfahren der Bundesliga und 2. Bundesliga für die kommende Saison 2019/20 getroffen habe. "In diesem ersten Schritt wurde keinem der insgesamt 50 Bewerber die Spielberechtigung verweigert. Einige Clubs müssen aber bis Ende Mai Bedingungen erfüllen, um im Falle der sportlichen Qualifikation die Spielberechtigung zu erhalten. Andere Vereine erhielten die Lizenz unter Auflagen." Auf einzelne Vereine ging die DFL in ihrer Mitteilung nicht ein.

So reagiert der KSC auf die Entscheidung

„Durch die Entscheidung des Karlsruher Gemeindesrates gegen die Überdachung der provisorischen Südtribüne verschärft sich nach dem negativen Bescheid der DFL mehr denn je die Situation: Kein Dach, kein Zweitligafußball in Karlsruhe – trotz eventueller sportlicher Qualifikation“ so das KSC-Präsidium und Geschäftsführer Michael Becker in der ersten Nachricht zum DFL-Entscheid. Aber das stellt sich nun nicht mehr so dramatisch dar. Die Lizenz ist da, es könnte nur teuer werden, wenn die Auflage nicht erfüllt wird. Und ein Punktabzug wäre für den möglichen Aufsteiger eventuell auch eine hohe Hürde im Kampf um den Klassenerhalt.

Becker hatte in der ersten Presseerklärung mitgeteilt: „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun und befinden uns bereits erneut in Gesprächen mit der Stadt, um die Auflage der Überdachung rechtzeitig erfüllen zu können. Jetzt sind wir auf eine schnelle und zustimmende Entscheidung des Karlsruher Gemeinderats angewiesen.“

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