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Voll fokussiert wollen Sebastian Jung und der Karlsruher SC das Duell mit dem SV Werder Bremen am Samstag angehen.  Foto: Uwe Anspach/dpa 

KSC erwartet Bundesliga-Absteiger: Große Vorfreude auf Bremen

Karlsruhe. KSC-Trainer Christian Eichner freut sich: „Jetzt geht es erstmals gegen ein Schwergewicht der Liga. Gegen Werder Bremen – prima.“ Der Grund der Freude? Eichner hofft, dass die Badener nun – eben, weil es gegen ein nominelles Topteam der Liga geht – auf einen Gegner treffen, der gewinnen will und der versucht, das mit fußballerischen Mitteln zu erreichen und nicht wie Sandhausen „Beton anrührt.“

Aber: Werder zeigte zuletzt einen desaströsen Auftritt gegen Paderborn – mit vier Gegentoren. Gleichzeitig blieben den Bremer Analysten, die in Sandhausen vor Ort waren, die Defizite des KSC in Sachen Kreativität und Torgefahr gegen einen tief stehenden Gegner nicht verborgen. Soll heißen: Der Erstliga-Absteiger könnte im Wildpark durchaus auf eine Defensivtaktik setzen. „Ich wäre nicht überrascht, sollte Bremen defensiv agieren.“ Doch dann verweist Eichner auf Bremens Trainer Markus Anfang. „Er steht für einen attraktiven Fußballspielstil. Auch daher hoffe ich, dass es eine offenere Partie als in Sandhausen wird. Aber: Wir versuchen uns auf alles einzustellen und vorzubereiten.“

Paderborn, das Bremen deklassierte, wird von Lukas Kwasniok, Eichners Ex-Trainerkollegen beim KSC, trainiert. Doch „Eiche“ wird „Luki“ nicht anrufen. Man habe ein gutes Verhältnis, aber da man beim KSC davon ausgeht, dass am Samstag eine andere Werder-Elf aufläuft als bei der Blamage gegen Paderborn, sei ein Anruf nicht nötig. Wie die Bremer Startelf wohl aussieht, nachdem vor drei Tagen auch aufgrund der großen Finanzprobleme Mittelfeldstabilisator Maximilian Eggestein an den SC Freiburg verkauft wurde, dazu kann Eichner „wirklich keine fundierte Aussage machen.“ Nach den Abgängen von Leistungsträgern wie Ludwig Augustinsson, Yuya Osako, Josh Sargent und Milot Rashica ist die Werder-Elf eine Wundertüte.

Egal wer nun aufläuft, seine Mannschaft könne „jeden schlagen – aber es kann auch andersherum gehen. Wir versuchen weiterhin positiv zu überraschen. Wir müssen die Zuschauer ,anzünden‘, damit wir eine Atmosphäre schaffen, in der wir eine gute Leistung kreieren können.“ Eichner lobt die Grün-Weißen: „Werder hat trotz der Abgänge viel Qualität im Kader. Bremen wird auf Strecke oben mitspielen.“ Eine optimistische Sicht, wohl auch, weil er die Favoritenrolle gerne dem Gegner zuschiebt.

Denn: Obwohl der Sommer noch gar nicht so richtig begonnen hat – in Bremen brennt schon der Baum. Der SV Werder belegt mit vier Zählern Rang elf. Nach dieser mageren Punkteausbeute herrscht Unruhe an der Weser, steht der Bundesliga-Absteiger enorm unter Druck. Das 1:4-Heimdebakel gegen Paderborn war ein Offenbarungseid.

Eichner ist gegen Bremen gezwungen, die eingespielte Viererkette umzubauen. Innenverteidiger Robin Bormuths erlitt in Sandhausen einen Jochbeinbruch. Für ihn rückt Routinier Daniel Gordon in die Startelf. Der KSC müsste bei einem Ausfall von Gordon oder von dessen Innenverteidigerkollegen Christoph Kobald improvisieren. Da es auch für Linksverteidiger Philip Heise keinen Backup gibt, hätte er gerne „einen Neuzugang, der beide Positionen spielen kann. Aber ich hätte auch nichts gegen zwei Spieler für diese Positionen.“

Die Entscheidung wer er auf den Außenbahnen spielt, fällt kurz vor Spielbeginn. In den vier Pflichtspielen gab es dort muntere Wechselspielchen. Ein Sextett durfte schon ran. Fabio Kaufmann, Malik Batmaz, Lucas Cueto, Fabian Schleusener, Dominik Kother und Marc Lorenz. Nachhaltig überzeugt hat bisher keiner.

Voraussichtliche KSC-Aufstellung: Gersbeck – S. Jung, Gordon, Kobald, Heise – Wanitzek, Gondorf, Choi – Kaufmann, P. Hofmann, Schleusener