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Der Karlsruher SC zurück auf dem Boden der Tatsachen: Nicht nur Max Philipp strauchelte gegen Greuther Fürth, das gesamte KSC-Team spielte noch lange nicht so, wie erwartet. Foto: dpa
Der Karlsruher SC zurück auf dem Boden der Tatsachen: Nicht nur Max Philipp strauchelte gegen Greuther Fürth, das gesamte KSC-Team spielte noch lange nicht so, wie erwartet. Foto: dpa
26.07.2015

KSC in Fürth: Schwach gespielt, unglücklich verloren

Mit einer herben Ernüchterung hat die neue Saison in der 2. Bundesliga für den Karlsruher SC begonnen. Nicht nur die 0:1-Niederlage bei der Spielvereinigung Greuther Fürth ist schmerzlich. Die Leistung könnte sogar als Vorzeichen einer fußballerischen „Depression“ bei den Blau-Weißen interpretiert werden.

Vor 10.835 Zuschauern fiel das Tor des Tages durch Marco Stiepermann erst in der 89. Minute. „Wir haben diesen Treffer aber auch ein bisschen erzwungen“, sagte Fürths neuer Trainer Stefan Ruthenbeck. „Das war noch nicht das, was wir können“, räumte KSC-Trainer Markus Kauczinski ein. Sowohl im Spiel nach vorne, als auch defensiv fehlten seinen Kickern ein paar Prozent. „Ich glaube man hat gesehen, dass die Prozente, die am Ende ein Spiel ausmachen und das Entscheidende sind, einfach noch nicht da sind. Jeder wollte, aber leider war nicht mehr drin,“ so Kauczinski.

Da seine Mannschaft im Mittelfeld keinen „Zugriff“ auf das Spiel hatte, stellte der KSC-Coach nach nur 45 Minuten von der neuen (4-4-2) auf die alte (4-2-3-1) Grundordnung um. Für den neben Rouwen Hennings stürmenden Neuzugang Erwin Hoffer kam für die zweite Hälfte Dominic Peitz. Zur Pause stand es 0:0 und nach Chancen 1:1. Stiepermann war schon in der achten Minute aus 17 Metern frei zum Schuss gekommen, doch der ansonsten eher unsicher wirkende KSC-Keeper und Kapitän Dirk Orlishausen klärte per Faust. Für die Karlsruher hätte Rouwen Hennings treffen können. Der letztjährige Torschützenkönig Hennings schoss kurz vor der Fürther Strafraumgrenze mit seinem schwachen rechten Fuß links vorbei (31.).

Nach dem Seitenwechsel und mit zunehmender Dauer des Spiels kamen die Gastgeber dem entscheidenden Treffer immer ein Stückchen näher. Klare Chancen erarbeiteten sich die Franken zwar auch nicht, aber bei den Versuchen von Jürgen Gjasula (47.), Robert Zulj (70.) und Benedikt Röcker (75.) kann man von gefährlichen Annäherungen sprechen. Jedenfalls verstärkte sich der Eindruck: Wenn es klingelt, dann im KSC-Kasten. Mit seinem mutigen Vorstoß hätte Manuel Gulde den Verlauf der zweiten Halbzeit in der 85. Minuten allerdings auf den Kopf stellen können. Der Karlsruher Innenverteidiger verstolperte seine Chance nach einem langen Sprint aber.

Kauczinski, der den noch 17-jährigen Marvin Mehlem in der 63. Minute zu seinem Profi-Debüt in einem Pflichtspiel auf den Platz schickte, fasste die ersten 90 Minuten in der Pressekonferenz zutreffend zusammen: „Glückwunsch zum Sieg – hochverdient, wie ich meine. Unglücklich für uns natürlich der Zeitpunkt – so kurz vor Schluss. Trotz alledem glaube ich war Fürth über weite Teile des Spiels das stärkere Team. Wir haben es leider immer nur phasenweise geschafft, ins Spiel zu kommen, das Spiel ausgeglichen zu gestalten.“