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KSC gegen Union Berlin © dpa
03.08.2014

KSC ohne Killerinstinkt: 0:0 gegen Union Berlin

Was für ein Vorbild: Mit dem Logo der US-Rockband „The Killers“ hatte das Magazin „11 Freunde“ den Karlsruher SC in seiner Saisonvorschau zur 2. Bundesliga versehen. Doch im ersten Punktspiel am Sonntag gegen Union Berlin hatten die Blau-Weißen nur wenig „Killer“-haftes: Hinten musste Schlussmann Dirk Orlishausen nur einmal den Chancentöter geben. Und vorne ließen die Karlsruher Angreifer bei ihren Gelegenheiten die letzte Präzision und den Killerinstinkt vermissen. Die Folge: Ein 0:0 im Wildparkstadion.

Bildergalerie: KSC und Union Berlin trennen sich Unentschieden

Koen van der Biezen saß nach seiner Erkrankung nur auf der Bank, für ihn rückte Ilian Micanski in die Startelf. In dieser standen auch zwei Neuzugänge: Sascha Traut statt dem angeschlagenen Philipp Klingmann sowie Hiroki Yamada statt Selcuk Alibaz. Diese beiden Veränderungen waren anders als eine Berliner Überraschung im Vorfeld erwartet worden: Torsten Mattuschka durfte bei den Gästen nicht von Beginn an ran.

In den neuen blau-weiß-gestreiften Trikots (Präsident Ingo Wellenreuther: „Sie sind wunderschön“) und bei Bedingungen, die zahlreiche der 18489 Fans zu dem seit dieser Saison 4 Euro statt 3,50 Euro teuren Bier (ein offenbar fachkundiger Fan erklärte uns: in 0,5- statt 0,4-Liter-Bechern) greifen ließen: Knapp 25 Grad, trocken, etwas schwül. Das waren die Bedingungen, zu denen den Anhängern das Spiel der Badener phasenweise durchaus Spaß machte: Insbesondere Manuel Torres ließ seine Gegenspieler ein ums andere Mal stehen und auch Gaetan Krebs machte ordentlich Dampf.

Er hatte schließlich auch die erste Chance – doch der Schuss des Franzosen wurde abgeblockt (5. Minute). Vier Minuten später kam Micanskis Versuch aus der zweiten Reihe zwar durch, war aber kein Problem für Union-Keeper Daniel Haas.

Der konnte das Spiel nun zunächst aber etwas beruhigter verfolgen, da seine Vorderleute mit ihrer variablen Ausrichtung – defensiv mit bis zu fünf, bei Ballgewinn mit drei Verteidigern – den KSC zunehmend im Griff hatten. Doch zu ihrer ersten eigenen Gelegenheit war das ungeschickte Einsteigen von Krebs notwendig, der Damir Kreilach 20 Meter vor dem eigenen Tor umriss. Sein Glück: Benjamin Köhlers Freistoß landete in der Mauer (23.) und auch die folgenden beiden Ecken verpufften wirkungslos (24.). Abgesehen davon gelang es den Blau-Weißen aber gut, die Eisernen durch solides Gegenpressing gar nicht erst in Tornähe kommen zu lassen.

Deswegen folgte auch kurz darauf die nächste schöne Aktion des KSC: Zwei kurze, schnelle Pässe, schon legte Micanski das Leder fünf Meter vor dem Gehäuse quer. Indes: Am Elfmeterpunkt fehlte der Abnehmer (28.). Und danach: Ein Schuss des Karlsruhers Krebs aus 25 Metern (30, gehalten) und Schüsschen des Berliners Brandy aus 20 Metern (31., gehalten) – aber kein Tor.

Und doch läuteten diese kleinen Gelegenheiten einige starke Karlsruher Situationen ein: Erst steckte Krebs den Ball schön auf Torres durch, dessen Flanke Leistner per Hand abwehrte. Doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb - anders als die Karlsruher Fans – stumm. Nach dem folgenden Eckball köpfte Dominic Peitz knapp am linken Pfosten vorbei (34.), knapp über das linke Toreck sauste schließlich Kempes abgefälschter Nachschuss, nachdem Yamada einen Freistoß schwach in die Mauer bugsiert hatte (35.). Gerade als die Partie erneut zu verflachen drohte, machte der bis dahin unauffällige Neuzugang Yamada auf sich aufmerksam: Mit einem Schuss aus 25 Metern, den Haas erst im Nachfassen hatte (44.). Eine Minute später holte sich Christopher Trimmel noch eine Gelbe Karte ab: Zu sehen war ein taktisches Foul an Reinhold Yabo, welcher aber ein Nachtreten monierte – und so sauer war, dass ihn seine Teamkollegen mit vereinten Kräften beruhigen mussten.

Die ersten berichtenswerten Szenen der zweiten Hälfte ähnelten denen der ersten: Ein bemühter KSC, zwei Ecken von Sascha Traut, die wie schon zuvor wenig Gefährliches brachten und ein Karlsruher Aufschrei – dieses Mal, als Micanski im Sechzehner zu Fall kam (54.). Erneut pfiff Schiri Perl nicht – nun aber wohl zurecht. Um ein Haar hätte er dann aber den Karlsruher Rückstand notieren müssen: Aus dem Nichts tauchte Steven Skzzybski auf links vor Orlishausen aus. Seinen Schuss blockte der KSC-Keeper mit dem Fuß ab (56.).

An der taktischen Ausrichtung beider Teams änderte diese Chance aber wenig. Union stand tief, der KSC mühte sich in der Offensive ab – und kam in der 63. Minute auch zu einer Großchance: Reinhold Yabo schickte Traut mit einem perfekten 20-Meter-Pass steil, der Ex-Aalener legte den Ball von der Grundlinie perfekt auf Torres zurück. Doch dieser zimmerte das Spielgerät – wenig perfekt – aus zwölf Metern in die Wolken. Über dem Gehäuse landete nur 60 Sekunden später auch Kempes Kopfball.

Danach sollte Union-Urgestein Mattuschka für größere Siegchancen der Gäste sorgen. Er sah aber zunächst zwei KSC-Möglichkeiten: Yamadas Schuss aus 15 Metern wurde gerade noch zur Ecke abgefälscht, Jan Mauersberger folgender Kopfball landete auf der Latte (73.).

So richtig gefährlich wurde es erst wieder, als Schiri Perl bereits immer wieder zur Uhr blickte. Mattuschka zog in der 88. Minute aus 15 Metern ab, Orlishausen hielt. Und auf der Gegenseite traf der eingewechselte Selcuk Alibaz nur den linken Außenpfosten - so blieb es beim 0:0.

Die Aufstellung:

Karlsruher SC: Orlishausen – Traut, Gulde, Mauersberger, Kempe – Peitz – Torres, Yabo, Krebs (79. Alibaz), Yamada (85. Valentini) – Micanski (71. Van der Biezen)

Union Berlin: Haas – Puncec, Leistner, Schönheim - Kreilach, Köhler (67. Mattuschka) – Özbek – Trimmel, Jopek (83. Jopek) – Brandy, Skrzybski (76. Nebihi)

Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)

Gelbe Karten: Krebs / Trimmel, Özbek