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Enorm wichtig war der Sieg des Karlsruher SC gegen Union Berlin. Trainer Markus Kauczinski hat damit einen perfekten Einstand im Wildparkstadion gefeiert. Mit dem Startelfeinsatz von Christian Timm und der Positionsänderung von Timo Staffeldt hat er zudem ein feines Händchen bewiesen. Foto: dpa
Karlsruher SC schöpft Hoffnung
02.04.2012

KSC schöpft Hoffnung - Kauczinski beweist gutes Händchen

Mit dem 2:0 gegen Union Berlin hat Markus Kauczisnki einen perfekten Einstand als Cheftrainer des Karlsruher SC gefeiert. Doch der 41-Jährige hat mehr bewirkt als den Sprung auf Platz 16: Er trifft den richtigen Ton und beweist bei der Aufstellung ein gutes Händchen.

Markus Kauczisnki hielt den Ball nach seinem erfolgreichen Einstand erst einmal sehr flach. «Ich weiß nicht, ob wir den Klassenerhalt schaffen werden. Wir sind immer noch in einer Situation, die sehr, sehr schwer ist», sagte der neue Cheftrainer des Karlsruher SC nach dem so befreienden 2:0-Sieg gegen Union Berlin. Der KSC ist dadurch vom vorletzten auf den Relegationsplatz der 2. Fußball-Bundesliga geklettert. Aber wichtig war für Kauczinski, «dass die Mannschaft gezeigt hat, dass mehr in ihr steckt und dass sie auch als Mannschaft auftreten kann. Man kann kein Ergebnis garantieren, man kann aber immer an den Voraussetzungen dafür arbeiten.»

Christan Timm steht für das glückliche Händchen, das Kauczinski bei seinem Einstand bewies. Er hatte den 33-Jährigen überraschend in die Startelf zurückgeholt - und nach nur 13 Minuten brachte der Stürmer den KSC in Führung. Timm ist genauso wie andere Profis angetan von den «kurzen, klaren Ansprachen» des neuen Trainers, nach denen «jeder weiß, was er zu tun hat». Nur Kauczinski selbst will das nicht überbewertet wissen. «Bei 24 Leuten, die da rumlaufen, kann ich nicht jedem einen Roman erzählen. Da muss man manchmal schon auf den Punkt kommen», sagte der 41 Jahre alte Gelsenkirchener, der im Wildpark von allen nur liebevoll «Kauz» gerufen wird.

Bereits an seinen ersten Trainingstagen machte er bei seiner akut abstiegsgefährdeten Mannschaft ein schlummerndes Potenzial aus. Er beorderte Timo Staffeldt von der rechten Verteidiger-Position zurück ins defensive Mittelfeld. Und der Allrounder dankte ihm das am Sonntag mit einer kämpferisch makellosen Vorstellung. «Es hat mich gefreut, mal wieder auf meiner alten Position spielen zu können. Ich denke, das hat man gemerkt», sagte Staffeldt.

Kauczinski hatte den 28-Jährigen zuvor starkgeredet. «Ich habe ihn daran erinnert, was er alles kann», meinte der Trainer. «Man darf nicht erwarten, dass er die Flanke schlägt und auch noch selbst reinköpft. Er ist ein Sechser, er hat ein gutes Stellungsspiel und ist zweikampfstark. Er spielt einen einfachen Ball, mehr will ich auch gar nicht von ihm haben.»

Auch mit der Nominierung des von seinem Vorgänger Jörn Andersen als wenig hilfreich eingestuften Gaetan Krebs lag Kauczinski goldrichtig. Selbst der fast vergessene Winter-Neuzugang Makhtar Thioune überzeugte auf der rechten Seite. «Er ist ein abgezockter Junge, der sich nicht ständig ins Hemd macht, wenn er den Ball hat. Ich wollte ihn aber genau wegen dieser Lässigkeiten aus dem Zentrum raushaben, weil er mal eine Hacke und eine Spitze drin hat. Und das können wir da im Moment nicht so gebrauchen», erklärte der Coach.

Und so will Kauczinski weiter daran arbeiten, «kleine Fehler auszumerzen, die sich zu etwas Großem zusammenfügen». Er will seinen Spielern den Spaß am Fußball zurückbringen. «Wir haben ihnen gesagt, dass man sich gegen den ganzen Spott und die ganze Häme wehren muss, die da über sie ausgeschüttet wird», sagte er. «Wir wissen nicht, was für Ergebnisse noch auf uns zukommen. Aber was wir selbst in der Hand haben, das ist zumindest unser eigenes Auftreten.»