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Im Vordergrund jubelt der Trainer, im Hintergrund feiern die Spieler: Markus Kauczinski hat beim Karlsruher SC allen Grund zum Feiern. Heimken
Im Vordergrund jubelt der Trainer, im Hintergrund feiern die Spieler: Markus Kauczinski hat beim Karlsruher SC allen Grund zum Feiern. Heimken
22.12.2013

KSC steht auf Platz drei, gibt sich aber zurückhaltend

Es ist gerade ein Woche her, da sagte Markus Kauczinski: „Ich bin ich froh, weil jetzt das Gerede von einer Spitzenmannschaft aufhört.“ Tags zuvor hatte der von ihm trainierte Karlsruher SC daheim gegen den FSV Frankfurt eine 3:0-Pausenführung verspielt. 3:3 endete die Partie.

Doch das Thema Spitzenmannschaft ist beim Fußball-Zweitligisten schon wieder auf dem Tisch. Das Team hat nämlich das Verfolgerduell beim Tabellendritten FC St. Pauli 2:0 gewonnen – und steht vorerst selbst auf Platz drei. Sollte der 1. FC Kaiserslautern in Ingolstadt nicht gewinnen, würden die Karlsruher sogar auf dem Relegationsplatz überwintern.

Ilian Micanski (63.), an seinem 28.Geburtstag mit seinem vierten Saisontreffer, und Manuel Torres (84.), mit seinem zweiten Tor trafen die favorisierten Kicker vom Kiez ins Mark. „Manuel hat seinen Aufwärtstrend bestätigt“, lobte Markus Kauczinski den 22-jährigen Spanier. Auch Kai Schwertfeger, der den verletzten Reinhold Yabo im defensiven Mittelfeld vertrat, erntete Anerkennung vom Trainer: „So gut habe ich ihn noch nie gesehen. Das war eine Kampfansage für die Rückrunde.“

Die Wildparkprofis sind nun seit dem 5. Oktober (1:2 daheim gegen den 1. FC Köln) und seit neun Spielen ungeschlagen (fünf Siege, vier Unentschieden).

„Die Jungs haben überragend auf das 3:3 gegen den FSV reagiert“, lobte Clubchef Ingo Wellenreuter. „Diszipliniert, kämpferisch top, taktisch klug eingestellt und geduldig“ hätten sie die Charakterfrage beantwortet und „ein erfolgreiches Jahr gekrönt“.

Überhaupt ar das Kalenderjahr 2013 für den KSC eine tolle Sache. Das Team hat – Saison- und Liga-übergreifend – nur ein halbes Dutzend Spiele verloren, aber 19 Mal gewonnen (zehn Unentschieden). 67 Punkte in 35 Spielen bedeuten einen Schnitt von 1,9 Punkten pro Spiel. Die Mannschaft von Markus Kauczinski verfügt neben dem SVSandhausen mit 17 Gegentreffern über die zweitbeste Abwehr der 2. Liga hinter dem 1. FC Köln, hat zudem die viertbeste Tordifferenz (+9). „Das war ein Jahr, wie ich es noch nicht erlebt habe“, sagte Dirk Orlishausen. „Wir haben dem Druck Stand gehalten, aufsteigen zu müssen und bis jetzt in der zweiten Liga bestanden.“ Er sei stolz, so der Kapitän weiter, „auf diese Truppe und auf den ganzen Verein“.

„Interne Linie“

Dennoch bleibt es vorerst beim Saisonziel „Klassenerhalt“. Orlishausen: „Wir sind sicher gut beraten, so weiter zu machen, wie bisher, und realistische Ziele anzustreben.“ Allerdings fehlen zur Rettung voraussichtlich noch maximal neun Punkte – möglicherweise sogar deutlich weniger. Und in Sachen Aufstieg scheint urplötzlich alles möglich. Doch der Trainer gibt sich bedeckt: „Wir haben intern eine Linie festgelegt. Wir wollen natürlich gut aus der Winterpause kommen und so weitermachen – mal sehen, was kommt.“