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Bedient: Die KSC-Profis Marvin Pourie (von links), Manuel Stiefler und Marvin Wanitzek kurz nach Abpfiff der Partie. deck
Bedient: Die KSC-Profis Marvin Pourie (von links), Manuel Stiefler und Marvin Wanitzek kurz nach Abpfiff der Partie. deck
19.08.2018

KSC steht völlig neben sich und kommt im Pokal unter die Räder

Meilenweit von einer Überraschung entfernt war der Drittligist Karlsruher SC in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Bundesligisten Hannover 96. Der Unterschied, den die 12 234 Zuschauer zu sehen bekamen, war größer als nur zwei Spielklassen. Mit nur 0:6 (0:3) waren die chancenlosen Platzherren im Grunde genommen noch gut bedient. Denn die Niedersachsen waren den Badenern in allen Belangen haushoch überlegen.

Während Hannovers Trainer André Breitenreiter seiner Mannschaft ein „großes Kompliment“ aussprechen konnte, weil 96 „über 90 Minuten sehr souverän und sehr seriös“ aufgetreten war, musste sein Karlsruher Kollege Alois Schwartz einräumen: „Mit der Qualität von Spielern wie Bebou oder Asano sind wir einfach nicht mitgekommen. Um so ein Spiel vielleicht gewinnen zu können, muss man hundert Prozent Leistung abrufen, die Tagesform muss stimmen, und man braucht auch ein bisschen Match-Glück und Schiri-Glück. Das alles war bei uns heute nicht gegeben. Wir haben richtig in die Fresse bekommen, sind abgewatscht worden. Das müssen wir jetzt wegstecken. Am Samstag spielen wir in Kaiserslautern.“

Blamabel ist wohl die richtige Beschreibung für das, was der KSC schon in den ersten 45 Minuten auf den Platz brachte. Ballsicherheit? Passgenauigkeit? Zweikampfverhalten? Schwach, schwach, schwach. Dabei war bei den Gästen zu Beginn der Partie eine gewisse Zurückhaltung zu spüren. Daraus aber ein Übergewicht zu entwickeln, verstand der KSC nicht. Im Gegenteil: Die Mannschaft von Trainer Schwartz leistete sich zu viele einfache Fehler und Ballverluste und die Niedersachsen merkten schnell, dass ihnen im Wildparkstadion im Grunde keine Gefahr drohte.

Schwaches Zweikampfverhalten

Da sich der KSC auch in den Zweikämpfen einfach zu dumm anstellte, kam Hannover über Standardsituationen immer besser ins Spiel. Die Folge: Nach einem Freistoß von Pirmin Schwegler und einem fatalen Fehler des vom FC Ingolstadt umworbenen KSC-Keepers Benjamin Uphoff köpfte Kevin Wimmer das 1:0 für 96 (17.). Beim zweiten Tor der Gäste behielt nach einer Flanke aus dem linken Mittelfeld nur Ihlas Bebou die Übersicht – zwei KSC-Verteidiger und Uphoff, der nun angeschlagen ist, dessen Einsatz in der Liga gegen Kaiserslautern aber nicht gefährdet ist, sahen amateurhaft schlecht aus (31.). Schließlich führte die Karlsruher Zweikampfschwäche noch vor der Pause zum 3:0 für den Erstligisten. Manuel Stiefler foulte Takuma Asano und Niclas Füllkrug verwandelte den fälligen Elfmeter sicher (41.).

Kurz nach dem Seitenwechsel spielte dann Takuma Asano Stiefler aus und traf über den Innenpfosten im kurzen Eck zum 4:0 für die Gäste (51.). Hannovers Torwart Michael Esser musste nur einmal im ganzen Spiel eingreifen. In der 59. Minute drehte er einen Schlenzer von Marvin Wanitzek um den Pfosten. Der Rest war auf Karlsruher Seite Hilflosigkeit pur. Hannover ließ den Ball und seine Gastgeber laufen und tat nur noch das Allernötigste. Trotzdem musste Uphoff noch zweimal hinter sich greifen: Der in der 82. Minute eingewechselte Hendrik Weydandt machte in das halbe Dutzend voll (85. und 90.).

„Das war eine klare Angelegenheit“, hakte Oliver Kreuzer, Sportdirektor des KSC, den DFB-Pokal 2018/19 ab. „Man hat gesehen: Es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen dritter Liga und Bundesliga. Da kommt man eben schnell unter die Räder. Wir sind mehr als verdient ausgeschieden.“